Ihre Meinung ist gefragt...
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Ihre Meinung ist gefragt...
07 Apr. 2005 09:21ich bin Studentin und Krankenschwester und schreibe gerade meine Diplomarbeit über Ihre Situation. Dazu eine Frage: Kann man einen Zeitraum festsetzen, wie lange es dauert, sich mit der neuen Situation der Dialysepflicht zu arrangieren, bzw. zu gewöhnen?
Ich bin mir da sehr unsicher, ob es überhaupt zeitlich einzugrenzen ist. Würde mich über Ihre Anregungen/Informationen sehr freuen, viele Grüße Steffi
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- erdbeermund
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Re: Re: Ihre Meinung ist gefragt...
07 Apr. 2005 10:07Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
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Re: Re: Ihre Meinung ist gefragt...
07 Apr. 2005 10:19Ich denke nicht, dass man das so zeitlich eingrenzen kann. Ich denke, das kommt auf den Einzelfall an. Ich z.B. hab mich relativ schnell daran gewöhnt. Nach ca. 2 Monaten war es für mich schon normal, 3x wöchentlich an der Maschine zu hängen. Weil es mir eben vorher miserabel ging und mit der Dialyse hab ich mich viel besser gefühlt. Bzw. tue es immer noch. Klar, es gibt Zeiten, da hat man die Nase voll, aber im Großen und Ganzen ging es bei mir recht schnell mit dem Sich-Dran-Gewöhnen. Obwohl ich andere Patienten kenne, die noch nach Jahren die ganze Sache nicht akzeptieren können.
LG, Klex
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- caissa
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Re: Re: Ihre Meinung ist gefragt...
07 Apr. 2005 12:27wie die Vorredner (Vorschreiber?) schon schrieben, ist das von Fall zu Fall unterschiedlich. Ich denke, für eine Diplomarbeit geht es Dir um eine Art Korridor, als eine Zeitspanne, die in den meisten Fällen ausreicht.
Ich habe allerdings Zweifel ob es das in diesem Fall gibt. An die Tatsache der Dialyse, also das in der Regel dreimal wöchentliche Nebenbeschäftigungsprogramm (ich nenne es mal physische Akzeptanz) gewöhnen sich die meisten Patienten, die ich in nunmehr über 27 Jahren kennengelernt habe, schnell (meist innerhalb einiger Wochen). An die Abhängigkeit allerdings schwerer. Das kann Jahre dauern, gelingt manchen nie. Andererseits ist gerade diese seelische Gewöhnung (psychische Akzeptanz) der entscheidende Faktor.
Schwer zu sagen, warum es manche schneller packen, andere vergebens kämpfen. Eine Rolle könnte dabei auch spielen, wie man dialysepflichtig wurde. Wer es rechtzeitig weiß, kann sich darauf einstellen und wird schneller akzeptieren.
Und noch eines: Selbst wenn man die Maschine physisch und psychisch akzeptiert hat, kann es dennoch immer wieder Zeiten geben, wo man in ein psychisches Tief fällt und an der sch... Krankheit verzweifeln möchte.
Du siehst, alleine dieser eine Aspekt der Dialyse ließe sich spielend zu einer ganzen Diplomarbeit ausbauen
Viel Erfolg Hans-Dieter
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- hamburger
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Re: Re: Ihre Meinung ist gefragt...
07 Apr. 2005 12:51also ich würde auch sagen pauschal kann man das nicht sagen, bei mir ging es ziemlich schnell, aber ich wußte vorher auch schon jahrelang das die Dialyse irgendwann kommen würde. Also ich habe Freitags die erste Dialyse gehabt und die in der Woche danach habe ich angefangen das nach der Arbeit zu machen und somit war das im Prinzip eigentlich auch schon fester Bestandteilt meines Lebens und bis jetzt finde ich das soweit auch OK obwohl es sicherlich schönere Beschäftigungen gibt.
Gruß
Jürgen
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Re: Re: Ihre Meinung ist gefragt...
07 Apr. 2005 12:57ich glaube in diesem Forum findest Du viele Leute, die die Dia früher oder später für sich akzeptiert haben. Mir steht jemand sehr nah, der das seit über einem Jahr überhaupt gar nicht kann, nicht will und die Dialyse wirklich haßt (wunder mich jedes Mal, das er noch geht). Er will sich mit dem Thema aber auch nicht auseinandersetzen, davon nichts lesen, darüber nichts hören und würde sich schon gar nicht einem Internetforum anschliessen.
Er lehnt meiner Meinung nach die Dialyse ab, weil er seine eingeschränkte Leistungsfähigkeit auf die Maschine projiziert. Die ist an allem schuld.
Elke
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Re: Re: Ihre Meinung ist gefragt...
07 Apr. 2005 13:26ich würde gern noch etwas zu Deiner Antwort sagen, um nicht mißverstanden zu werden: Gerade daran liegt mir, das Bewußtsein für die Individualität zu schaffen und deshalb schreibe ich auch diese Arbeit. Leider ist meine Erfahrung, dass sich dieses bei manchen Menschen in der Betreuung/Begleitung noch nicht sehr weit herumgesprochen hat oder nicht beachtet wird. Deshalb war ich auch teils auch sehr unglücklich, als ich noch in einem Dialysezentrum gearbeite habe. Mein Wunsch: Ein wenig mehr Bewußtsein bei Pflegenden für die Belange von Dialysepatienten zu wecken, die vielleicht noch nicht das Verständnis haben (alle anderen mögen bitte diese Stelle überlesen; es gibt ja auch sehr fähige Menschen in der Pflege - aber die sagen meiner Meinung nach viel zu selten, dass sie gute Arbeit leisten...).
Alle Antworten zeigen mir aber, dass ich meine Frage in der Diplomarbeit anders stellen muss und dafür herzlichen Dank, es hilft mir sehr! Die alte Frage hat nicht gestimmt, bzw. läuft auf falsche Ergebnisse hinaus.
Liebe Grüße, Steffi
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Re: Re: Frage an Steffi
07 Apr. 2005 13:34Ich bin selber inzwischen Lehrerin für Pflegeberufe und unterrichte in verschiedenen Klassen der Ausbildungen in der Pflege - aber das ist in keinster Weise für mich ein angemessenes Wort. Ich kann Dir nicht sagen, wo er herkommt. Aber so viel ist sicher - Sprache erschafft immer die Wirklichkeit. Also kann ich Dir nur von mir sagen, dass ich versuche, alle abwertenden Begriffe zu vermeiden, bzw. mir käme manches überhaupt nicht in den Sinn. Es geht ja schließlich um die eigenen Grundhaltung einem anderen Menschen gegenüber. Und bei Schülern kann ich gleich darauf hinweisen, was mir nicht paßt (ich kann auch nicht leiden, wenn jemand sagt :Ich habe den Patienten gemacht..., so ein Blödsinn...).
Ich hoffe, es hilft weiter...
Steffi
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Re: Re: Ihre Meinung ist gefragt...
07 Apr. 2005 16:16ich bin der Meinung, es kommt auch darauf an, wie lange man vorher schon weiß, dass man einmal dialysepflichtig wird. Schwer ist es am Anfang für jeden. Ich glaube aber, dass es für Patienten mit akutem Nierenversagen am schwersten ist. Da kommst du von jetzt an gleich an eine Maschine, die du vielleicht nur vom Hörensagen kennst und hast dich damit abzufinden. Das ist echt hart. Ich wusste z.B. schon zehn Jahre lang, was los ist und hatte zumindest im letzten halben Jahr genügend Zeit, mich damit zu beschäftigen, mal hinzugehen, mit Patienten reden usw... Vielleicht solltest du da mal differenziert fragen.
Alles Liebe und viel Erfolg
Christine
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Re: Re: Ihre Meinung ist gefragt...
07 Apr. 2005 22:11ich kann mich da der aussage von chrisi nur anschließen, mein mann wurde mit akutem nierenversagen eingeliefert und schnell dialysiert(weder er noch ich, hatten vorher das wort dialyse gehört, bzw. gewußt was dies ist), er bekam von der ersten dia nichts mit, war im dillirium, er brauchte anschließend gute 1 1/2 jahre um mit der situation, mehr schlecht als recht, klar zu kommen. aber ich denke ebenfalls das das mit sicherheit bei jeder person verschieden ist, jeder ist anders, individuell eben.
gruß
karo
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Re: Re: Ihre Meinung ist gefragt...
12 Apr. 2005 20:02
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Re: Re: Frage an Steffi
13 Apr. 2005 09:35zu dem Satz Sprache erschafft immer die Wirklichkeit von Dir kann ich nur sagen, dass wir auf dem besten Weg sind, dieses Wort auch Wirklichkeit werden zu lassen, wenn ich solche Beiträge wie oben lese (Patientenversorgung nicht gesichert wegen Kosten). Trotzdem bin ich mit Dir einer Meinung, man sollte alles dafür tun, dass solche Wörter nicht verwendet und die Behandlung gleichermaßen so gut es geht, durchgeführt werden muß.
Gruß
Gunther
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Re: Re: Was ist die richtige Frage?
01 Mai 2005 23:37das klingt nach einem sehr spannenden Unternehmen. Mich w¨�rde interessieren, wie sich Deine Frage weiter entwickelt. K?0�2nnte es in die Richtung Leben mit chronischer Erkrankung gehen?
Der Gew?0�2hnungsprozess ist das eine (der Mensch ist ein Gewohnheitstier, was aber f¨�r gute wie schlechte Gewohnheiten gilt), die Akzeptanz im Alltag ist ein anderer Aspekt....
Ich finde es immer neu einen Lichtblick, auf Menschen wie Dich zu treffen, die im Medizinalltag ¨�berleben und dazu noch ihre Gef¨�hle mitnehmen statt sie zu unterdr¨�cken. Und wenn die dann noch als Ausbilder t?0? 1tig sind... finden sie hoffentlich geeignete mittel und wege, dies an ihre Sch¨�lerInnen weiterzugeben. Dir daf¨�r alles Gute! LG Debi
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