Anlegezeiten
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Anlegezeiten
07 Mai 2006 21:06Ein Patient mit 5,5 Stunden Dialysezeit und fester Anlegezeit von 17.30 Uhr war pünktlich, doch seine Maschine war beim Anlegen defekt und auch die Ersatzmaschine, war plötzlich defekt. Und dann war es schon 18.30. Nun ist ja 18 Uhr die rusch hour zum Anlegen und es kam zu weiteren Verzögerungen.
Dann wurde ihm erklärt, doch heute nur 4 Stunden und morgen (am Samstag) noch 1,5 Stunden zu dialysieren. Der Kollege war erzürnt, er hätte doch am WE was vor und daher müsste es am Freitag Abend, das volle Programm geben. Man könnte nicht so willkürlich seine Zeit in Anspruch nehmen. (Ach ja, ich vergaß, die Abenschicht des Pflegepersonals endet nach Mitternacht und der Betriebsratrat stimmt keinen Überstunden zu.)
Die Frage ist, hat der Patient einen Anspruch auf die feste Anlegezeit und kann die Station einfach seine Dialysezeit splitten - nur weil sie keine betriebsfähigen Geräte hat?
Werner
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Re: Re: Anlegezeiten
07 Mai 2006 21:26also mal ganz ehrlich wenn ich das gewesen wäre hätte ich am Freitag die 4 Stunden gemacht und gut ist, kann doch mal passieren das etwas nicht glatt läuft und mit 4 Stunden Dialyse sollte man auch übers Wochenende kommen. Die verlorene Zeit könnte er ja dann auch nächste Woche nachholen, also wenn ich ehrlich bin sehe ich darin kein Problem, solange das nicht ständig vorkommt.
Bei mir ist am Freitag mal nach 2 Stunden die Osmose kaputt gegangen, ok da bin ich dann auch Sonnabend nochmal für 3 Stunden hin gegangen.
Gruß
Jürgen
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Re: Re: Anlegezeiten
07 Mai 2006 21:38ich denke, einen Anspruch auf feste Anhängezeiten gibt es nicht. Wie Du selbst schreibst, ist zu dieser Zeit die Hölle los und gegen einen technischen Defekt kann halt keiner was. Also kann es schon zu Verzögerungen kommen. Es hat bestimmt auch keiner 3 Autos in der Garage stehen, damit er auch noch fahren kann, wenn 2 davon defekt sind. Ich finde es auch ein faires Angebot, die verkürzte Zeit am folgendem Tag nachzuholen. Wenn der Patient das ablehnt, weil er sich bei seiner persönlichen Zeiteinteilung bevormundet fühlt, ist das seine höchstpersönliche Dummheit.
Mit gutem Willen und Verständnis lassen sich viele Konflikte vermeiden.
MfG
Lops15
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Re: Re: Anlegezeiten
07 Mai 2006 22:36Das Argument mit den 3 Autos in der Garage ist auch löchrig. Für mich ist Pünktlichkeit eine Grundvoraussetzung und wenn mein Auto defekt ist, suche ich nach Alternativen ( Freunde, Verwandte oder ggf. Taxi), aber es müsste schon mit dem Teufel zugehen, dass ich nicht pünktlich wäre. Der Kollege denkt ähnlich!
Werner
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Re: Re: Anlegezeiten
07 Mai 2006 23:17also ich finde diese Diskussion echt ziemlich daneben, es kann doch durchaus mal passieren das eine Maschine kaputt geht und das die Ersatzmaschine dann auch noch defekt ist ist einfach ein unglücklicher Zufall und ich denke solange das nicht der Regelfall ist das auch in Ordnung. Und im Gegensatz zu einem Auto was man sich leiht muss so eine Maschine auch erst aufgebaut und durch den Test gejagt werden, also ich denke man sollte sich da wirklich nicht so anstellen.
Gruß
Jürgen
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Re: Re: Anlegezeiten
08 Mai 2006 00:06>Diese festen Anlegezeiten sind ja in den unter Taxifahrgemeinschaften beschriebenen Gründen von der Dialyse festgelegt worden. Obwohl weder der Kollege noch ich Taxi fahren!<
Das kann natürlich auch ein Grund sein, warum ein Selbstfahrer oder Einzeltaxifahrer mal kurz warten muss. Bei uns wird auch so an- und abgehängt, dass die Fahrgemeinschaften nicht so lange aufeinander warten müssen. In der Regel ist der Stationsablauf gut organisiert. Trotzdem kommt es immer mal zu Verzögerungen. (Wie bei der Bahn [lol] und da ist es schon fast die Regel;-))
Auch bei uns gibt es Drängler (möglichst als erster angehängt und als erster wieder abgehängt) Denen raten wir dann immer zu Limitet Care Sollte Dein Kollege vielleicht auch machen. Dann ist er fast sein eigener Herr
Dass Du immer pünktlich bist ehrt Dich. Ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass auch Du eventuell mal warten musst. Die Festen Anhängezeiten sollten als Richtschnur zur zeitlichen Orientierung der Patienten und des Personals verstanden werden.
MfG
Lops15
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Re: Re: Anlegezeiten
08 Mai 2006 09:11Es geht nicht darum, das mein Kollege ein Drängler ist (was im Übrigen nicht stimmt) - der ist schon über 20 Jahre an der Dialyse und ein Quell der Erfahrungen - aber seh ich das so falsch, dass man mit den Dialysenstationen einen Dienstleistungsvertrag schließt der verschiedene Punkte (u.a. Anlegezeiten und Dialysetage) enthält. Kann man dann nicht auf Erfüllung pochen? In jedem anderen Dienstleistungsbereich ist es selbstverständlich das das Personal länger macht wenn noch Kunden da sind und hier wird das kategorisch abgelehnt und man ändert die Vertragsbedingungen (hier Dialysetage) nach eigenem Gutdünken ab.
Anders herum erfüllt mein Kollege ja auch seine Bedingungen! Ich habe in 3 Jahren nicht einmal erlebt, dass er unpünktlich war.
Das andere ist die Zuverlässigkeit der Geräte. Das mal eine Maschine ausfällt, ok.
Aber (Mist, ich habe jetzt den Typ nicht parat) diese Dinger haben ständig Störungen und müssen gewechselt werden. Das gibt mir doch zu denken (Thema Abschreibungen und Neuinvestition)
Aber um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, war die Art wie man das Problem handelte. Da gab es auf die Einwände patzige Antworten des Pflegepersonals. Erst der Arzt hat später mit Mühe die Wogen geglättet!
Um auch da keinen falschen Geschmack zu erzeugen, ich bin da bisher rundum zufrieden und ich kann Vergleiche mit anderen Dialysen anstellen. Aber solche Ärgernisse könne ja mal diskutiert werden.
Werner
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Re: Re: Anlegezeiten
08 Mai 2006 09:53tschuldigung, aber das, genau diese Haltung, ist es, die die Deutschen weltweit so beliebt macht.
Kann man das nicht einfach mal ein bisschen locker sehen und muß man wirklich wegen jedem Fliegenschiß so einen Wind machen?
So, jetzt schlagt auf mich ein

sigi
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Re: Re: Anlegezeiten
08 Mai 2006 10:09Schuld an den nicht geleisteten Überstunden sind u.a. die Tarifverträge. Die Mitarbeiter müssen zwischen den Diensten 10 Stunden Ruhezeit haben. (Mit Recht) Zum anderen werden wegen der gespannten Haushaltslage Überstunden nicht bezahlt und ein Freizeitausgleich ist wegen der knappen Personaldecke auch fast nicht möglich.
Dienstleistungsvertrag, ist so eine Sache. Die Kassen haben Verträge mit den Dialyseeinrichtung und der Patient geht einen Vertrag mit der Kasse ein. Die Vertragsinhalte bestimmen die Vertragspartner. Die Dialyseeinrichtung erfüllt ihren Vertrag mit der durchgeführten Dialyse nach besten Ermessen. Natürlich wird auch, so weit es möglich ist, auf die Wünsche der Patienten eingegangen.(z.B. welche Schicht der Patient belegt).
Auf Rechte pochen ist die eine Seite. Die Pflichten sind die andere Seite. Stichwort:Compliance/ Komplianz
Zu der Abschreibung und Neuanschaffung: Das ist die Frage der Nutzen-Kostenrechnung. Die Ökonomen berechnen genau, wann eine Maschine durch Serviceleistung unrentabel wird und durch eine neue ersetzt wird.
Ich finde gut, dass Du Dich in Deiner Dialyse gut aufgehoben fühlst. Das Mißgeschick Deines Kollegen war ja anscheinend eine Ausnahme. Und das Gutdünken (gutes Denken) mit dem dieser die verlorene Dialysezeit nachholen durfte kann man doch nur hoch anrechnen. (Wenn man bedenkt, das durch die Wochenpauschale diese 4. Dialyse nicht abgerechnet werden kann)
MfG
Lops15
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Re: Re: Anlegezeiten
08 Mai 2006 13:09Gruß, Roxanne
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Re: Re: Anlegezeiten
09 Mai 2006 05:29Werner
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Re: Re: Anlegezeiten
09 Mai 2006 09:15Ich hätte entweder das Angebot einer 4. Dialyse angenommen oder einmalig eine vier Stunden Dialyse gefahren.
Frage ist hier: Was verkürzt wohl das Leben mehr, die ganze Aufregung ob der verunglückten Dialyse oder 1,5 Stunden weniger Blutwäsche?
Wie auch hier schon beschrieben, ist es eine wirklich treudeutsche Art sich derart aufzuführen, wenn einmalig mal etwas in´s Textil geht. Das macht uns nicht gerade sympatischer auf dieser weiten Welt, denn wie schon mehrfach festgestellt, führen wir uns ja im Ausland auch so auf und nicht nur bei der Dialyse.[lol]
Vielleicht denkt Dein Mitpatient nocheinmal drüber nach, ob der Stress gelohnt hat.
lg. catwoman
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