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Die Kehrseite der Medaille ...


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Re: Re: Die Kehrseite der Medaille ...

20 Juli 2006 11:02
#
Hallo Rio,
hier möchte ich doch auch mal was dazu sagen, Dein Beitrag hat mich sehr berührt und ich finde auch, daß diesen Menschen unser ganzer Respekt gezollt werden sollte.
Oft vergißt man welche Tragödien dahinter stehen und in welchen Momenten solche Entscheidungen getroffen werden müssen, nämlich dann, wenn man einen geliebten Menschen verliert.
Ich ziehe ebenfalls den Hut vor dieser Mutter und vor allen anderen Angehörigen, die bereit sind Organe Ihrer verstorbenen Lieben zu spenden oder durch Spendeausweise ihre Eigenen.

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Re: Re: Die Kehrseite der Medaille ...

20 Juli 2006 13:10
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hallo mario,
ich bin zwar noch nicht in der situation mir darüber gedanken zu machen, aber wie der zufall so will habe ich eine mutter kennengelernt, deren tochter auch einen hydrocephalus hatte wie meine kleine (+ die nierengeschichte). diese tochter ist leider gestorben und die mutter erinnerte sich daran das die kleine mal einen organspendeausweis in den händen hielt, als sie im kh waren (die liegen bei uns rum) und sagte ihrer mutter das sie das gut fänd. die mutter hat alle organe frei gegeben...sie engagiert sich sehr und ist in einer organisation die familienmitglieder während der tx begleiten.
ich hatte auch einfach das bedürfnis dieser mutter danke zu sagen. gleichzeitig war ich so traurig...das hängt eben alles sehr sehr nah beisammen.
liebe grüsse diana

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Re: Re: Die Kehrseite der Medaille ...

20 Juli 2006 16:15
#
Ich kann dich gut verstehen! Ich habe einmal eine Mutter betreut, die bei ihrem hirntoten Sohn einer Organspende zustimmen sollte... Ich konnte ihr nur von all denen erzählen, die leben können, weil Angehörige sich für eine Spende entschieden hatten. Und danke sagen wie ihr...
Gruß Briber

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Re: Re: Die Kehrseite der Medaille ...

20 Juli 2006 16:17
#
Die DSO veranstaltet jedes Jahr ein Treffen der Hinderbliebenen von Organspendern. Seit 05 bin ich ebenfalls bei all diesen Treffen dabei. ICh möchte Rio zustimmen ( wie alle heir ) denke ich, es ist ein sehr bewegender Moment wenn man Angehörige von Organspendern Reden, ERzählen, hört, über das SChicksal jedes einzelnen verstorbenen Angehörigen Organspender in so einer Runde. Ist wirklcih sehr tränenreich ( was auch ganz wichtig ist )

Kurz der Ablauf in so einer Runde.
Beginn: 9/30uhr
Jeder Teilnehmer stellt sich selber vor ( warum er hier ist) Wie Ihre Angehörige verunglückten ( wer möchte )und zur Organspnede freigaben.
Nach der Vorstellungsrunde wird eine Gedenkminute für die Verstorbenen Angehörige gehalten.
Auf einen Tisch liegen gegenstände z.B. Werkzeug,CD, Spielzeug, Kerze, oder Kochbuch, REiseatlas usw. Nach der Gedenkminute kann sich jeder Teilnehmer einen Gegenstand aussuchen der zu seinen Verstorbenen Angehörigen passt. Er legt diesen Gegenstand in die Mitte des Raumes ( sitzen in einen Kreis ) neben eine Kerze.
Nachdem dies jeder vollzogen hat, erzählt jeder ( wenn er möchte ) warum er diesen GEgenstand gewählt hat. Dies geht einen ganz schön an die Nieren, gibt bei vielen viele Tränen ( was gut ist) Ist auch eine Psychologin mit dabei und DRs. von der DSO.

Mittagspause,
In der Mittagspause kmmt man sich schon näher, uns Transplantierte ( ein Herz und ich Niere transplantiert ) stellt man schon in derPause viele Fragen. z.B. Wie lebt es sich mit einen Fremden Organ, nimmt man es gleich als sein eigen an, denkt man darüber nach wer er/ sie ist, wie er gelebt hat usw.
Nach der Pause können sie fragen stellen was sie noch belasstet, was an diesen schwersten Tag ihres Lebens nicht wargenommen wurde ( erst im nachhinein) oderwar er wirklich Tot. usw. Es kommt eine grosse Diskussion zustande.
Die DSO zeigt ncoh einen Film über ablauf der Organspende Hirntot usw.
Wer von den TEilnehmern fragen hat kann jederzeit fragen stellen án dieDSO-Ärzte oder an uns Tranplantierte.
Kaffeepause:
Nach der Diskusionsreichen Kaffeepause stellen wir Taransplanteirten uns vor undwarum wir ein Organ benötigt haben, wie es uns erging auf der Warteliste und nach unserer TX.
uns transplantierte werden sehr viele Fragen gestellt.
Zum Schluss Zünden wir ( transplantierte ) für jeden Gegenstand der um die dKerze gestellt wurde ein Teelicht an und stellen sie vor jeden ausgewählten Gegenstand . Stille kehrt ein.
Wir Translplantierte ( Herz undNieren TX ) überreichen jeden Teilnehmer der seinen Verstorbenen freigegeben hat zur Organspende eine Karte mit einen schönen Danke auf der Karte, Spruch, und überreichen jeden noch eine Rose.

Im Namen aller Organempfänger bedanken wir uns bei jeden Einzelnen mit einen festen Händedruck.


Zum Schluss kann jeder Teilnehmer ( wernn er will) sagen ob ihn dieser Tag gut getan hat oder nciht. Viele wollen nochmal kommen bei so einer Veranstaltung. Alle sagten,bei jeder Veranstaltung ( 4 waren es bis jetzt ) das sie es schön finden das sie tranplantierte mal sehen, sprechen durften. Sie bereuen keineMinute,der Organspende zu gestimmt zu haben und würden es jederzeit wieder tun.
Viele Fragen, Zweifel ,wurden geklärt.

Ich bewundere diese Menschen in dr schwerste Stunde ihres Lebens noch an andere zu denken.
Ich feue mich schon beim nächsten Treffen solchen Menschen etwas Kraft und Trost spenden zu können.

blume.

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Re: Re: Die Kehrseite der Medaille ...

20 Juli 2006 22:24
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Hallo Rio,
will dir nur sagen, dass du großartig gehandelt hast. Ich kann mir vorstellen, welchen Mut du haben musstest! Vielen Menschen fehlt er nur zu oft. Ich selbst habe bisher nur positive Erfahrungen gemacht , wenn auch bei anderen Gelegenheiten. Ich habe einfach mein Herz sprechen lassen und das gab mir den dann nötigen Mut.So konnte ich dadurch wunderschöne Momente erleben , so wie du diesen Händedruck der Mutter, der dir immer in Erinnerung bleiben wird.
Alles Liebe für dich!
kriemhild

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Re: Re: Die Kehrseite der Medaille ...

21 Juli 2006 00:09
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Und auch deshalb sollte man die Voraussetzungen ändern. Das Eltern bzw. Angehörige nicht noch mit einer solchen Entscheidung belastet werden! Die haben schon Sorgen genug!

Werner

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Re: Re: Die Kehrseite der Medaille ...

21 Juli 2006 00:14
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Hallo Werner,

100% Zustimmung !

Gruß
Peter

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Re: Re: Die Kehrseite der Medaille ...

21 Juli 2006 12:59
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Auch wenn man die Wiederspruchsregelung einführen würde würde man doch nicht so etwas machen! Glaubst du wenn sich wie in diesem Fall die Angehörigen so um den Patienten kümmern warten die Ärtzte bis diese weg sind und explantieren dann schnell die Organe ohne das sich die Angehörigen verabschieden können?
Sicher mag es Ärtzte geben die arg gefühllos sind aber sowas macht nun wirklich keiner!

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Re: Re: Die Kehrseite der Medaille ...

21 Juli 2006 13:41
#
Frag doch einfach mal bei der DSO in deiner REgion nach.

Ich ziehe auch meinen Hut vor Dir, ich weis nciht ob ich diesen Schritt gemacht hätte bevor ich mit der DSO zu arbeiten angefangen habe. Da gehört schon was dazu. Find es aber toll das du es gemacht hast da ich weis wie gut es Hinterbliebene tut einen Tranplantierten zu sehen/reden.
Dir alles Gute
blume

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Re: Re: Die Kehrseite der Medaille ...

21 Juli 2006 13:49
#
Ich bin auch für die Widerspruchslösung.

Trotz Ausweis sollten die Angehörige gefragt werden um die Organe. Aus eigener Erfahrung , durch die Arbeit mit der DSO, weis ich, das die Hinterbleibenen die ich kennenlernen durfte meistens im Sinne des Verstorbenen gehandelt haben. Z.B. Arzt hat die Hinterbleibenen auf den Organspenderausweis des Verstrobenen aufmerksam gemacht. hinterbleibenen wussten ncihts von Organspenhder Ausweis.Angehörige haben zugestimmt weil dies der Wille des Verstorbenen war.

Viel schwitz

blume

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Re: Re: Die Kehrseite der Medaille ...

21 Juli 2006 15:21
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Ich wollte damit ja auch nicht sagen das die ärtzte die einwilligung der Angehörigen abwarten aber sie würden auch nicht ohne das die Angehörigen eine möglichkeit hatten sich zu verabschieden die organe entfernen! So hast dus ja dar gestellt!
Was glaubst Du wäre passiert, wenn sie ihren Sohn wieder besuchen wollte und ein Arzt hätte ihr dann gesagt, wir haben ihren Sohn heute Nacht Organe entnommen.
Sowas geschieht auch dann nicht!!!!
Man wird immer Zeit bekommen auch wenn danach die Organentnahme stattfindet.
So ist es ja auch wenn Angehörige jemanden freigeben. Sie bekommen auch nochmal Zeit bevor die Entnahme stattfindet!
Mit solchen Kommentaren wie deinen das dann einfach so ohne Rücksicht auf alles die Organentnahmen stattfinden schürst du nur die Angst der Leute vor einer Gesetzesänderung.

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Re: Re: Die Kehrseite der Medaille ...

21 Juli 2006 15:26
#
Hallo!
Ich denke man sollte die Regelung von der Schweiz übernehmen dort ist es so das jeder zur Organspende heran gezogen wird aßer man tut es vorher festlegen das man dies nicht möchte. Ich finde diese Regelung gut da erstens niemand in der Trauerzeit gefragt werden muß, zweitens hab ich die Erfahrung gemacht das viele Leute sich garnicht damit auseinander setzen (ich finde es nicht schlimm wenn jemand aus religösen Gründen oder aus welchen auch immer nicht spenden möchte nur die Gleichgültigkeit regt mich auf)und 3. die Wartelisten in der Schweiz sehr viel kürzer als in Deutschland was vieleicht auch die Kosten im Gesundheitswesen reduzieren würde. Viele Grüße Zitronenfalter

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Re: Re: Die Kehrseite der Medaille ...

21 Juli 2006 17:01
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Ich meinte damit auch nur das auch eine Einführung der Wiederspruchsregelung nicht bedeutet das keine Rücksicht mehr auf die Angehörigen genommen wird so wie du das darstellst! In Ländern wo es diese Regelung schon gibt ist das auch nicht so.

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