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Gedankengänge

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Gedankengänge

12 Juni 2007 13:39
#
hallo,
da ich zur Zeit niemanden habe mit dem ich reden kann, möchte ich kurz meine Gedanken hier loswerden. Ich glaube mir geht es richtig schlecht im Moment, denn morgen habe ich meine Shunt-OP.Meine Gedanken kreisen dahin, das nun mein ganzes Leben zu Ende ist. Ich weiß nicht wie ich diese Gedanken wieder loswerde. Es ist so ungefähr wie die Geister die ich rief. Ich werde sie nicht mehr los. Läßt die Angst irgendwann wieder nach und ich kann wieder mal eine Nacht durchschlafen ? Es muß doch möglich sein an etwas anderes zu denken als an diese verdammte Krankheit. Bin ich unnormal oder geht es allen so die kurz vor der Dialyse stehen??????

Viele Grüße
Chole

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Re: Re: Gedankengänge

12 Juni 2007 13:56
#
Liebe Chole!

Sich keine Gedanken über die bevorstehende OP und über das Leben mit der Hämodialyse danach zu machen, wäre fast nicht normal! Ich kann mich auch an die schlaflosen Nächte und Grübeleien im Krankenhaus (Gott sei dank, noch sehr vage) erinnern, als ich Juni 1997 meinen Shunt bekam. Mit dem Beginn der Dialyse ging es mir aber körperlich deutlich besser, ich war deutlich leistungsfähiger und dadurch wurde auch die Psyche ein Stückchen gesünder. Nach 10Jahren sehe ich die Erkrankung auch schon ganz ganz anders, aber das war/ist ein langer Weg, den du auch beschreiten wirst. Scheue dich nicht, professionelle Hilfe (Psychotherapie etc.) in Anspruch zu nehmen, wenn es sein muss!
Ich drücke dir die Daumen ganz feste, dass erstmal die OP ohne Komplikationen läuft und dass der Shunt gut gemacht wird. Wenn die Lebensader stimmt, dann wirst du den Rest auch gut bewältigen können.

Alles Liebe aus dem Frankenland
Antonina

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Re: Re: Gedankengänge

12 Juni 2007 14:47
#
Hallo Chole,

also vor der Shunt OP habe ich mir damals keine größeren Sorgen gemacht, aber da ist sicher jeder anders. Richtig schlecht ging es mir eigentlich nur in der Zeit zwischen der Info von meinem Arzt das es soweit ist und der ersten Dialyse, aber das waren bei mir zum Glück nur 3 Stunden und nach der ersten Dialyse war ich dann auch schon wieder erleichtert.

Gruß
Jürgen

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Re: Re: Gedankengänge

12 Juni 2007 15:47
#
Hallo chole,
ich kann dich verstehen, habe etliche Shunt-Ops hinter mir und gestern die erste Dialyse gehabt. Die schlaflosen Nächte habe ich jetzt auch noch, aber es kann nur besser werden, bis man sich der Situation angepasst hat und damit klar kommt. Du bist nicht alleine und denke daran es gibt schon schlimmere Erkrankungen.
Ich persönlich hoffe jetzt, das bald alles läuft und ich wieder meiner Arbeit nachgehen kann, auch du wirts es schaffen. und denk daran es ist deine Lebensader.
LG
Kiki

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Re: Re: Gedankengänge

12 Juni 2007 16:43
#
hallo,
all denen, die geantwortet haben herzlichen Dank. Ich bin ja noch nicht so lange in diesem Forum, aber wenn ich einiges gelesen habe, schreiben alle das sie wieder arbeiten gehen. Dann hat man sicherlich auch eine Perspektive. Ich bin jetzt 52 und von Beruf Altenpflegerin. Habe somit keine Chance in meinem gern ausgeübten Beruf wieder Fuß zu fassen. Eine Umschulung bzw. Weiterbildung wurde vom Arbeitsamt abgelehnt, sodaß meine Zukunft weiterhin in der Arbeitslosigkeit liegt. Wie soll man sich so ein Leben vorstellen.
Trotzdem alles Liebe.
Chole

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Re: Re: Gedankengänge

12 Juni 2007 19:16
#
Hallo Chole,

Deine Gedanken sind nicht sooo ungewöhnlich - aber Du wirst auch wieder andere haben.

Die ShuntOP ist erstmal ein Schritt auf dem Wege der Krankheitsgeschichte, der gegangen sein will. Ich wundere mich immer wieder, wie schnell und nahzezu nebenbei heutzutage nierenkranke Menschen solche einzelnen Schritte wegstecken. Für mein Gefühl gehört dazu einfach Zeit: Zeit, mich an veränderte Situationen zu gewöhnen, Zeit Veränderungen zu akzeptieren und den Alltag auf Neues einzustellen.

Keineswegs alle DialysepatrientInnen sind berufstätig. Ob Du es nicht wieder sein kannst, würde ich erst mal dahingestelltsein lassen. Wie wärs z.B. erstmal mit einer Krankschreibung? Und ShiuntOP und Diabeginn müssen ja u.U. auch nicht gleich nacheinander kommen... (je nach Gesundheitszustand).

Mit 50 Jahren hast Du ja auch schon einige jahre Arbeit hinter Dir. Selbst wenn Du dann schließlich berentet werden müsstest, kannst Du Dich ja nebenher auch noch anderweitig beschäftigen: das leben kann rotzdem sehr lebenswert sein,auch wenn es Dir jetzt kaum so erscheinen mag. Laß Dir Zeit! Alles Liebe Debi

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Re: Re: Gedankengänge

12 Juni 2007 20:47
#
Hallo Chole,

mir ging es im Prädiastadium psychisch und physisch schlechter als jetzt. Die Ungewissheit wie alles wird und die Angst vor der Shunt-OP waren für mich persönlich belastender als die Dia als solche. Was deine Beruftstättigkeit betrifft, drücke ich dir die Daumen, dass du deinen Weg gehst, in welche Richtung der auch führen mag...

Liebe Grüße, Judith

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Re: Re: Gedankengänge

13 Juni 2007 07:38
#
Guten Morgen,
mache mich gerade auf den Weg ins Krh. Habe aber vorher nochmal kurz ins Forum geschaut. Danke für Eure lieben Nachrichten. Tat mir sehr gut mich mit jemandem zu unerhalten. Hatte bis vor 2 Jahren eine gute Freundin, mit der ich 25 Jahre eng verbunden war. Doch an Ihrem 50ten Geburtstag änderte sie von heute auf morgen ihr Leben und brach mit allen Freunden und Bekannten den Kontakt ab. Ich muß sagen in der jetzigen Krankheitsphase fehlt sie mir schon sehr. Nun gut, ich schaue nach vorn und es wird schon wieder besser.
Allen die dies lesen einen wunderschönen Tag und vergesst das Lachen nicht.

Liebe Grüße Chole

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Re: Re: Gedankengänge

14 Juni 2007 10:21
#
Hallo!
Ich kann Deine Gedanken gut verstehen. Habe mir am Anfang auch über alles Mögliche Gedanken gemacht. Und heute, 3 Jahre später... ist die Dialyse für mich Alltag geworden. Ich lebe damit, mir geht es seither besser, ich kann wieder essen und trinken (OK, eingeschränkt, aber immerhin), ich kann wieder fortgehen... mein Leben hat sich mit der Dialyse um einiges verbessert. Die negativen Gedanken sind irgendwann von alleine verschwunden, nachdem ich nach und nach merkte, daß man mit der Dialyse doch gut leben kann, wenn man es einigermaßen organisiert.
Heute bin ich soweit, daß ich oft sogar froh bin, zur Dialyse gehen zu können! Weil ich weiß, es hilft mir, normal leben zu können!
LG und alles Gute,
Klex

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