Shunt-Balastbarkeit
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Shunt-Balastbarkeit
10 Apr. 2004 00:54Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
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Re: Re: Shunt-Balastbarkeit
10 Apr. 2004 16:42die Shunt-Anlage ist eine Verbindung zwischen Vene und Arterie. Durch den höheren Blutdurchfluss dieses Kurzschlusses und die Punktierung - das Setzen der Dia-Nadeln - weiten sich diese Adern natürlich auf. Das kann an einigen Stellen zu eigroßen Beulen (Aneurismen) führen. Mein Arzt empfahl mir, über 5 kg mit dem Shunt-Arm nicht zu heben. Der andere Arm ist aber gesund und brauchbar. Möbelrücken, Basteln, Elektroarbeiten, Aktenschleppen etc. gehen ja durchaus mit dem Gesunden. Ich habe einmal einen Sack Zement mit meiner Frau getragen. Der Sack wog 20 kg. Wir haben ihn an zwei Seiten getragen; somit jede Ecke 5 kg. Prima, dachte ich mir, das geht. Ging auch - bis meine Frau den Sack dann zum Schluss geworfen hat. Der Shunt wurde dick, ich hatte das Gefühl mein Handgelenk reißt ab. Nach etwa 3 Stunden ließen die bohrenden Schmerzen wieder nach. Will damit sagen: man merkt schnell, ob man den Arm überlastet - und lässt es dann ganz fix von selbst sein.
Für Arbeiten mit scharfen Gegenständen ziehe ich mir zum Schutz des Shunts lange Lederhandschuhe an (gibt es in jedem Baumarkt). Anfänglich habe ich damit auch etwas geschludert; aber meine Frau passt schon gut auf!
Gefährlich ist es, wenn etwas die Beulen im Shunt durchbohrt; sei es beim Sturz vom Fahrrad oder bei Arbeiten. Die Blutung ist dann immens. Auf Schutz sollte also geachtet werden.
Als Betroffener weiß ich aber auch, wie furchtbar es ist, wenn einem plötzlich gesagt wird, daß man ja nun gar nichts mehr kann/darf. Das ist grausam.
Rede mit Deinem Mann mal darüber, ob er Schmerzen in dem Arm hat... Wenn nicht - was zu vermuten ist - reicht es sicherlich aus, den Shunt vor Verletzung bei der Arbeit zu schützen.
LG Carli
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Re: Re: Shunt-Balastbarkeit
10 Apr. 2004 21:58Ich wünsche ein frohes Osterfest. Abaka
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Re: Re: Shunt-Balastbarkeit
11 Apr. 2004 01:27ich schließe mich carli an. Man kann gewisse Sicherheitsvorkehrungen vornnehmen, aber eine einhunderprozentige Sicherheit hat man, wie im übrigen Leben, nie. Es kann überall und immer irgendetwas passieren. Aber lieber gehe ich dieses gewisse Restrisiko ein, als nur noch untätig und sicher eingepackt wie ein Baby in der Ecke zu liegen und das Gefühl zuhaben, überhaupt nicht mehr gebraucht zu werden. Lass deinem Mann doch die paar Aufgaben. Er braucht es wahrscheinlich für sich selbst, für sein Selbstbewusstsein. Wenn etwas mit dem Shunt sein sollte, sofort ins KH fahren, ohne zu zögern und punktuell abdrücken, nicht mit einem großen Handtuch, sondern mit Tupfern oder notfalls mit den Fingern.
Frohe Ostern an alle
chrisi
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Re: Re: Shunt-Balastbarkeit
11 Apr. 2004 17:10sorry wenn ich so direkt bin, aber ich hab ja richtig das Gefühl, du willst deinen Mann entmündigen... Ich finde, du gehst entschieden zu weit.
Bei dem Gedanken, wie ein Blinder Holz hackt, fühle ich mich zwar nicht unbedingt wohl, aber alles andere sollte kein Problem sein. Lass ihn doch machen! Und so schnell geht der Shunt nicht kaputt, im Gegenteil soll der Shunt-Arm sogar belastet werden. Wenn er nur schonend vor die Brust gedrückt wird, kann sich der Shunt gar nicht richtig ausbilden.
Vergiss nicht, dass dein Mann trotz der Krankheit noch ein mündiger Mensch ist und durchaus Dinge selbst entscheiden und beurteilen kann.
Gruß, Anette.
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Re: Re: Shunt-Belastbarkeit
11 Apr. 2004 22:17Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
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Re: Re: Shunt-Belastbarkeit
11 Apr. 2004 23:40also beim thema holzhacken habe ich mir auch so meine Gedanken gemacht oder beim Thema Leiter steigen. Aber es gibt doch bestimmt auch kleine einfache Aufgaben, die er übernehmen kann, die seinem Lebensmut vielleicht wieder ein wenig Auftrieb geben. Ansonsten habe ich das Gefühl, dass du mehr Probleme mit seiner Krankheit hast, als er selbst. Vielleicht ist das als Angehöriger auch normal. Aber pack ihn nicht in Wolle, es gibt bestimmt einiges zu tun, was er machen kann und nicht gefährlich ist. Lass auf jeden Fall seine Krankheit nicht zum Beruf werden, erwähne sie einfach nicht immer, ohne sie dabei zu vergessen natürlich. Das erfordert ein wenig Diplomatie. Man möchte halt als chronisch Kranker nicht immer und ewig dran erinnert werden, wie hilflos und schwach man doch ist, zumal er ja einige Behinderungen hat. wie du schreibst. Er war bestimmt früher ein aktiver und selbstbewusster Mensch. Lass ihm ein Stück davon, vielleicht sieht er das Leben wieder anders. Frag ihn um Rat, so oft es nur geht, bitte ihn um Hilfe bei kleinen ungefährlichen Arbeiten und sag ihm immer wieder, wie sehr er gebraucht und geliebt wird. Es ist so wichtig für einen Menschen, gebraucht und geliebt zu werden. Sags ihm immer wieder auf die eine oder andere Art und er wird spüren, dass du es ernst meinst.
Ein glückliches Händchen dabei wünscht dir
chrisi
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Re: Re: Shunt-Belastbarkeit
12 Apr. 2004 00:40Nicht ich bringe den medizinischen Aspekt unseres Zusammenlebens auf den Frühstückstisch sondern Long, und in allen beunruhigenden Details. Das reicht jeweils für eine ganztägige Besorgnis. Und dann soll ich ihn walten lassen.? Das wäre grob fahrlässig. Dazu kommt die Suizid-Bedrohung, einmal wöchentlich. Wie? Möglicherweise durch unangebrachte Aktivitäten. Ich weiß es nicht. Bin ratlos. Er ist unberechenbar geworden. Ich versuche, ihm zu helfen, sich in der Alltagssituation als Blinder zurechtzufinden. Es überrascht mich immer wieder, wie ein anerkannter Wissenschaftler, sich so dämlich im Alltag benimmt. Null praktische Inteeligenz. Natürlich bitte ich ihn um Hilfe bei Dingen, die er leisten könnte. Das ist ihm zu langweilig. Er will an seine Grenzen und die sind ...Ich weiß es nicht. Irgendwann wird es mir möglicherweise egal sein. Nur dann bin ich ganz alleine. Ich kämpfe für ihn und für mich. Abaka
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Re: Re: Shunt-Belastbarkeit
13 Apr. 2004 08:13Die ständigen Selbstmorddrohungen deines Mannes sind unfair Dir gegenüber, mach ihm das klar. Sag ihm auch, daß Du damit nicht leben kannst, daß er dein Leben und Deine Liebe zu ihm kaputt macht, weil er dich damit so sehr belastet. Ich denke ihr solltet einmal ein sehr langes intensives Gespräch führen. Oder schreib mal auf, was dich belastet, mir hilft es manchmal schon einfach zu schreiben die Briefe werfe ich dann einfach weg, aber sie helfen unheimlich.
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Re: Re: Shunt-Belastbarkeit
13 Apr. 2004 13:20irgendwie lässt mich das Thema nicht los. Dein long schein ein sehr spezieller Mensch zu sein. Aber bist du nicht gerade deshalb mit ihm zusammen? Bist du nicht selbst auch sehr speziell? Er will an seine Grenzen? Wollen wir das nicht alle? Du liebst ihn und willst ihn nicht verlieren. Das ist es. Wir lieben meisten unserer selbst willen, wollen selbst geliebt werden, wollen nicht verlassen werden. Aber verwechseln wir da nicht irgend etwas? Ist es nicht so, dass wir in Wirklichkeit mehr an uns selbst denken?
Sollten wir, wenn wir lieben, nicht zuerst an den anderen denken? Daran, dass er glücklich ist, egal mit welcher Konsequenz? Ist dein long glücklich?
Ich gebs zu, es ist sehr schwierig, mitanzusehen, dass der Partner überhaupt keinen Funken Lebenswillen mehr hat. Die Selbstmorddrohungen finde ich auch unfair. Sag ihm doch, wie schrecklich weh dir das tut.
Liebt er klassische Musik? Geh doch mal mit ihm in ein klassisches Konzert, unternehmt mal was. Aber vielleicht tut ihr das ja. Es ist eine schwierige Situation. Aber hat irgendjemand behauptet, das Leben wäre einfach? Bestünde das Leben nur aus Glück und Fröhlichkeit, würden wir es dann noch zu schätzen wissen? Würden wir den Sommer genießen, wenn es keinen Winter gäbe? Irgendwie hat alles seinen Sinn im Leben. Welchen stellt sich meistens erst viel später heraus. Meistens reifen wir an den Wintern und weniger im Sommer. Sich weiterentwickeln, reifen ist keine Frage des Alters und wachsen tut manchmal furchtbar weh.
Vielleicht setzt ihr euch einmal in der Woche zusammen und jeder lässt einfach einmal seine Gedanken, seinen Frust, alles raus und der andere hört, aktiv zu. Ich schreibs auf, wie Susanne schon schrieb, aber long kanns ja leider nicht lesen, also redet drüber, immer wieder.
Ich wünsche euch trotzdem noch viele Sommern in eurem Leben
chrisi
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Re: Re: Shunt-Belastbarkeit
15 Apr. 2004 23:53Ihr versucht mich zu trösten und gebt wirklich brauchbare Ratschläge, was mir weiterhilft. Hätte euch auch gerne früher geantwortet, aber wir hatten Ostersamstag wieder eine dieser Krisensituationen. Eine neue Wohnzimmer-Sitzecke wurde geliefert. Eine alltägliche Situation, aus der heraus mein Long ein „Chaoseventâ€? veranstaltete. Zwei ziemlich unbedarfte Möbelträger rissen Bilder von den Wänden des Treppenhauses und es war ziemlich laut. „Lautâ€? kann er ja wahrnehmen und darauf reagieren. Die Möbelleute weigerten sich weiterzumachen, solange dieser „Menschâ€? da oben wetterte. Ich wollte mich aber dem Vorwurf der Entmündigung Longs nicht weiter aussetzen und ließ es zu einer unerträglichen Eskalation kommen. Er drohte mit Anwalt, sie machten „dichtâ€? und wollten gehen. Wir wären nicht mehr aus dem Haus gekommen.
Long war völlig fertig und ich bat ihn, sich irgendwohin zurückzuziehen. Ich verhandelte mit den Leuten, dass es weitergehen sollte. Sie waren einsichtig. Long packte ungebeten mit an. Jetzt ist alles viel schlimmer als vorher. Er hat durch diese Aufregung eine massive Blutung, ausgerechnet in dem Auge, mit dem er noch vage Umrisse sehen kann. Sein linker Fuß ist schwarz. Soweit zum Thema „Bevormundungâ€?. Zum Thema „Suizidâ€? habe ich gerade einen ehemaligen Studienkollegen wiedergesehen.
Er ist jetzt Psychologie-Prof. und der Meinung, jetzt ganz primitiv ausgesprochen, dass man „reisende Leuteâ€? nicht aufhalten soll. Wenn Long nicht mehr will, soll ich ihn gehen lassen. Ich sehe das nicht so, denke aber, dass alle seine Interessen nicht mehr durchführbar sind und dass er deshalb sich lieber einmal mir anschließen sollte, z. B. neben mir sitzen, wenn ich mit euch spreche.
Das wird wieder negative Kritik an meiner Person geben. Ich gebe den Kampf nicht auf.
Die Egoistin Abaka grüßt euch.
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Re: Re: Shunt-Belastbarkeit
16 Apr. 2004 00:27und sage gute Nacht
chrisi
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Re: Re: Shunt-Belastbarkeit
16 Apr. 2004 08:44Viele Grüße
Susanne
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Re: Re: Shunt-Belastbarkeit
16 Apr. 2004 09:12für mich oder besser für Aussenstehende ist es ziemlich schwer eine Meinung zu bilden, wir können zwar alle Postings verfolgen, aber das gesamte Umfeld kennt eigentlich keiner. Wir hatte im Bekanntenkreis schon eine ähnliche Situation. Der einzige Rat den ich Dir geben kann ist, Dich nicht mit Suiziddrohungen von Long unter Druck setzen bzw. erpressen lassen. Sag ihm doch mal ganz deutlich und hart (auch wenns weh tut und schwerfällt), daß Du Dich nicht mit solchen Aussagen auseinandersetzten willst. Dreh einmal den Spiess um und mach Ihm klar, daß Du keine Lust hast Ihn weiter zu untestützen, solange er solche Drohungen von sich gibt. Vielleicht denkt er dann mal darüber nach, was er damit eigenlich anrichtet.
Liebe Grüsse
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Re: Re: Shunt-Balastbarkeit
17 Apr. 2004 19:42nur zur Ergänzung von Chrisis Votum: an der zuführenden Arterie, die sich jedermann/jedefrau zeigen lassen kann, sofern mensch sie nicht selbst findet (diese Stelle ist allerdings zur Sicherheit kennenswert). LG Debi
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Re: Re: Shunt-Balastbarkeit
18 Apr. 2004 23:38Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
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Re: Re: Shunt-Balastbarkeit
20 Apr. 2004 21:18sorry, daß ich nicht dazu geschrieben habe, daß ich mich auf Chrisis Verb punktuell abdrücken beziehe: wenn je ein Shunt kracht, ist es wichtig, die Blutung zu stoppen - und zwar an der zuführenden Arterie, die die Gefäßverbindung mit Blut versorgt. Dann genügt in der Regel ein kräftiger Finger, um die Lage wieder in den Griff zu bekommen. Aber das ist wirklich nur Notfallmaßmahme. Einer normalen Belasrung sollte ein Shunt schon standhalten.
Da fällt mir gerade ein, daß ich auch jemanden mit einem Oberschenkelshunt kenne: der Mensch geht auch auf seinen 2 Beinen... LG Debi
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