Tragelast und Wochenendreise im Zug

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Tragelast und Wochenendreise im Zug

16 Okt. 2026 10:58
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Hallo an euch alle!
Meine erste Wochenendreise seit CAPD- Beginn- Besuch bei bestem Freund -mit 5-stündiger Zugfahrt verbunden.  Die Beutel hab ich vorher hingeschickt.  Aber: ich darf nur 5 kg tragen. Nur das restliche Dialysematerial und etwas Unterwäsche und kaum was anderes ergeben 10 kg. Außerdem wohne ich im 3. Stock ohne Aufzug, wo ich such im Alltag mal was hoch tragen muss.
Alles sehr schwierig mit dieser geringen Tragelast von 5 kg! Was wird euch denn gesagt, wieviel kg ihr tragen dürft?
Geht es nicht vielleicht mitcr enrm Rucksack- Gewicht auf Hüften und Schultern verteilt?
Nächstes Mal werde ich alles vorausschicken - was für ein irrsinniger Aufwand für EIN Wochenende wegfahren!!! Und was für ein Kraftaufwand und Zeitaufwand ( allein das zusammensuchen aller Medikamente und Dialysematerialien in der jeweils benötigten Menge, und die Angst, irgendetwas zu vergessen! Ich bin etwas verzweifelt.
Vielleicht hat wieder jemand Tipps und Erfahrungen?
Liebe Grüße!!

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  • Papaya
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Re: Tragelast und Wochenendreise im Zug

16 Okt. 2026 12:01
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Hallo Teisumi,
hast du keinen Wochenplaner für deine Medikamente? Ich habe einen mit 7 Schächtelchen, den ich 1x die Woche fülle. Wenn ich weg will, muss ich nur zugreifen und habe alles dabei. Nehme auch immer eine Reserve für einen Tag mit, man weiss ja nie. Auch ins KH nehme ich immer meine eigenen Medis mit.
Mach dir eine Liste für das Dialysematerial, die du in Ruhe abarbeiten kannst, das reduziert die Angst und Verzweiflung ganz massiv. Besorg dir kleine Sprühflaschen für die Desinfektionen, das spart Gewicht.
Ich hatte mir damals einen extra Dialysekoffer gepackt mit allem, was ich unterwegs gebraucht habe. Der blieb gepackt, habe ich vor einer Reise entsprechend aufgefüllt. Zusätzlich einen Fleischerhaken zum Aufhängen der Beutel, da findet sich immer eine Möglichkeit. Und eine kleine Plastikmatte als gut desinfizierbare Arbeitsfläche.
Besorg dir einen kleinen Rollkoffer, in den alles reinpasst, dann musst du nicht soviel tragen. Meine Erfahrungen bei Zugfahrten: es haben sich immer Leute gefunden, die mir beim Ein und Aussteigen geholfen haben. Ein freundliches Lächeln, höfliche Bitte um Hilfe hat immer funktioniert. Oft musste ich gar nicht erst fragen, schwupps standen meine Koffer neben mir.
Wenn du das Verreisen mit Dialyse 1-2x durchexerzierst hast, wirst du wesentlich gelassener werden. Das spielt sich alles ein.

LG Sabine
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  • fabienne
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Re: Tragelast und Wochenendreise im Zug

18 Okt. 2026 17:07
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Hallo Teisumi,
Besuch bei bestem Freund

wenn Du ein Fahrziel regelmäßiger ansteuerst, kann Du manches vielleicht auch dort lagern für's nächste Mal (Haltbarkeitsdaten der Materialien im Auge behalten!).

Seit Dialyse-Beginn und eigentlich schon ganz schön viele Jahre vorher reise ich nur noch wochenweise, weil ich schon damals nach einem Wochenend-Trip nicht mehr genug Energie für eine neue Arbeitswoche gehabt hätte. Heute brauche ich am Zielort zwei Tage, ehe die Anstrengung der Zugreise nicht mehr nachwirkt.

Meine jüngst erwähnte Zweitausstattung an Geräten lagert in meinem Elternhaus, wo ich mich wiederkehrend Ostern, Pfingsten und Weihnachten aufhalte. Dort sind auch komplette Bekleidung, je einmal Schlafbekleidung für Sommer und Winter und Bad-Utensilien für eine solche Zeitspanne (eine Woche +/-). Am Ende des Besuchs notiere ich, wie viele Pflaster, Desinfektionskappen usw. doch dort sind.

Im Zug nehme ich dann krankheitsbezogen nur Tabletten, Protokolle, medizinische Unterlagen und etwaigen Nachschub an Kleinzeugs (Kompressen, Pflaster, OP-Masken) mit. Mit allem, was ich sonst noch für unentbehrlich halte (ich neige zu viel Gepäck), komme ich auch nie auf weniger als 10 kg, die mir aber erlaubt sind.

Im Single-Alltag ohne Auto aber mit Fatigue erscheinen allerdings auch mir 5 kg völlig lebensfern. Zwar trinke ich nur Leitungswasser, verbrauche aber 0,5 Liter Milch täglich. Mehr als höchstens einmal pro Woche kann ich die wenige Kraft nicht für Lebensmitteleinkäufe einsetzen. Ich nutze einen großen Rucksack* mit u.a. Hüft- und Brustgurt. Auf dem gesamten Rückweg vom Einkauf konzentriere ich mich sehr auf meine Haltung und das Tragen, keine unbedachten Drehungen, kein Bücken, sonstige 'Dummheiten'. Natürlich kann man einen "Hackenporsche" statt des Rucksacks erwägen. Aber dann stände ich schließlich damit am Fuße der ebenfalls drei Stockwerke zu meiner Wohnung und hätte vielleicht schon unterwegs an mancher Bordsteinkante meinen Oberkörper ungünstig verdreht, weil sich das Vehikel verhakt. Das kann ähnlich Bauchdecken-unfreundlich ausgehen wie mit einem Rollkoffer bei einem Zugwechsel unter großem Zeitdruck. Nicht zuletzt kann auch der Rücken sehr schmerzhaft sein Missfallen über etwaige Hau-Ruck-Aktionen äußern. Vorerst bleibe ich im Team Rucksack ;-).

Freundliche Grüße,
faibienne

* Es gibt inzwischen auch Modelle, die an die abweichende Becken-Anatomie von Männlein und Weiblein angepasst sind, also frau wirksamer entlasten können (Gewichtsverteilung) als der Standard aller Rücksäcke, der ganz sicher für Männer-Becken konstruiert wurde. Das wusste ich bei meiner Rucksack-Anschaffung aber leider nicht.

PS: Ich staune, wie Du Dich nach Italien trauen konntest, während Dich die Wochenendereise nun so unerwartet herausgefordert hat.
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Re: Tragelast und Wochenendreise im Zug

20 Okt. 2026 12:36
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Hallo liebe Rucksackfreundin Fabienne 😉
Viele Grüße von der Rückfahrt- mit Rucksack im Zug! Danke fürs Teilen deiner Erfahrungen und deine Tipps. Mir ist jetzt klargeworden, dass mein eigetliches Problem viel mit Identität zu tun  hat. Bin ja erst seit kurzem an der Dialyse, so vieles ändert sich, so vieles geht nicht mehr oder ist kompliziert geworden. Zugfahren mit Rucksack, gerne flexibel ohne Zubbindung, und immer ohne Reservierung hat mir immer ein Gefühl gegeben von mich stark, jung " geblieben", unabhängig fühlen. Und das aufzugeben fällt mir soo schwer, obwohl ich ja eigentlich viel größere Änderungen verkraften muss. Trotzdem hat diese Vorstellung mit Taxi und uncoolem ;-) Rollkoffer und Reservierung zu fahren und ständig andere um Hilfe bitten zu müssen usw mich verzweifeln lassen und zum Weinen gebracht.
Aber meine praktische Lösung erstmal wird sein- TIPP FÜR ALLE!- : vieles mit Hermes vorneweg schicken. Ist überhaupt nicht teuer und kommt in 2-3 Werktagen an!! Geht von Hermesshop zu Hermesshop oder Haustür zu Haustür!
Ich wünsch dir- und allen anderen hier-  dass Ihr gute Wege für euch findet, Sachen so zu organisieren, dass ihr nicht zu viel ganz wegfallen lassen müsst!
( Südtirol war einfacher- da war ich mit Partner- der woanders wohnt-  und Auto unterwegs)
Liebe Grüße!
Teisumi

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Re: Tragelast und Wochenendreise im Zug

20 Okt. 2026 12:47
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Hallo liebe Sabine,

danke für deine Tipps! Ich kann mir gut vorstellen, dass man mit der Zeit gelassener wird -  zumindest hoffe ich das sehr ! So einen Wochenplaner habe ich nicht. Ich hab mir, als du das geschrieben hast, welche im Interet angeschaut. Vielleicht kauf ich einen! Ich muss allerdings einen finden, wo meine ca. 30 täglichen Tabletten, inkl vieler dicker Phosphatbinder Platz finden...falls du einen konkreten Tipp mit viiiel Platz hast? Danke für den Tipp! Rollkoffer hab ich mitr auch schon angeschaut, aber erstmal bleib ich noch im "Rucksackclub" - mein Körpergefühl sagt mir zumindest, dass es ganz gut geht- und schicke Pakete mit Hermes vorweg.

Liebe Grüße,  Teisumi
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Re: Tragelast und Wochenendreise im Zug

20 Okt. 2026 13:51
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Hallo Teisumi,
seit vielen Jahren nutze ich diesen Wochenplaner www.amazon.de/Pillendose-Pillenbox-Table...92494622&sr=8-9&th=1
Hab mir die Kästchen gerade noch einmal kritisch angeschaut, da sollten alle deine Medis reinpassen incl. den dicken Phosphatbindern. Ich finde es praktisch, wenn ich die ganzen Packungen und Blister nur einmal in der Woche in die Hand nehmen muss und nicht täglich. Gehört ja nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen und unterm Strich ist man auch schneller fertig.
Während meiner PD Zeit habe ich oft mehr als 5kg gehoben und getragen. Aber immer sehr bewusst, damit ich die Bauchmuskeln nicht so sehr belaste. In den ersten Monaten aber nicht, denn da hatte sich der Bauch noch nicht an die starke Dehnung gewöhnt.
Ich kann dich gut verstehen, es ist schwer zu akzeptieren, nicht mehr so unabhängig zu sein. Auch wenn die PD die grösstmögliche Unabhängigkeit und Flexibilität bietet. Mich hat damals der Gedanke aufgebaut, dass ich selber aktiv sein konnte, selbst verantwortlich war für meine Gesundheit. Das empfand ich als gewisse Unabhängigkeit.

Ganz liebe Grüsse, du schaffst das schon.
Sabine
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Re: Tragelast und Wochenendreise im Zug

20 Okt. 2026 15:03
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Ganz lieben Dank für den konkreten Tipp und deine unterstützenden Worte- tut gut, sie zu lesen!!

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