Kurze Zusammenfassung bitte
- Lara_0520
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Kurze Zusammenfassung bitte
12 Apr. 2024 09:10
Hallo, ich bin seit 2 Monaten an der HDialyse. Bislang hab ich keine Einschränkungen bezüglich der Wahl der Lebensmittel. Ich darf noch 1,5 L trinken. Ich nehme Phosphat Binder zu jeder Mahlzeit.
Ich würde gerne jetzt schon anfangen, drauf zu achten was ich esse. Bei Kalium, Natrium etc. blicke ich noch gar nicht durch. Auch welche Lebensmittel besonders viel Flüssigkeit enthalten und wie ich das ggf. einberechne weiß ich noch nicht. Kann jemand vielleicht die Basics kurz erläutern, damit ich einen groben Überblick erhalte?
Lieben Dank schon mal
Ich würde gerne jetzt schon anfangen, drauf zu achten was ich esse. Bei Kalium, Natrium etc. blicke ich noch gar nicht durch. Auch welche Lebensmittel besonders viel Flüssigkeit enthalten und wie ich das ggf. einberechne weiß ich noch nicht. Kann jemand vielleicht die Basics kurz erläutern, damit ich einen groben Überblick erhalte?
Lieben Dank schon mal
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- Christian
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Re: Kurze Zusammenfassung bitte
12 Apr. 2024 18:04 - 12 Apr. 2024 18:30
Ja zuwenig ist sogar sehr schädlich.
Natrium, Kalium und Phosphat gehören zu den Elektrolyten, man verbraucht sie mit körperlicher Anstrengung und es gibt Sportgetränke wie z.B. Gatorade wo unmengen davon enthalten sind um die Elektrolyte wieder hochzukriegen, z.B. wenn man schwitzt, was im Sommer auch von selber passieren kann.
Bei 1,5 Liter Ausscheidung ist es total individuell wie dein Tagesbedarf an Elektrolyten aussieht und das muss dir dein Arzt sagen und akribisch die Werte in Blut und Urin im Auge behalten.
Kalium sorgt für die elektrische Leitfähigkeit von Muskeln und Nerven, verbessert die Reflexe und das Gehirn arbeitet konzentriert - zuviel Kalium macht Herzrythmusstörungen und nervös, zuwenig Kalium lässt dich schlapp werden.
Natrium reguliert den Wasserhaushalt im Körper und hilft beim Speichern von Wasser. Zuviel Natrium und du bist total durstig, zuwenig Natrium und dein Blutdruck ist im Keller.
Phosphat ist wichtig für die Abnutzung der Knochen und ist Teil vom Calcium-Phosphat-Stoffwechsel um die Knochendichte zu erhalten. Sowohl zuwenig alsauch zuviel Phosphat sorgt für einen Abbau der Knochendichte. Zuviel Phosphat lagert sich außerdem an den Gefäßwänden und in der Haut ab, das Juckt dann jedes mal, besonders dort wo man Wassereinlagerungen hat.
EDIT:
Und wo wir schon dabei sind, reden wir über Calcium und Magnesium.
Calcium ist wichtig für die Knochendichte, ein hoher Phosphatspiegel löst Calcium aus den Knochen und kann eine Mangelernährung kaschieren.
Calcium ist aber auch wichtig für Herz und Muskulatur, hast du zuwenig wird Calcium aus den Knochen abgebaut.
Den Abbau aus den Knochen reguliert das Parathormon, darum nehmen viele Patienten ein Medikament 1x täglich um den PTH-Wert zu senken. Parathormon wird über den Harn ausgeschieden und bei mangelnder Nierenleistung haben wir einfach viel zuviel davon. Ist als Dialysepatient echt schwer gute und starke Knochen zu haben und das sollte man schon früh im Auge behalten.
Um Calcium in die Knochen einzulagern benötigt der Körper Calcitriol. Das ist veredeltes Vitamin-D das von der Niere produziert wird(die Niere verstoffwechselt also auch Vitamin-D für die Knochendichte). Wenn das die Niere nichtmehr ausreichend schafft muss sowohl normales Vitamin-D(Colecalciferol) alsauch veredeltes Vitamin-D(Calcitriol) als Nahrungsergänzung eingenommen werden.
Magnesium ist wichtig für die Muskeln, zuwenig und du hast dauernt Muskelkater und Krämpfe, zuviel und du bekommst Durchfall.
lg
Chris
Natrium, Kalium und Phosphat gehören zu den Elektrolyten, man verbraucht sie mit körperlicher Anstrengung und es gibt Sportgetränke wie z.B. Gatorade wo unmengen davon enthalten sind um die Elektrolyte wieder hochzukriegen, z.B. wenn man schwitzt, was im Sommer auch von selber passieren kann.
Bei 1,5 Liter Ausscheidung ist es total individuell wie dein Tagesbedarf an Elektrolyten aussieht und das muss dir dein Arzt sagen und akribisch die Werte in Blut und Urin im Auge behalten.
Kalium sorgt für die elektrische Leitfähigkeit von Muskeln und Nerven, verbessert die Reflexe und das Gehirn arbeitet konzentriert - zuviel Kalium macht Herzrythmusstörungen und nervös, zuwenig Kalium lässt dich schlapp werden.
Natrium reguliert den Wasserhaushalt im Körper und hilft beim Speichern von Wasser. Zuviel Natrium und du bist total durstig, zuwenig Natrium und dein Blutdruck ist im Keller.
Phosphat ist wichtig für die Abnutzung der Knochen und ist Teil vom Calcium-Phosphat-Stoffwechsel um die Knochendichte zu erhalten. Sowohl zuwenig alsauch zuviel Phosphat sorgt für einen Abbau der Knochendichte. Zuviel Phosphat lagert sich außerdem an den Gefäßwänden und in der Haut ab, das Juckt dann jedes mal, besonders dort wo man Wassereinlagerungen hat.
EDIT:
Und wo wir schon dabei sind, reden wir über Calcium und Magnesium.
Calcium ist wichtig für die Knochendichte, ein hoher Phosphatspiegel löst Calcium aus den Knochen und kann eine Mangelernährung kaschieren.
Calcium ist aber auch wichtig für Herz und Muskulatur, hast du zuwenig wird Calcium aus den Knochen abgebaut.
Den Abbau aus den Knochen reguliert das Parathormon, darum nehmen viele Patienten ein Medikament 1x täglich um den PTH-Wert zu senken. Parathormon wird über den Harn ausgeschieden und bei mangelnder Nierenleistung haben wir einfach viel zuviel davon. Ist als Dialysepatient echt schwer gute und starke Knochen zu haben und das sollte man schon früh im Auge behalten.
Um Calcium in die Knochen einzulagern benötigt der Körper Calcitriol. Das ist veredeltes Vitamin-D das von der Niere produziert wird(die Niere verstoffwechselt also auch Vitamin-D für die Knochendichte). Wenn das die Niere nichtmehr ausreichend schafft muss sowohl normales Vitamin-D(Colecalciferol) alsauch veredeltes Vitamin-D(Calcitriol) als Nahrungsergänzung eingenommen werden.
Magnesium ist wichtig für die Muskeln, zuwenig und du hast dauernt Muskelkater und Krämpfe, zuviel und du bekommst Durchfall.
lg
Chris
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- kohana
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Re: Kurze Zusammenfassung bitte
12 Apr. 2024 22:39 - 12 Apr. 2024 22:42
Liebe Lara
Wie schon von anderen erwähnt, muss man aufpassen bei Ernährungsumstellungen. Rücksprache mit dem Nephrologen und Ernährungsberatung sind wichtig. Die Einschränkungen bei Dialysepatienten sind individuell. Man kann einiges falsch machen. Ernährung in der Vor-Dialyse-Phase ist nicht dasselbe wie während der Dialyse und auch während der Dialyse können die Empfehlungen/Vorschriften von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein (hängt dann zB davon ab, wieviel Urin man noch lösen kann).
Wenn man noch keine oder wenig Einschränkung betreffend Kalium und Phosphat und Trinkmenge erhalten hat, kann man spätestens jetzt die Nieren wo möglich entlasten bzw. nicht unnötig belasten:
- ein optimal eingestellter Blutdruck
- Alkoholkonsum wenn nötig vermindern, ebenso Rauchen.
- Medikamente, die die Niere belasten oder sogar schädigen wenn möglich reduzieren oder vermeiden. Welche das sind, weiss der Nephrologe. Und der Nephrologe ist dann darauf angewiesen, dass du keine Medikamente (oder Nahrungsergänzungsmittel usw.) einnimmst, von denen er nichts weiss.
- Salzkonsum reduzieren. Das bedeutet nicht, salzlos zu essen. Viele Menschen konsumieren zu viel Salz und eine stufenweise Reduktion ---auf ein gesünderes Niveau--- ist nicht so schwierig.
- Kalium einsparen - nicht ohne Ernährungsberatung. Der Körper braucht eine bestimmte Menge Kalium, sonst kann es gefährlich werden.
- Phosphat einsparen - nicht ohne Ernährungsberatung. Viele phosphathaltige Lebensmittel haben auch viel Eiweiss und beim Einsparen besteht die Gefahr, dass der Körper dann zuwenig Eiweiss bekommt.
- an der Trinkmenge herumschrauben - nicht ohne Rücksprache mit Nephrologe.
- andere Ernährungsumstellungen - nicht ohne Rücksprache mit dem Nephrologen bzw. nicht ohne Ernährungsberatung.
Es gibt diverse Kochbücher, die es einem leichter machen, sich an Einschränkungen zu gewöhnen. Meist sind auch Tipps und Tricks enthalten. Häufig empfohlen wird das Buch „Alles ist erlaubt“.
Hilfreich sind Lebensmitteltabellen, in denen man nachschauen kann, welche Lebensmittel besonders viel Phosphat oder Kalium enthalten, und bei welchen man weniger aufpassen muss.
Lebensmitteltabellen zB
- die Liste von Braun und die von Davita finde ich praktisch
- welche Inhaltstoffe zu hoch sind, kann man zB auf dieser Liste von Salmon nachschauen.
- die Liste von STADA ist eine Kombination, streicht aber auch Wichtigkeit der individuellen Menge pro Patient hervor
Auch eine Liste der künstlichen Phosphate ist hilfreich, weil der Körper diese zu 100% aufnimmt, im Gegensatz zu tierischen und pflanzlichen Phosphaten.
Tierisches Phosphat nimmt man zu ca. 80% auf, pflanzliches zu ca. 40% und künstliches zu ca. 100%
zB E-Nummern: E322, E338-341, E343, E450a-c, E540, E543-544
Am einfachsten druckt man sich die Liste aus und steckt sie in den Geldbeutel, damit man sie beim Einkaufen konsultieren kann.
Eine längere Diskussion dazu ist diese hier
Du hast noch diesen Punkt genannt: „welche Lebensmittel besonders viel Flüssigkeit enthalten und wie ich das ggf. einberechne weiß ich noch nicht“
Das muss man normalerweise nicht beachten bzw. der Nephrologe bezieht das ein, wenn er einem sagt, wieviel man ca. noch trinken darf / soll.
Das hört sich alles ziemlich kompliziert an, aber man gewöhnt sich daran. Wirklich!! Es gibt Dialysepatienten, die alles essen, vom einen oder anderen einfach etwas weniger. Und sie kommen damit durch.
Man gewöhnt sich auch daran, die Verwandten und Freunde zu sensibilisieren bzw. dazu zu bringen, nicht beleidigt zu sein, wenn du etwas nicht (mehr) isst, was sie mit viel Aufwand gekocht haben oder wenn du Getränke freundlich ablehnst.
War das eine kurze Zusammenfassung? Naja…
Liebe Grüsse
Kohana
Wie schon von anderen erwähnt, muss man aufpassen bei Ernährungsumstellungen. Rücksprache mit dem Nephrologen und Ernährungsberatung sind wichtig. Die Einschränkungen bei Dialysepatienten sind individuell. Man kann einiges falsch machen. Ernährung in der Vor-Dialyse-Phase ist nicht dasselbe wie während der Dialyse und auch während der Dialyse können die Empfehlungen/Vorschriften von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein (hängt dann zB davon ab, wieviel Urin man noch lösen kann).
Wenn man noch keine oder wenig Einschränkung betreffend Kalium und Phosphat und Trinkmenge erhalten hat, kann man spätestens jetzt die Nieren wo möglich entlasten bzw. nicht unnötig belasten:
- ein optimal eingestellter Blutdruck
- Alkoholkonsum wenn nötig vermindern, ebenso Rauchen.
- Medikamente, die die Niere belasten oder sogar schädigen wenn möglich reduzieren oder vermeiden. Welche das sind, weiss der Nephrologe. Und der Nephrologe ist dann darauf angewiesen, dass du keine Medikamente (oder Nahrungsergänzungsmittel usw.) einnimmst, von denen er nichts weiss.
- Salzkonsum reduzieren. Das bedeutet nicht, salzlos zu essen. Viele Menschen konsumieren zu viel Salz und eine stufenweise Reduktion ---auf ein gesünderes Niveau--- ist nicht so schwierig.
- Kalium einsparen - nicht ohne Ernährungsberatung. Der Körper braucht eine bestimmte Menge Kalium, sonst kann es gefährlich werden.
- Phosphat einsparen - nicht ohne Ernährungsberatung. Viele phosphathaltige Lebensmittel haben auch viel Eiweiss und beim Einsparen besteht die Gefahr, dass der Körper dann zuwenig Eiweiss bekommt.
- an der Trinkmenge herumschrauben - nicht ohne Rücksprache mit Nephrologe.
- andere Ernährungsumstellungen - nicht ohne Rücksprache mit dem Nephrologen bzw. nicht ohne Ernährungsberatung.
Es gibt diverse Kochbücher, die es einem leichter machen, sich an Einschränkungen zu gewöhnen. Meist sind auch Tipps und Tricks enthalten. Häufig empfohlen wird das Buch „Alles ist erlaubt“.
Hilfreich sind Lebensmitteltabellen, in denen man nachschauen kann, welche Lebensmittel besonders viel Phosphat oder Kalium enthalten, und bei welchen man weniger aufpassen muss.
Lebensmitteltabellen zB
- die Liste von Braun und die von Davita finde ich praktisch
- welche Inhaltstoffe zu hoch sind, kann man zB auf dieser Liste von Salmon nachschauen.
- die Liste von STADA ist eine Kombination, streicht aber auch Wichtigkeit der individuellen Menge pro Patient hervor
Auch eine Liste der künstlichen Phosphate ist hilfreich, weil der Körper diese zu 100% aufnimmt, im Gegensatz zu tierischen und pflanzlichen Phosphaten.
Tierisches Phosphat nimmt man zu ca. 80% auf, pflanzliches zu ca. 40% und künstliches zu ca. 100%
zB E-Nummern: E322, E338-341, E343, E450a-c, E540, E543-544
Am einfachsten druckt man sich die Liste aus und steckt sie in den Geldbeutel, damit man sie beim Einkaufen konsultieren kann.
Eine längere Diskussion dazu ist diese hier
Du hast noch diesen Punkt genannt: „welche Lebensmittel besonders viel Flüssigkeit enthalten und wie ich das ggf. einberechne weiß ich noch nicht“
Das muss man normalerweise nicht beachten bzw. der Nephrologe bezieht das ein, wenn er einem sagt, wieviel man ca. noch trinken darf / soll.
Das hört sich alles ziemlich kompliziert an, aber man gewöhnt sich daran. Wirklich!! Es gibt Dialysepatienten, die alles essen, vom einen oder anderen einfach etwas weniger. Und sie kommen damit durch.
Man gewöhnt sich auch daran, die Verwandten und Freunde zu sensibilisieren bzw. dazu zu bringen, nicht beleidigt zu sein, wenn du etwas nicht (mehr) isst, was sie mit viel Aufwand gekocht haben oder wenn du Getränke freundlich ablehnst.
War das eine kurze Zusammenfassung? Naja…
Liebe Grüsse
Kohana
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- Lara_0520
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Re: Kurze Zusammenfassung bitte
15 Apr. 2024 08:51
Vielen Dank! Das hat mir zur groben Orientierung schon einiges gebracht. Ich spreche noch mal mit meiner Dialyse Praxis.
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Re: Kurze Zusammenfassung bitte
17 Apr. 2024 22:19
.. um noch eine Kleinigkeit hinzu zufügen..
Phosphatbinder muss man nur nehmen wenn man auch Phosphat futtert!
Also wenn's zum Frühstück nur ne Buttersemmel mit Honig gibt und ne Tasse Tee dazu.: kann man auch auf den Phosphat binder verzichten, den man dann besser zum Fisch isst..
Dir viel Erfolg! man muss sich an die Individuellen Bedürfnisse herantasten. das, was andere gut vertragen ist bei einem selbst vielleicht schon too much.
Phosphatbinder muss man nur nehmen wenn man auch Phosphat futtert!
Also wenn's zum Frühstück nur ne Buttersemmel mit Honig gibt und ne Tasse Tee dazu.: kann man auch auf den Phosphat binder verzichten, den man dann besser zum Fisch isst..
Dir viel Erfolg! man muss sich an die Individuellen Bedürfnisse herantasten. das, was andere gut vertragen ist bei einem selbst vielleicht schon too much.
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