Partnerschaft
- Klatschmohnalisa
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Partnerschaft
16 Juli 2012 06:31ich muss mal was loswerden:
Manchmal finde ich es ziemlich schwierig, als chronisch schwer kranker Mensch in einer Partnerschaft zu leben. Es gibt ja immer wieder Phasen, in denen es einem so schlecht geht, dass man sich am liebsten nur zurückziehen und seine Ruhe haben möchte, ein Schmerzmittel und eine Schlaftablette einwerfen und einfach nur vor der Glotze rumhängen und sich irgendwie betäuben ... weil alles zuviel ist, weil man verzweifelt, müde und völlig energielos ist usw.
Man kann ja nun nicht andauernd Verständnis vom Partner erwarten, denn der hat ja schließlich auch Bedürfnisse, Wünsche, Erwartungen und Ansprüche an die Beziehung. Mein Partner z.B. möchte so gerne mal wieder eine Nacht mit mir durchtanzen - geht nicht ... in die Sauna gehen - geht nicht ... unbeschwert und spontan wegfahren - geht nicht. Alles muss immer geplant sein und viele Dinge schaffe ich einfach kräftemässig nicht mehr. Schon seit Monaten können wir kaum noch zusammenliegen, kuscheln, gemeinsam entspannen wegen meiner restless legs. Letztes Jahr hatte ich z.B. einen ganz schlimmen Juckreiz, der es mir unmöglich machte, in die Sonne zu gehen. Und so gibt es viele Beispiele, immer wieder neue Einschränkungen, Dinge, die nicht mehr gehen, die er alleine machen müsste oder auch macht usw.
Wie geht Ihr damit um? Wie viel Verständnis, Rücksichtnahme kann man da erwarten, v.a. auf Dauer???
Bin gespannt, wie Ihr das seht.
LG und eine gute Woche,
Klatschmohanlisa
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Re: Re: Partnerschaft
16 Juli 2012 13:55mir geht es genauso. Im Moment kommt wieder alles zusammen.
Habe schon mehrmals zu meinem Freund gesagt (sind knapp 1 Jahr zusammen),er soll sich eine gesunde Frau suchen. Er sagt jedesmal, NEIN. Ich liebe dich und und ich habe dich so genommen wie du bist...
Ist ja schoen zu wissen, trotzdem empfinde ich das manchmal so. Vor allem weil er auch 7 Jahre juenger ist als ich.
Gruss Michaela
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- silber
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Re: Re: Partnerschaft
16 Juli 2012 19:16ich denke, ein Leben als chronisch schwer kranker Mensch ist noch viel schwerer allein, ohne einen Partner zu meistern.
Ich vermisse diese emotionale Nähe sehr, die man nur gegenüber seinem Partner empfindet. Ich vermisse es, Alltäglichkeiten auszutauschen, Gedanken und Zärtlichkeiten zu teilen, ich vermisse Streit und die Erfahrungen im Miteinander.
Erwartungen an den anderen gehören nicht in eine solche Beziehung. Mit Erwartungen unterstellt man immer Ansprüche, die der andere möglicherweise nicht erfüllen kann. Er liebt Dich aus keinem bestimmten Grund, er liebt Dich einfach.
In jeder Partnerschaft müssen aber auch stets von neuem Kompromisse geschlossen werden, möglichst solche, mit der beide zufrieden sind.
Und wenn die Unzufriedenheit auf der einen Seite wächst und man keine gemeinsame Lösung findet, halte ich es für legitim, die Beziehung zu beenden - egal von welcher Seite aus.
Das Leben ist ein dynamischer Prozess und die Erwartung (auch eine Erwartung), dass eine Partnerschaft ewig hält finde ich überholt.
Immer im Gespräch bleiben und sehr ehrlich über alles sprechen zu können ohne Scheu ist für mich eine Vorraussetzung für eine gelungene Partnerschaft. Auch er muss sagen können: Du, mir wird das alles zu viel, ich weiß nicht, ob ich das länger ertragen kann. Die richtige Frage wäre dann möglicherweise: Was kann ich tun, damit Du Dich besser fühlst?
Ich habe auch vieles falsch gemacht in meinen Beziehungen und bin gescheitert, weil ich zu wenig kommunikationsfähig war. Das sehe ich aus heutiger Sicht so. Heute würde ich (vielleicht) anders damit umgehen.
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- Klatschmohnalisa
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Re: Re: Partnerschaft
16 Juli 2012 20:57ich kann Dir in allen Punkten nur zustimmen.
Mein Partner und ich hatten - wieder mal nach längerer Zeit - ein sehr offenes Gespräch, in dem er mir gesagt hat, dass er manchmal mein Leiden einfach nicht mehr ertragen kann. Es gab vor einem halben Jahr eine Situation mit Notarzt, die sehr schlimm für ihn war und danach hat er sich irgendwie innerlich etwas distanziert von mir.
Aber über alles reden zu können, ohne Vorwürfe, schafft meistens gleich wieder mehr Nähe.
Manchmal habe ich leider das Gefühl, nicht mehr so viel wert zu sein, wegen meiner Krankheit, und dann neige ich dazu, mich zurück zu nehmen und an anderer Stelle zu viel zu geben, um einen Ausgleich zu schaffen. Das ist aber auch kein wirklich guter Weg. Dennoch habe ich das Gefühl, dass es irgendwie einen Ausgleich braucht, damit die Beziehung lebendig bleibt - ich weiß nur oft nicht, wie das konkret aussehen könnte.
Verstehst Du, was ich meine?
LG, Klatschmohnalisa
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- sabine
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Re: Re: Partnerschaft
17 Juli 2012 08:13als ich gelesen habe, daß sich Dein Partner nach der Notsituation distanziert hat, kam mir als erstes der Gedanke, daß er das vielleicht unbewußt aus Angst, Dich zu verlieren macht.
LG
Sabine
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- Klatschmohnalisa
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Re: Re: Partnerschaft
17 Juli 2012 09:48ja, das ist auch so. Er hat Vater UND Mutter als Kleinkind durch Krankheit verloren und hat deshalb natürlich besonders starke Verlustängste.
Ich finde, dass unsere Angehörigen/Partner/Eltern oft gar nicht genug gesehen werde, darin, wie schwer sie mit uns tragen. Oder besser sollte ich sagen, ICH sehe das oft nicht, weil ich so viel mit mir selbst und meiner Krankheit beschäftigt bin.
LG, Klatschmohnalisa
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- bambina
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Re: Re: Partnerschaft
17 Juli 2012 10:03Ich frag mich auch immer wieder, ob es meinem Mann nicht zuviel wird.
Er verneint es jedesmal und sagt mir ,daß er mich liebe, versucht mir alles abzunehmen, was mir zu schwer fällt und sorgt sich immer um mich. Nun ist er auch ein Typ ,der gern für ander sorgt, und manchmal hab ich das Gefühl, daß es ihm entgegenkommt, daß ich Hife brauche.
Trotzdem wünsch ich mir wieder mehr Kraft und ,daß ich auch mal wieder mitfeiern kann.
Wenn wir eingeladen sind, geh ich inzwischen zwar mit, aber nur bis kurz vor 10 Uhr ,weil ich sonst meine Dialyse von 10 Stunden nicht schaffe. Er bleibt das was länger, aber freut sich ,daß ich überhaupt mitkomme.
Ich hasse es so von der Krankheit eingenommen zu werden, aber durch Schmerzen werde ich dauernd daran erinnert.
Jedenfalls hab ich ein wahnsinniges Glück so einen Mann zu haben, der das alles mit mir durchsteht.
Das wünsche ich jedem von Euch, das läßt einen die Sache etwas besser ertragen.
liebe Grüße
Bina
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Re: Re: Partnerschaft
17 Juli 2012 11:34ich stimme dir zu es ist schwer mit der krankheit klar zu kommen.Ichbin froh das mein mann hinter mir steht, auch wenn er es gefühlmäßig es nicht so zeigt.letztes jahr war für uns die hölle erst haben wir erfahren das unser schwerstbehindertes kind hodenkrebs hat, dann habe ich ne neue niere bekommen und wieder verloren und dann mein mann mit mundbodenkrebs .ich habe oft genung gezweifelt wollte auch nicht mehr leben sah kein sinn mehr immer wieder zu kämpfen. aber mein mann hat mich auf seine brummlige art wieder auf den richtigen weg gebracht,dafür bin ich dankbar.
lg tilla:D
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- Klatschmohnalisa
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Re: Re: Partnerschaft
17 Juli 2012 13:42Klatschmohnalisa
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- silber
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Re: Re: Partnerschaft
17 Juli 2012 20:15ich glaube tatsächlich, das Wichtigste ist, immer im Gespräch zu bleiben.
Männer können vielleicht nicht so gut über das reden, was sie empfinden. Ich denke, da steckt immer auch Angst dahinter, Dich zu verlieren und Traurigkeit, dass Du so krank bist.
Wir Frauen zweifeln immer viel eher an der Beziehung. Wir glauben, nicht zu genügen, weil wir so krank sind, fühlen uns wertlos. Männer stellen nicht die Beziehung in Frage, sondern fühlen sich hilflos, weil sie nichts gegen die Krankheit tun können.
Du hast viel zu geben, indem Du ihm zuhörst, versuchst Dich in ihn hinein zu fühlen, seine Probleme ernst nimmst, hinter ihm stehst und fragst, was er sich von Dir wünscht.
Ich finde es unwichtig, stets alles gemeinsam zu machen, aber total wichtig zueinander zu stehen. Die Beziehung bleibt lebendig durch den Gedankenaustausch, einen ehrlichen und vertrauensvollen Umgang miteinander.
Du weißt am besten, was ihm gefällt. Auch Kleinigkeiten können eine Partnerschaft beleben:
ein freundlich gedeckter Frühstückstisch, öfter ein liebevolles Lächeln, ein vorgewärmtes Bett...was weiß ich.
Ich glaube noch an die romantische Liebe und dass Paare dazu in der Lage sind, die Klippen des Lebens gemeinsam zu meistern!
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- Klatschmohnalisa
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Re: Re: Partnerschaft
17 Juli 2012 20:34was für schöne und berührenden Worte. Vielen Dank dafür!
Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du auch wieder einen Menschen findest, mit dem Du all diese wundervollen Dinge teilen kannst.
Ganz nebenbei interessiert mich auch, wie weit Du mit Deiner Heimdiaplanung bist. Magst Du kurz erzählen?
LG, Klatschmohnalisa
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Re: Re: Partnerschaft
18 Juli 2012 22:03du sprichst mir aus der Seele, ich denke darüber genau so wie du.
Liebe Grüße
Corinna
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- corinna
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Re: Re: Partnerschaft
18 Juli 2012 22:07ich drück dich mal unbekannterweise ganz lieb, ich hab auch unendlich viele Schicksalsschläge hinter mir und kann mit dir mitfühlen.
Ich wünsch dir ganz viel Kraft!!!
Liebe Grüße
Corinna
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Re: Re: Partnerschaft
19 Juli 2012 09:24vielen dank auch dir viel kraft und auch wenn es schwer fällt optimistisch bleiben
lg tilla
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Re: Re: Partnerschaft
19 Juli 2012 09:30du sprichst mir aus dem herzen .aber immer im gespräch bleiben ist auch nicht einfach, wenn man wie ich auch eine große zicke bin(
) und leider auch dickköpfig.lg tilla
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