FunktioNIEREN und W U T ! ! !
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FunktioNIEREN und W U T ! ! !
11 Feb. 2011 12:17Eigentlich müsste ich dankbar sein, weil sie 11 Jahre wirklich gut gearbeitet hat, trotz vieler Schwierigkeiten wie z.B. Blutvergiftung, Lungenembolie etc. Ich war aber nie dankbar und hab mich deshalb oft schuldig gefühlt. Ich habe ihr auch keinen Namen gegeben. Und jetzt, wo sie nicht mehr funktioniert bin ich total wütend. Auch, dass sie die Urinausscheidung (trotz PD) ganz eingestellt hat. Und jetzt hab ich auch noch eine Abstossung. Ob das mit meiner Wut was zu tun haben könnte? Ich hasse die Niere dafür, dass sie nicht mehr funktionieren will!!!!!!
Ja, FunktioNIEREN ist ein großes Thema in meinem Leben - so oder so: entweder versuche ich zu funktionieren oder das Gegenteil - dass ich gar nicht mehr funktionieren will. Wer kennt das auch?
Klatschmohnalisa
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Re: Re: FunktioNIEREN und W U T ! ! !
11 Feb. 2011 19:15Das allerblödeste was man dazu schreiben kann, ist zugleich mein spontanes Gefühl beim Lesen Deines Beitrags Es tut mir sehr leid, wie es Dir geht
Das Thema Funktionieren und Erwartungen zu erfüllen ist mir vertraut.
Mir fällt leider überhaupt nichts Schlaues ein, was Dich trösten oder Dir helfen würde.
Ich denke ganz lieb an Dich!
beri
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Re: Re: FunktioNIEREN und W U T ! ! !
11 Feb. 2011 19:40Alles Gute!
Werner
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Re: Hallo Werner, Hat und beri
11 Feb. 2011 20:39es tut mir leid, wenn ich Dich in irgendeiner Form erschreckt oder gar geschockt habe. Ich finde es für mich gut und wichtig, auch Gefühle wie Wut ausdrücken zu können und zu dürfen. Allein dadurch relativiert sie sich dann schon wieder. Viel schlimmer fand ich die Phasen in meinem Leben, als ich gar nichts mehr fühlte, nur noch Leere. Wut fühlt sich manchmal richtig kraftvoll und lebendig an.
Hallo Hati und beri,
vielen Dank für Eure anteilnehmenden Mails. Das tut gut!
LG, Klatschmohnalisa
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Re: Re: Hallo Werner, Hat und beri
12 Feb. 2011 06:57Werner
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Re: @Werner
12 Feb. 2011 08:51Langsam nervst Du mich echt, wenn ich an Dein Thema Telefonhorror denke...
Deinen Horror bastelst Du Dir selbst zurecht.
Du kriegst ja in den nächsten Tagen Deine terminlich versprochene Niere.
Klatschmohnalisa erlebt es in der Umkehrung. Das ist wirklich sehr schwer!
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Re: Re: Hallo Werner, Hat und beri
12 Feb. 2011 12:17[schock] Den Thread werde ich wohl nicht lesen sonst beomme ich Horrorvisionen!
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Re: Re: Hallo Werner, Hat und beri
12 Feb. 2011 14:36Werner
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Re: Re: FunktioNIEREN und W U T ! ! !
12 Feb. 2011 16:04Du wirst sie deshalb nicht wirklich hassen, sondern bist wütend, weil Du jetzt diesen tiefen Einschnitt in Dein Leben erfährst.
Das ist Deine Reaktion und völlig normal. Kann die Abstoßung eventuell mit der PD zusammenhängen? Oder ist es eine chronische Abstoßung?
Es kommt bei Dir jetzt so vieles zusammen. Du solltest gnädig mit Dir selbst sein.
Egal, was oder wen Du hasst oder ob Du wütend durch die Gegend läufst. Erlaub Dir diese Phase jetzt einfach und wenn Du da durch bist, dann versuch gut zu Dir zu sein!
Gönn Dir was Schönes!
In Gedanken pflücke ich die ersten Schneeglöckchen aus unserem Garten für Dich!
Einen lieben Gruß
von beri
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Re: Re: FunktioNIEREN und W U T ! ! !
13 Feb. 2011 06:34dieses Gefühl kenne ich (zum Glück) noch nicht. Trotzdem habe ich mir persönlich schon immer über die gesamten Phasen meiner chronischen Nierenerkrankung (und des Diabetes Typ I) Gedanken gemacht. Um aber gleich Missverständnissen vorzubeugen: Nicht automatisch im negativen Sinne. Sondern ich versuche immer das Leben (und damit Erkrankungen jeglicher Art - als Bestandteil des Lebens) als Erfahrungswert und Herausforderung zu sehen an mich als Person, wobei meine grundsätzlich positive Lebenseinstellung immer im Vordergrund stehen sollte.
Da diese Phasen der Nierenerkrankung anfangs eher kaum Einschränkungen mit sich brachten, hatte ich sie da weitgehend vedrängt und mir kaum über die Zukunft Gedanken gemacht. Das war aber vielleicht auch mit eine Frage des Alters. Da war ich 18. Das Ganze zog sich so bis Ende 20 hin.
Dann hieß es seitens der Ärzteschaft, dass man langsam aber sicher über Dialyse nachdenken müsse. Da machte es Klick in meinem Kopf und ich begann mich ernsthaft damit zu beschäftigen, u.a. hier bei DO.
Der zwischendurch aufgetretene Zucker forderte ja bereits Disziplin in meinem Leben. Mit dieser Herausforderung kam ich ja schon gut klar. Das machte mich stolz, veschaffte mir aber auch einige traurige Momente. Auf jeden Fall spürte ich, dass im Umgang mit Krankheiten sehr viel von mir selbst abhängig war. Nicht nur die Ärzte waren verantwortlich für mich, sondern vor allem ich selbst. Es ging ja um mich, um mein Leben, nicht um die Krankheit in erster Linie. Die Krankheiten sind doch Teile von mir selbst. Ich habe sie mir nicht ausgesucht, schon gar nicht gewünscht, aber ich kann sie nicht loswerden, sie gehören zu mir. Und deshalb bin ICH für sie verantwortlich, niemand anderes sonst. Also liegt es in erster Linie an mir, wie ich damit umgehe und was ich daraus für mich machen kann. Man kann das, was zu einem gehört, nicht abschieben, auch nicht andere dafür verantwortlich machen. Es hat eben mich getroffen, also mußte ich zusehen, wie ich das Beste daraus machen kann. Aufgeben gibt es nicht. Fachleute, Familie, Freunde können helfen, aber fertig werden muß man damit allein.
Dann kam das Dialysestadium. Natürlich waren da Ängste, Unsicherheiten, Verzweiflung...
ABER:
Ich hatte ja zum Glück genug Zeit, die oben beschriebenen Erkenntnisse zu gewinnen. Diese Zeit haben andere nicht. Dann kann es verdammt schwer sein.
Und mit dieser Einstellung und meinem Humor war Vieles leichter. Auch die Dialyse habe ich akzeptiert. Sie war nicht mein Feind, auch nicht mein Freund, aber ein Partner, mit dem ich Hand in Hand gehen konnte und der mir das (Weiter-) Leben ermöglichte.
Und dann die TX. Plötzlich dieser Anruf, der das gewohnte Dialyseleben auf einen Schlag beendete. Natürlich hatte ich immer im Hinterkopf, dass ich ja auf der Liste stand, aber meist war das nicht präsent und im Alltag nicht im Vordergrund. Doch mit diesem Anruf und meinem Aufwachen nach der TX war es auf einmal da, dieses neue Lebensgefühl...
Und ehrlich gesagt, ich möchte nicht daran denken, wie es wohl für mich sein wird, wenn es dann wieder heißt, abhängig zu sein. Das klingt grotesk, weil ich es ja weiß. Aber ich gehe einen Schritt zurück dorthin, wo es schlechter ist. Und man hat sich doch so sehr an das Alles jetzt gewöhnt...
Ich kann Dir nicht sagen, wie ich dann empfinden werde. Aber eines weiß ich schon jetzt: Ich bin dankbar für das, was ich jetzt jeden Tag erleben darf. Ich nutze jeden Tag ganz bewußt aus und nehme so viel wie möglich an schönen und für mich angenehmen Dingen mit, wie ich bekommen kann. Ich möchte später sagen können, dass ich die Zeit, die mir geschenkt wurde ohne Dialyse, so gelebt habe, dass ich nichts bereue und mir keine Vorwürfe machen brauche, etwas nicht getan zu haben.
Ich denke, das wird mir genug Kraft geben, den Kreislauf von Neuem zu beginnen, wenn es denn sein muß. Aber bis dahin lebe ich und denke nicht daran, na ja, viellicht mal kurz wenn ich mal zur Blutabnahme muß. [lol]
LG von Björn und Daumendrück!
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Re: Re: FunktioNIEREN und W U T ! ! !
13 Feb. 2011 16:15auch wenn ich hoffentlich noch lange nicht abhängig bin (und hoffe nie werde) so möchte ich doch etwas zu deinem Beitrag schreiben.
Dein Beitrag ist sehr gut geschrieben und deckt sich mit meinen Gedanken und meiner Lebenseinstellung.
mach weiter so und ich tu es auch.
Grüßel Marion
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Re: Re: FunktioNIEREN und W U T ! ! !
14 Feb. 2011 18:39Ich war in den letzten Wochen in diesem Widerstand und dieser Wut gefangen. Ich fühlte mich so hilflos und ausgeliefert. Ich glaube, es gibt da auch so Phasen, in denen man schwere Schicksalsschläge verarbeitet. Wut und nicht annehmen wollen ist wohl eine davon.
Und indem ich das hier zum Ausdruck gebracht habe, habe ich jetzt das Gefühl, dass es weiter jetzt gehen und die nächste Phase kommen kann. Bin schon sehr gespannt, was das sein wird ....
Klatschmohnalisa
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Re: Re: FunktioNIEREN und W U T ! ! !
18 Feb. 2011 22:21Alles Gute für Dich
digitus
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Re: Re: FunktioNIEREN und W U T ! ! !
22 Feb. 2011 19:24wie machst Du das mit der stoischen Ignoranz, bzw. was meinst Du genau damit? Wohin steckst Du Deine Gefühle? Bist Du auch wieder an der Dialyse (HD oder PD?) oder kurz davor?
Klatschmohnalisa
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