Schulklasse

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Schulklasse

08 Sep. 2011 15:26
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Liebe DO-Gemeinde,

gestern hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen eines Schulprojektes in einem Gymnasium nach der Anregung durch eine Lehrerin, über Organspende im Allgemeinen und über meine persönlichen Erfahrungen damit im Besonderen zu berichten.

Geplant war 1 Unterrichtsstunde von 12.25 Uhr bis 13.10 Uhr. Zuvor hatte mir die Lehrerin einen Zettel mit Fragen der Schüler zu diesem Themenkreis zukommen lassen. Ich war sehr erstaunt und sehr angetan vom Interesse der Schüler an diesem Thema.

Jedenfalls erzählte ich auch sehr persönliche Dinge von mir. Ich bemühte mich, das Ganze sehr anschaulich und einfach, mit einer Prise Humor (z.B. Gehirntransplantation?) rüberzubringen. Und obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, nicht am Wasser zu bauen, fiel es mir sehr schwer, mir das nicht anmerken zu lassen. Die Schüler hörten sehr aufmerkam zu, niemand war gelangweilt, keiner quatschte dazwischen, es wurden zahlreiche Fragen gestellt.

Diese Stunde war die, die bislang am Schnellsten in meinem Leben verging.

Auf Bitten der Schüler und der Lehrerin ging ich dann zur 8. Stunde um 14.10 Uhr nochmals dorthin und stellte mich den weiteren Fragen der gleichen Schülergruppe.
Und wieder eine Aufmerksamkeit, die ich so niemals erwartet hätte. Die jungen Menschen waren um die 16 und besuchten die 10. Klasse. Wieder ging die Stunde rum. Es kam mir vor, als wären es 5 Minutem gewesen.

Die Lehrerin fragte mich dann, ob ich in jedem der folgenden Jahre bereit wäre, in den jeweiligen Jahrgangsstufen darüber zu berichten, was ich freudig bejahte.

Ich hatte ein so wahnsinnig dankbares Gefühl in mir, einen Teil von dem zurück gegeben zu haben, was mir geschenkt wurde, dass ich sehr glücklich darüber bin.

Vor allem hat es mich sehr gefreut, und dafür habe ich die Lehrerin und die Schüler gelobt, dass man sich dem Thema Organspende in der Schule gewidmet hat. Ich brachte klar zum Ausdruck, wie wichtig es aus meiner Sicht ist, dass jeder Mensch im Leben Position dazu beziehen sollte und dies in einem Organspendeausweis manifestieren sollte. Dabei betonte ich auch und vor allem, dass es nicht darauf ankommt, dass jeder Ja dazu sagt, sondern, dass man auch Nein sagen kann. Entscheidend ist aber, dass man Position bezieht, wenigtens darüber nachdenkt, sich damit beschäftigt und nicht den Angehörigen die Entscheidung überlässt.

Ich glaube, die Schüler haben das verstanden. Und damit schloss sich der Kreis zu meinem Spender und deren Angehörigen und ich wußte, ich bin da, wo ich hinwollte, am Ziel angekommen, wenigstens in DEN 2 Stunden meines Lebens.


Gruß Björn, alias beuteltier.

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Re: Re: Schulklasse

08 Sep. 2011 17:31
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Klasse! Ich finde es sehr gut, dass auch die Jüngsten unter uns in dieser Form informiert und aufgeklärt werden!

Je länger ich darüber nachdenke, finde ich, dass dieses Thema im Ethikunterricht in den Oberschulen thematisiert werden sollte.

Meine 12jährige Tochter hat gerade den Wechsel von der Grundschule in die Oberschule gemacht und wird nun in Ethik unterrichtet. Vielleicht spreche ich das mal beim nächsten Elternabend an!

Schön, dass es so engagierte Lehrkräfte, Schüler und Betroffene, wie dich, Björn, gibt!!!!

Gruß aus der Nachbarschaft von Barbara aus Berlin

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Re: Re: Schulklasse

08 Sep. 2011 19:04
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Sehr gute Aktion!

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Re: Re: Schulklasse

09 Sep. 2011 09:47
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Hi Björn,

ich finde die Aktion gut und es hilft auch, mit seiner eigenen Situation besser zurecht zu kommen! Mir macht es auch Freude, wenn ich in der Schule für Altenpfleger/innen über Dialyse beim alten Menschen sprechen kann.
LG Thomas

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Re: Re: Schulklasse

09 Sep. 2011 19:43
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Hallo Björn,


Ich finde das super das du in Schulen gehst und Aufklärung betreibst, mach bitte weiter so, einfach super.
Das was du in dein Posting oben beschrieben hast kann ich nur bestätigen, es gibt einen sehr viel Kraft wenn man sehr interessierte Zuhörer hat egal ob in Schulen oder in Vereinen.
Versuche es auch mal in z.B. Frauenbund od. KAB usw. da hast du ebenfalls sehr interessierte Zuhörer.
Wünsche Dir viel Kraft und mach weiter so,
Gruss Anita

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Re: Re: Schulklasse

09 Sep. 2011 22:43
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Hallo Björn,
gratuliere Dir zu Deinem Engagement. Es ist doch schön, wenn man sieht, mit welch geringem Aufwand man Größeres bewirken kann.

Auch mir wurde die Chance gegeben, meinen Beitrag zur Aufklärung von Nirenersatztherapien und damit auch TX vor Jahren leisten zu dürfen.

Ich wurde von der Direktorin des Gymi meines Sohnes vor Jahren auch angesprochen, ob ich nicht über Dialyse und TX in Religion und Ethik der 9. und 10. Klasse einen Vortrag darüber halten wolle. Ich stimmte zu und wurde wie Du von den damaligen Schülern sehr interessiert und genauestens befragt. Da ich ja auch direkt betroffen war, wurde über Dialyseverfahren, Lebensqualität, TX usw. 3 Monate 1 Stunde jeweils in Religion evangelisch, katholisch und Ethik in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Lehrern intensiv diskutiert und am Schluß eine Konservation für und gegen TX mit den Schülern geführt. Dies ging über einen Zeitraum von 3 Jahren gut. Dann wechselte das Direktorium und auch 2 der Lehrer. Trotz vieler Gespräche wurde von dem neuen Direktor andere Themen für wichtiger angesehen und mein Engagement nicht mehr als notwendig befunden und eingestellt. Da Axel dann auch nach England wechselte, war man seitens der Lehrer total desinteressiert. Da einer der Schüler der 10. aber Jugendleiter bei der JVCM Jugendortsgruppe war, bat er mich immer wieder mal in einer Gruppenstunde das Thema mit den Jungs zu erörtern. Wenn ich wegen Krankheit ausfiel übernahm mein Sohn den Part. Dies gehört auch heute noch neben seinem Studium zu seinen Aufgaben, immer wieder hält er in unregelmäßigen Abständen einen Themenabend unter dem Motto Der Umgang mit der Dialyse bei meiner Mutter. Dabei wird die TX natürlich auch besprochen.
Du siehst, Jugendliche sind oft neugieriger als Erwachsene und ein paar holen sich einen Ausweis.
Nochmals mein Kompliment für Deine Aufklärungsaktion, schönen Abend, Albertine

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