Psychologische Betreuung?

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Psychologische Betreuung?

30 Mai 2012 18:04
#
Ich bin seit Oktober an der Dialyse und es läuft mal besser, mal schlechter.
Es gibt hin und wieder mal wieder Probleme beim Punktieren. Wenn die Nadel nicht unmittelbar sitzt und nachgebessert werden muss, spüre ich das natürlich. Mich überkommt dann geradezu die Panik, ich fühl mich hilflos und der Situation so ausgeliefert, dass mir sofort die Tränen runterlaufen. Heute wars ganz schlimm, von drei Punktionen war gerade mal eine halbwegs ok und wir haben uns begleitet von permanenten Alarmen mit Single Needle so über ein paar Stunden gerettet. Ich war so angespannt, der Blutdruck hoch und es ist mir überhaupt nicht gelungen, zu entspannen. Jetzt bin ich fix und fertig.
Mit der Krankheit an sich kann ich schon umgehen, und ich fahre auch ohne Panik ins Zentrum und gehe immer davon aus, dass es klappt. Aber ich bin extrem dünnhäutig und die körperliche Schwäche setzt mir schon sehr zu. Meinen Mann möchte ich damit nicht auch noch zutexten, er ist durch die veränderte Situation auch oft verunsichert und weiß nicht, wie er mir helfen soll.
ich bin inzwischen wirklich am Überlegen, ob ich mich in psychologische Beahandlung begebe. Ist das so abwegig? Ich hab noch mit keinem Arzt darüber gesprochen, ich weiß auch nicht, wie andere Patienten das machen. Habt ihr eine Hilfe, oder macht ihr das alles mit euch selbst aus?

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Re: Re: Psychologische Betreuung?

30 Mai 2012 18:42
#
Hallo yoshi,

psychologische Betreuung ist in deinem Fall eine hervorragende Idee. Allerdings - ich weiß ja nicht, wie das bei euch so gehandhabt wird - solltest du nicht darauf warten, bis dir ein Arzt oder sonst wer diesen Vorschlag macht. Sondern such dir auf eigene Faust einen Therapeuten.

Ich bin seit fast 2 Jahren in psychotherapeutischen Behandlung - ursprünglich wegen was ganz was anderem - aber mittlerweile macht meine Krankheitsgeschichte einen großen Teil der Themen aus. Und ich kann dir nur sagen: es wirkt! Es hilft! Es funktioniert! (und es hilft tatsächlich besser als mit dem Ehepartner oder auch der besten Freundin. Denn beim Therapeuten kannst du wirklich ALLES rauslassen. Ohne Rücksicht auf Verluste! Denn bei nahestehenden Personen tut man ja doch immer noch ein wenig filtern. Vlt. auch nur unbewusst, aber doch)

Und bei der Dialyse mal das heulende Elend zu bekommen, ist nicht weiter tragisch. Was raus will, muss raus. Da muss sich keiner dafür schämen. Ich hoffe ja nur, dass dein Dia-Personal verständnisvoll damit umgehen kann.

lg, Anni

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Re: Re: Psychologische Betreuung?

30 Mai 2012 18:43
#
Hallo yoshi,
ich hatte auch beim Punktieren staendig Schwierigkeiten. Manchmal war ich auch den Traenen nahe. Abwegig finde ich den Gedanken, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, nicht. Ganz im Gegenteil, ich sehe es als Staerke an,wenn jemand erkennt,dass man es nicht mehr alleine schafft, dass man sich helfen laesst. Reden, reden, reden ist wichtig.

LG

Michaela

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Re: Re: Psychologische Betreuung?

31 Mai 2012 15:00
#
Hi, Yoshi,

Ich habe eine Hilfe ... zum Glück für mein Seelenheil.(:D

Bei mir war es zunächst so, dass ich alles verdängt habe, wie es nur irgendwie ging.

Als meine Nerven völligst brach lagen, habe ich zufällig einen Termin bei einer Psychologin bekommen.
Normalerweise gibt es Wartezeiten von einem Jahr und länger....::o

In einer akuten Phase ist das natürlich schlecht.
Deshalb rate ich dir, deinen Hausarzt zu fragen, ob er sich für dich einsetzen kann.

Du musst ja nicht dauerhaft beim Seelenklempner sitzen - aber ein kleiner Schub von einer fremden Seite nutzt meiner Erfahrung nach sehr.(tu)

Alles Gute,
Jutta

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Re: Re: Psychologische Betreuung?

31 Mai 2012 16:55
#
Hallo Yoshi,

Ich habe auch das Problem mit den Punktieren wenn die Nadel nicht
gleich sitzt spielen meine Nerven sofort verrückt ,nur bei mir ist es so
das ich wahnsinnige Bauchkrämpfe bekomme ,die Atmung ist voll
krass ich winde mich im Bett das hält ca 1 Stunde an ,nach dem ich
Schmerzmittelinfosion u.s.w habe ist es wieder vorbei als wäre nichts
gewesen.
Hauptproblem ist das ständig wechselte Personal hat bei der Schwester
wo es schon mal schief gelaufen ist geht bei mir auch vorher die Panik los
(aber ohne Bauchkrämpfe).
Es ist leider alles nicht so einfach wie es wohl Aussieht.
Ich wünsche Dir viel Kraft alles in die Reihe zu bekommen.

Viele Grüße
Birgit

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Re: Re: Psychologische Betreuung?

31 Mai 2012 17:17
#
Hallo Boris,

nein , ich habe mich noch nicht punktiert.
Und ehrlich gesagt habe ich auch Angst davor.:S
Wo kann man das denn erlernen?

Viele Grüße
Birgit

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Re: Re: Psychologische Betreuung?

31 Mai 2012 23:07
#
.. es geht..! Wenn auch langsam! Und: man muss nichts sehen! eine Schwester hat immer mit Auge zu gestochen! soll heissen man muss durch Fühlen gen genau wien wo die Ader ist und wie sich die NAdel im Arm bewegt!
ich habe min ein Jahr geübt.. mit links in den re oberam. ich hab extra lange Nadeln, die ich auch ganz reinbekommen muss, da die Ader sehr tief sitzt.
irgendwie wird durch das ewige Stechen mit jeder Narbe der Abstand zur Oberfläche etwas kleiner denk ich..
jedenfalls komme ich jetzt fast an einigen Stellen mit 2cm Nadeln hin.
ich hatte eine Schwester, die immer wieder ganz geduldig die Nadel übernommen hat, wenn ich wieder nicht getroffen habe, oder vor Schmerzen aufgeben musste...
ganz langsam wird man sicherer.
und dann wird auch die Psyche im Kopp heller, jedenfalls bei mir.
ich hab in jedem Urlaub immer alle anderen Patienten gefragt nach Tips und Tricks.
Für Dich ist es gerade am Anfang sicher gut, wenn Du dir jede Hilfe holst die erreichbar ist!

>VielGeduld!!

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Re: Re: Psychologische Betreuung?

01 Juni 2012 14:35
#
Allein die Vorstellung ist für mich gruselig, aber ich hab schon öfter gehört, dass viele das machen.

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Re: Re: Psychologische Betreuung?

01 Juni 2012 14:54
#
Gruselig? Warum?
Wenn Du das als gruselig empfindest, dann denke ich, gehts Dir noch nicht schlecht genug. Sorry.

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Re: Re: Psychologische Betreuung?

01 Juni 2012 16:52
#
Meine Antwort war auf das Thema psychol. Betreuung bezogen. Nicht aufs punktieren.

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Re: Re: Psychologische Betreuung?

01 Juni 2012 17:06
#
Hallo Yoshi,
ich weiss nicht, ob es schon jemand geschrieben hat. Ich mache seit vier Jahren CAPD. Wäre das nicht auch etwas für Dich? Du hast weniger einschränkungen, ich merke meinen Katheter überhaupt nicht und fühle mich eigentlich recht wohl, ohne psychische Probleme oder Depressionen.
Dir alles Gute, lg., Chris

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Re: Re: Psychologische Betreuung?

02 Juni 2012 16:41
#
Hallo, Taffi,
man könnte auch unter Ultraschallhilfe selbst punktieren, man könnte den Verlauf des shunts mit einem Stift auf der Haut markieren. Wenn man selbst punktiert, kann man sich auch besser an das Strickleiterschema halten, ich kann bei meinem Shunt schon anhand der alten Punktionsstellen den Verlauf gut erkennen.
Man kann sicher auch mit der ungeschickteren Hand punktieren, gut ist es immer, wenn man die Hand auf der Haut abstützt, da kann man die Haut auch etwas vorspannen, dann geht es besser.
Ich punktiere schon seit langem, ohne zu stauen. Geht auch.

LG Antonio

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