Studienlage


Rendering Error in layout Topic/Item/Message: The image file does not exist.. Please enable debug mode for more information.
  • kohana
  • kohanas Avatar
  • Offline
  • ModeratorIn
  • ModeratorIn
  • Beiträge: 1350
  • Thanks: 1123

Re: Studienlage

09 Dez. 2018 15:29
#
Man kann jetzt sagen, dass ich überreagiere.
Ja, aber das ist normal :)
Steht drin, weil es Studien dazu gab. 50% der chronischen Abstoßungen sind durch vergessene oder verspätete Medikamenteneinnahme bedingt, also durch nicht oder später erfolgte Resorption. Blöd.
In meiner Patienteninformation steht: "Zur Medikamenteneinnahme gilt die 3R Regel: zum Richtigen Zeitpunkt, das Richtige Medikament, die Richtige Dosierung. Die Toleranzgrenze des 12-stündigen Zeitintervalls ist +/- 2 Stunden pro Tag."
Du siehst, es kommt nicht auf die Minute an. Aber aus meiner eineinhalb Jahre langen Erfahrung als Transplantierte kann ich nur bestätigen, dass es am einfachsten und sichersten ist, die Medikamente immer zum selben Zeitpunkt einzunehmen, zB um 8 Uhr morgens und 8 Uhr abends.
Der steht nicht drin, weil es keine Studie gibt. Vielleicht ist der Effekt null, vielleicht vorhanden, aber so klein, dass er im Alltag keine Rolle spielt, vielleicht ist er doppelt so groß wie der von Grapefruit. Weiß man nicht
Ich nehme jetzt mal an, dass man auf die Wechselwirkung zwischen Medikamenten und zB Grapefruit durch Zufall gekommen ist. Indem "jemand" einen Zusammenhang zwischen den Problemen mehrer Patienten und deren Konsum von Grapefruit vermutete und dann systematisch Daten sammelte und schliesslich die Vermutung als Tatsache akzeptiert wurde. Wenn also bei jemandem der Medikamentenspiegel über längere Zeit "schräg" ist, wird man nach dem Grund suchen, nach Ess- und anderen gewohnheiten suchen, die den Spiegel beeinflussen könnten. Vielleicht stösst man auf etwas, das bei diesem einen Patienten eine unerwartete Wirkung hat, oder bei vielen oder, vorsichtshalber, weil die Wirkung so stark ist, eine unverwünschte Wirkung gleich für alle Patienten angenommen wird.
Aber man kann nicht Transplantierte systematisch (= studiengerecht) einem "Stoff" (zB Knoblauch) aussetzen, wenn auch nur die kleinste Vermutung besteht, dass dieser Stoff eine Abstossung fördern könnte, weil die Medikamentenwirkung gestört wird. Und wie will man die Wirkung von zB Knoblauch sauber von der Wirkung der anderen Lebensmittel trennen, die man ja gleichzeitig auch noch isst? Indem man richtig viel Knoblauch "verordnet"? Unmöglich. Welcher Transplantierte würde sich so einem Risiko aussetzen? Und zudem bräuchte es ja eine grosse Zahl von Studienteilnehmern, um wirklich etwas belegen zu können.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.


Rendering Error in layout Topic/Item/Message: The image file does not exist.. Please enable debug mode for more information.
  • kohana
  • kohanas Avatar
  • Offline
  • ModeratorIn
  • ModeratorIn
  • Beiträge: 1350
  • Thanks: 1123

Re: Studienlage

10 Dez. 2018 01:40 - 10 Dez. 2018 02:07
#
Hallo Anja
Ich an deiner Stelle würde mich mal mit einem Apotheker/einer Apothekerin unterhalten. Ich hatte 2-3 Tage nach der Transplantation Medikamentenschulung mit einer Apothekerin, aber solche Fragen kommen meist später, wenn man wieder arbeiten möchte und der Tagesablauf dann von ÖV und anderen "Realitäten" bestimmt wird.
Ich habe Myfortic und Prograf. Bei Myfortic steht im Beipackzettel "Sie können Myfortic während oder unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen." Bei Myfortic stellt sich das Problem also eher nicht.
Bei Prograf steht "In der Regel sind die Prograf-Kapseln zweimal täglich, früh morgens und abends, jeweils 1 Stunde vor oder 2–3 Stunden nach einer Mahlzeit ganz mit etwas Wasser zu schlucken." oder auch "Im Allgemeinen soll Prograf auf nüchternen Magen oder mindestens 1 Stunde vor bzw. 2 - 3 Stunden nach der Mahlzeit eingenommen werden." Morgens kann ich das einhalten, abends stimmt es nicht immer. Eine Alternative wäre, die Medikamente immer um 10 Uhr / 22 Uhr zu nehmen. Ich kenne Transplantierte, die das so machen.

Wie gesagt, sprich mit einem Spezialisten.
Es müsste also eine Universität oder Forschungseinrichtung her und für die gibt es meist prestigereichere Themen.
Im Prinzip stimme ich dir zu. Aber auch mit allem Geld der Welt ist es nicht möglich, alles bis ins Detail sicher abzuklären, bevor ein Medikament eingesetzt wird. Ein gewisses Risiko besteht immer (wahrscheinlich dosiert man die Medikamente "einfach" gröber - bei Prograf gibt es ja "nur" 0.5mg-Stufen). Man strebt ja jetzt auch nach individualisierter Dosierung und Zusammensetzung, weil die Menschen auf Medikamente zu einem gewissen Grad individuell reagieren. Aber auch da kann man für das "langsame Vorangehen" nicht einfach die Pharmafirmen beschuldigen ("Interesse fehlt, weil sie zuwenig daran verdienen"). Es liegt auch am Faktor Zeit und daran, dass man Tierversuche (richtigerweise) gesetzlich einschränkt bis verbietet und dass Universitäten heutzutage möglichst auf Forschungsgelder von der Pharmaindustrie verzichten wollen und wahrscheinlich auch noch an weiteren Faktoren, die mir als Laie nicht in den Sinn kommen ....

PS:
Der gesunde Studienprobant, der keine Abstoßung befürchten muss und sich vielleicht während der Studie in abgeschirmter Umgebung aufhält, wird das selbe Resorptions- und Elimnationsverhalten haben wie der transplantierte
Ich weiss nicht, auf was sich heutzutage Studienteilnehmer einlassen, gegen Bezahlung. Dass sich eine genügend grosse Gruppe findet, die zB Prograf UND Myfortic (die beiden interagieren ja auch noch miteinander) in hohen Dosen über längere Zeit zu sich nimmt, scheint mir realitätsfremd - angesichts der erwünschten Wirkung und der heute bekannten möglichen Nebenwirkungen. Vieles kann (darf) man nur am Betroffenen, dem individuellen Patienten "austesten", möglichst vorsichtig natürlich. Hört sich brutal an...

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.


Rendering Error in layout Topic/Item/Message: The image file does not exist.. Please enable debug mode for more information.
  • kohana
  • kohanas Avatar
  • Offline
  • ModeratorIn
  • ModeratorIn
  • Beiträge: 1350
  • Thanks: 1123

Re: Studienlage

10 Dez. 2018 10:39
#
was mit einem kleinem einmal aufgetretenem Schweinewelpen anfängt, endet meist mit einem riesen Rudel Schweinehunde.
Was für ein herrlicher Vergleich :) :cheers:

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.