Wie lange dauern bei Euch Infekte?


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Re: Wie lange dauern bei Euch Infekte?

09 März 2019 17:17
#
Liebe Anja, ich bin wider an der Dialyse, deshalb sind meine Erinnerungen verblasst. Aber 14 Tage sind noch nicht außergewöhnlich lange. Auch für Gesunde wäre das noch normal. Manche Infekte sind leider verdammt hartnäckig. Solange Du kein Fieber hast, musst Du Dir keine Sorgen machen.

Gute Besserung, Ulrike

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Re: Wie lange dauern bei Euch Infekte?

10 März 2019 08:30
#
Hallo Anja,
ich bin seit 19 Jahren TX, Immunsuppresiva Methylprednisolon 2 mg und Sadimmun 2x60 mg. Ich habe es von Anfang an immer so gehalten, dass ich Erkältungen immer habe vollständig ausheilen lassen. Ich habe mich immer so lange krank schreiben lassen, bis ich wirklich wieder richtig fit war. Klar hat das oft auch 2 Wochen gedauert. Ich war auch mit einem hartnäckigen Husten schon mal drei Wochen krank.
Allerdings habe ich recht selten solche Infekte (meiner Meinung nach, eben weil ich sie richtig auskuriere). Ich habe viele gesunde Kollegen, die bleiben dann mal einen oder zwei Tage zuhause, aber dafür husten und schniefen sie fast den ganzen Winter.
Wenn ich eine Erkältung habe "schieße" ich ab dem ersten Halskratzen mit Hausmitteln wie viel Ingwertee mit Honig, Kamilledampf und viel Ruhe, sowie Spaziergänge an der frischen Luft.
Und noch ein Tipp: kein schlechtes Gewissen haben, wenn man als TX`ler etwas länger krankgeschrieben ist. Es ist zum Wohle der Niere :-)
Liebe Grüße und gute Besserung
Bärbel

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Re: Wie lange dauern bei Euch Infekte?

11 März 2019 09:47
#
Ich bin jetzt nicht transplantiert, hatte aber jetzt lange mit ner Erkältung zu kämpfen. Dauerte bestimmt gute 3 Wochen.
Na ja, in der Zeit hat sich dann rausgestellt, dass ich gegen Penicillin allergisch bin.

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Re: Wie lange dauern bei Euch Infekte?

11 März 2019 12:28
#
Liebe Anja, das mit dem Fieber wusste ich nicht. Allerdings nutzt das Fieber bei TRansplantierten und Dialysepatienten, kurz bei allen, die immunsupprimiert sind, nicht dem Körper wie es bei Gesunden der Fall ist. Darum darf man es immer mit Paracetamol z.B. senken.

Eine Erkältung, die 3 Wochen dauert, ist durchaus normal. Auch bei Gesunden. Bei mir haben sie als Txlerin nicht länger gedauert als als Gesunde, ich hatte auch höchstens einmal im Jahr einen Infekt - sehr viel weniger als so mancher gesunde Freund/in.

Wenn ich mir aber nicht sicher gewesen bin wie Du, dann bin ich lieber einmal mehr in meinem Zentrum aufgetaucht.

Übrigens nutzt Penicillin nichts bei einer Erkältung. Aber wahrscheinlich hast Du es bekommen, damit sich keine Subinfektion draufsetzt (also etwas Bakterielles).

Weiterhin gute Besserung, Ulrike

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Re: Wie lange dauern bei Euch Infekte?

11 März 2019 12:52
#
Mein Hausarzt hatte mir Antibiotika (Amoxid) verschrieben das Pencillin enthält. Sollte es 3 mal am Tag nehmen. Morgens nach der ersten bekam ich Schüttelfrost, mittags nach der zweiten kam Fieber und ein Ausschlag dazu. Hab dann die Notfallnummer meines Dialysezentrums angerufen. Der diensthabende Nephro, riet mir zu Paracetamol und wenn es am nächsten Tag nicht besser ist soll ich vorbei kommen. Hab ich dann auch getan und ein anderes Antibiotikum bekommen und was gegen den Juckreiz.
Dieses Amoxid ist in die Tonne gewandert.

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Re: Wie lange dauern bei Euch Infekte?

12 März 2019 20:22
#
Hallo Anja, Fieber bei einem Gesunden hilft dem Immunsystem, sich gegen Krankheitserreger zu wehren. Bei Immunsupprimierten funktioniert das nicht. Da reicht das Fieber quasi nicht aus, darum darf man es unterdrücken, dann geht es einem besser.

Bei einer Erkältung braucht man normalerweise keine Antibiose.Aber Transplantierten geben manche Ärzte trotzdem eine, wenn sie z.B. anfällig sind mit der Lunge. Das wird ganz individuell gemacht. In der Regel ist das nicht nötig. Ich lasse mir nur im absoluten Notfall ein AB geben, da ich diese Medikamente nicht vertrage.

Hoffentlich geht es Dir inzwischen besser, Ulrike

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Re: Wie lange dauern bei Euch Infekte?

13 März 2019 21:18 - 13 März 2019 21:20
#
Liebe Anja, was das Fieber angeht, das kann ich jetzt nicht näher erklären. Von meinem Neph habe ich gelernt - und da sie mir unwichtig gewesen ist, habe ich mir nur die Fakten gemerkt, nicht die Erklärung-, dass Fieber bei Dialysepatienten und Transplantierten nicht zur Genesung beiträgt sowie dass bei Transplantierten alles ab 37°C am Morgen "Fieber " ist (am Abend kann man nach einem Tag mit viel körperlicher Betätigung schon mal diese erhöhte Temperatur haben). Mehr kann ich Dir dazu nicht sagen. Ich habe mir halt dieses gemerkt, um mit Infekten umgehen zu können.

LG, Ulrike

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Re: Wie lange dauern bei Euch Infekte?

14 März 2019 11:44
#
Ich bin jetzt seit rund 20 Monaten transplantiert.

Letzen November hatte ich meine erste Erkältung seit der Tx. Sie verlief relativ harmlos, dauerte aber doppelt so lange, als vor der Tx, dh gut zwei Wochen. Dazu hatte ich leicht erhöhte Temperatur.
Ich habe bei den ersten Anzeichen sofort eingegriffen:
- Halsweh/entzündete Rachenmandel: Gurgeln mit Bucco Tantum, Spray tagsüber an der Arbeit (enthält Benzydamine). Ich werde es nächstes Mal vielleicht zuerst mit Salbei-Tee zum Gurgeln versuchen.
- Schnupfen: Nase spülen mit Emser Salz, morgens und abends, mit einer Nasendusche (Emser Nasanita). Kann ich nur empfehlen. Braucht beim ersten Mal etwas Übung und Überwindung, wirkt bei mir aber viel schonender und besser als Nasenspray.
- Husten: abends inhalieren mit Standard-Inhalationslösung mit einem dieser kleinen praktischen Dampfinhalatoren aus Kunststoff

Ich nehme seit der Transplantation täglich:
- VitaminC Retard, 1 Kapsel 500mg täglich - zur Vorbeugung. Wirkt bei mir bei Schnupfen auch sehr gut - Abschwellen der Nasenschleimhäute. Funktioniert nicht bei allen. (vor der Tx durfte ich das nicht mehr vorbeugend einnehmen. Nur bei akuter Erkältung. Kann bei eingeschränkter Nierenfunktion die Bildung von Nierensteine/Blasensteine begünstigen.)
- Preiselbeer Tabletten oder Kapseln, ca.290mg/Mal - zur Pflege meiner Blase/Vorbeugen von Harnweginfekten
(mein Nephrologe glaubt zwar nicht unbedingt an die Wirkung von beidem als Vorbeugung, aber er lässt es zu, schaden könne es auch nicht ... :) )

Noch etwas ausführlicher zur Körpertemperatur:
- Ich hatte vor der Tx eine Standard-Körpertemperatur zwischen 35.5 und 36.5°C.
- Nach der Tx blieb die Temperatur mehr oder weniger gleich, bis etwa 10Mt nach Tx, als ich mit dem Ausschleichen des Kortisons (Prednisons) fast fertig war. Mein Nephrologe sagte mir, genau deshalb verzichete er nach einer gewissen Zeit auf Kortison: es decke vorhandene Entzündungen ab. Die Standard-Körpertemperatur stieg zu dieser Zeit um rund 1°C, auf 36.7-37.5°C. Und das fühlte ich jetzt auch. Ich fühlte mich ständig etwas angeschlagen.
- 14 Monate nach der Tx konnte ich Prograf verringern auf 2x3.5mg. Das wirkte sich auch auf die Standard-Körpertemperatur aus, die seitdem zwischen 36.5 und 37.0 schwankt. Und das Angeschlagen-Gefühl ging weg.

Betreffend Entzündung: mein Nephrologe hat mir gesagt, dass meine alten (Zysten-)Nieren ständig etwas entzündet seien. Das sei normal. Man könnte sie natürlich entfernen, aber solange sich die Auswirkungen in Grenzen halten, sei das nicht nötig, bzw. wäre das ein Risiko (grosse Operation), das man zur Zeit vermeiden sollte/kann.
Zudem habe ich bei der Tx ein resistentes Bakterium erwischt (Klebsiella ESBL), typischerweise geschieht das über den Kathether. Ich hatte mehrere Fieberschübe und wurde 2x mit "hochpotentem" Antibiotikum behandelt, das das Bakterium vorübergehend "wegputzte". Leider tauchte es beide Male nach etwa 10Tagen wieder auf. Wahrscheinlich verstecke es sich in meinen alten (Zysten-)Nieren, die seit der Tx viel weniger durchgespült würden als vor der Tx. Seit 10 Monaten hatte ich keine Fieberschübe mehr, obwohl das Bakterium immer noch da ist. Auch da sagt mein Nephrologe: solange sich die Auswirkungen in Grenzen halten, ist keine Nephrektomie meiner Zystennieren angebracht. Und eine Garantie, dass das Bakterium nachher weg wäre, gibt es nicht. Die Wahrscheinlichkeit sei allerdings hoch.

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