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Haustiere und Nierenpatienten. 09 Nov 2025 21:56 #528580

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Hallo,
ich hätte mal gerne eure Meinung bzw eure Erfahrungen.
Meine Frau und ich überlegen uns einen Berner Sennenhund an zu schaffen.
Im Moment bin ich mit meiner Nieren erkrankung noch halbewgs fit. Mein GFR beträgt so 35 mein Krea iat bei 2,2.
Allerdings treibt mich die FRage um, was passiert wenn ich an die Dialyse muss? geht das dann noch mit dem Hund?
Hört sich vielleicht komisch an.
Aber ich fühle mich unsicher wie ich mich entscheiden soll.
Habt ihr damit Erfahrungen?
Danke im Voraus.
LG Andi

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Haustiere und Nierenpatienten. 10 Nov 2025 00:35 #528581

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Lieber Andi
Früher wurde jeweils gesagt, dass man keine Haustiere haben könne, weil es Probleme geben könne. Haustiere können Krankheiten übertragen, Infektionen verursachen (zB durch Kratzer) usw. Das galt für Dialysezeit und wenn man transplantiert wurde. Ich wiederhole einen Text, den ich vor Jahren mal geschrieben habe im Zusammenhang mit CAPD und einem Welpen.

In den 90er Jahren war es üblich, dass Patienten, die mit der Dialyse begannen, gesagt wurde, dass sie künftig auf ihre Haustiere verzichten müssten. So war das bei meiner Mutter. Ob man dann diesbezüglich unter Druck gesetzt wurde, hing davon ab, von wem man dann betreut wurde. Vom erfahrenen Nephrologen, der abwägen und abschätzen konnte, wieviel Spielraum möglich war oder vom jungen Assistenzarzt, der sich und seine Durchsetzungskraft noch beweisen musste und sich noch nicht weit von den Vorschriften wegzubewegen wagte. Etwas plakativ, ok.
Über die Jahre hat man erkannt, wie wichtig Haustiere fürs Wohlergehen sein können und ist da etwas lockerer geworden oder genauer: man betrachtet und bespricht die Situation individuell, zeigt die Gefahren und heiklen Situation auf und gibt Empfehlungen und Tipps ab. So war das bei mir.
Auf einem Bauernhof CAPD zu machen ist natürlich grundsätzlich schon anspruchsvoller als in einer Hochhauswohnung ohne Haustiere. Es braucht mehr Organisation und Aufmerksamkeit, Regeln, Disziplin UND Ideen und Fantasie.
Ihr könntet für den Welpen im Schlafzimmer zB einen abgegrenzten Bereich (eine Art Laufgitter) zum Schlafen organisieren. Leicht zu reinigen, mit waschbaren Decken und Einlagen, die man einfach wechseln kann, wenn beim Welpen am Anfang noch nicht alles "dicht" ist.


Wenn man Haustiere hat, achtet man vielleicht etwas mehr auf Hygiene, lässt sich nicht gerade überall vom Hund ablecken, kümmert sich gut auch um kleine Verletzungen... Auch bei Dialyse ist das Immunsystem eingeschränkt, also heilt alles etwas langsamer und braucht Aufmerksamkeit und vielleicht sogar einen Arztbesuch. Mich hat kurz vor der Transplantation eine Maus gebissen, die meine Katze reingebracht hat. Ich rief beim Notfall an und fragte nach. Meine Tetanus-Impfung war etwas zu lange her, also ging ich hin, bekam eine Tetanus-Spritze und meine kleine Wunde wurde professionell gespült und verklebt.

Ein sehr wichtiger Punkt ist, dass man jemanden hat, der zum Haustier schaut, wenn man selbst nicht kann: während der Dialyse, wenn man wegen irgendwas länger ins Krankenhaus muss, bei einem Notfall.... (ich habe mal eine Geschichte mitbekommen, als eine Frau nach einer Lösung suchte, deren Hundesitter-Organisation nicht mehr funktionierte und sie fand einfach niemanden, der sich um ihren Hund kümmerte, während sie an der Dialyse war. Sie versuchte, ihn zu Hause zu lassen, aber er begann manchmal aus lauter Einsamkeit zu heulen oder zu bellen, sagten die Nachbarn und reklamierten. Sie war sehr verzweifelt.

Liebe Grüsse Kohana
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Haustiere und Nierenpatienten. 10 Nov 2025 13:57 #528582

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Hallo Andi, ich bin seit 25 Jahren Nierenkrank und zwischen durch mal 8 Jahre TX und wir hatten immer Hunde (dt. Boxer). Währen der der HHD bekam ich ab und auch mal Besuch eines meiner Hunde im Dialysezimmer, dass war dann immer der "Chefarzt". Achte mehr auf die Hygiene und sonst viel Spass und viel Freude mit Deinem neuen Familienmitglied.

VG
Tom

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Haustiere und Nierenpatienten. 10 Nov 2025 14:03 #528584

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...ich musste noch suchen, wo ich mal etwas dazu gelesen habe... Katzenklo reinigen, als Beispiel für einen heiklen Punkt und wie man damit umgehen kann

in dieser Diskussion auf www.reddit.com/r/transplant/comments/1na...t_having_pets/?tl=de hat es ein paar Beispiele, was Ärzte empfehlen, Raum zur Interpretation lassen und was die Transplantierten dann daraus machen.

und ein bisschen geordneter ein recht brauchbarer FAQ-Hinweis einer Pharmafirma

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Haustiere und Nierenpatienten. 13 Nov 2025 21:47 #528591

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.... Vielen Dank. Ihr habt. mir die Entscheidung erleichtert. Jetzt muss ich mal die nächsten Schritte überlegen.
Vielen Dank.

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Haustiere und Nierenpatienten. 02 Feb 2026 02:55 #528883

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Ich besitze einen AussieYorkie und sie ist extrem auf mich fixiert. Aufgrund meiner Nebenerkrankungen kann ich selbst nicht mehr gross raus und bin oft ans Bett gebunden. Da wir zu dritt in unserer Familie den gesamten Haushalt teilen, gibts eigentlich keine grossen Probleme. Doch wie behandelst du deinen Hund wenn du nichts mehr heben darfst und dein Hund muss zum Tierarzt. Wer hebt ihn ins Auto usw.. Berner Sennenhunde sind wahre Lieblinge, können aber bis zu 60 Kilo schwer werden. Traust du dieses Gewicht deiner Partnerin alleine zu?
Und bei uns ist es so, dass ich oft Spitalbesuche über 2, 3 Wochen auf mich nehmen muss. Doch wenn ich umständehalber in den Spital gehe, wird meine Maus regelmässig auch krank. Das geht von Pankreatitis bis Dauerschlaf, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Manchmal müssen wir uns wirklich gross Sorgen um sie machen und es geht nie ohne Tierarzt, dass keine Unterernährung stattfindet, keine Dehydrierung und die kolikartigen Schmerzen behandelt werden.
Meine Empfehlung: unbedingt einen Hund zutun. Alleine schon wegen dem Knuddelfaktor. Doch nicht über 10 Kilo schwer. Du trägst nicht soviel Hundefutter ran und kannst ihn in den Armen tragen, wenn was ist. Und wähle eine Rasse die es dir nicht übel nimmt, wenn sie ausserordentlich mal ein, zwei Tage nicht raus könnte und sich notgedrungen in der Wohnung austobt. Viel Erfolg!

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Haustiere und Nierenpatienten. 02 Feb 2026 14:03 #528884

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Interessanter Artikel zum Thema Hundehaltung:


Neurowissenschaft Sabber macht glücklich
Hundehalter haben weniger Depressionen und stressbedingte Störungen als der Rest der Bevölkerung. Forschende haben einen überraschenden Kuscheleffekt entdeckt, der die guten Gefühle hervorruft.
Von Jörg Blech
03.12.2025, 21.17 Uhr • aus DER SPIEGEL 51/2025

Des Menschen bester sabbernder Freund ist der Hund. Er dient ihm mitunter auf der Jagd oder bewacht sein Heim – und selbst wenn nicht, löst er nachweislich Glücksgefühle aus.

Eine starke Bindung zu Fiffi oder Waldi lindert Ängste und Depressionen, das ergab zum Beispiel im vergangenen Jahr eine Untersuchung an knapp 80 Halterinnen mittleren Alters. In manchen Betrieben werden Bürohunde von der Leine gelassen, auf dass sie dem möglichen Burn-out der Belegschaft entgegenwirken.
DER SPIEGEL 51/2025
Bislang ging die Wissenschaft davon aus, dass der Anblick der
schwanzwedelnden Geschöpfe beim Menschen für die Ausschüttung von Oxytocin sorgt, dem Kuschelhormon, das sich auch bei Eltern neugeborener Kinder findet. Doch jetzt präsentieren Forschende aus Japan im Fachblatt »iScience« eine andere Erklärung , in der Mikroorganismen eine entscheidende Rolle spielen: Demnach gelangen bestimmte Bakterien aus dem Speichel des Hundes in den Körper des Besitzers oder der Besitzerin und rufen darin die guten Gefühle hervor.


Die Erkenntnis wurde anhand von Tests an 14-jährigen Mädchen und Jungen in Tokio gewonnen. Jene, die mit einem Familienhund aufwuchsen, waren psychisch gesünder als Altersgenossen ohne Hund. Und sie waren von Bakterien besiedelt, die aus dem Maul des Hundes stammen. Diese Bakterien wirken offenbar auf die Psyche der jungen Leute und könnten laut der Studie daran beteiligt sein, das »Wohlbefinden von mit Hunden lebenden Jugendlichen zu verbessern«.
Ökosystem auf vier Pfoten

Der Wissenschaftler Stefan Reber von der Universität Ulm erforscht ebenfalls, inwieweit Hunde aufs Gemüt wirken. An der Studie aus Japan war er nicht beteiligt, er ordnet sie so ein: »Die Ergebnisse klingen sehr interessant. Womöglich dämpfen die von den Hunden stammenden Bakterien bestimmte Entzündungsreaktionen, die von Stress ausgelöst werden können.«

Unstrittig ist, dass der Hund und der Mensch jeweils wandelnde Ökosysteme sind, das eine auf vier Pfoten, das andere auf zwei Beinen. In der Mundhöhle und im Darm von Mensch und Hund leben Billionen nützlicher Bakterien, sie helfen bei der Verdauung und wehren schädliche Keime ab.
Küssen und Lecken

Klar ist auch, dass die Besiedler den Wirt wechseln können. So wie ein Hundefloh mitunter auf einen Menschen hüpft, kann ein Hundebakterienstamm auf Frauchen oder Herrchen übergehen.
Bürohund: Gegen Burn-out der Belegschaft

»Da Küssen und Lecken in der Mensch-Hund-Beziehung häufig vorkommen, wird vermutet, dass diese Interaktionen die Mund- und Darmflora der Besitzer verändern«, so die Forschenden aus Japan.

Frauchen und Herrchen können, das zeigten schon vorherige Studien, von den Hundebazillen profitieren. Diese trainieren nämlich das Immunsystem und können auf diese Weise das Risiko für Allergien und Autoimmunerkrankungen verringern. Auch der Umstand, dass bakterielle Besiedler generell das seelische Befinden beeinflussen können, ist Fachleuten bekannt. Bakterien aus dem Darm stellen bestimmte Signalstoffe her, die im Blutstrom oder entlang der Nervenbahnen das Gehirn erreichen können.

Erklären diese Zusammenhänge auch das Glück der Hundebesitzer? Mit seinem Team untersuchte der Wissenschaftler Takefumi Kikusui von der Azabu University rund 340 Teenager aus dem Großraum Tokio, von denen 96 einen Familienhund hatten. Zunächst bewerteten die Forschenden die seelische Verfassung der Jugendlichen. Tatsächlich hatten die Nicht-Hundebesitzer häufiger soziale Probleme, waren aggressiv und psychisch belastet. Auch die Analyse von Bakterien aus dem Speichel ergab Unterschiede. Die jungen Hundebesitzer trugen bestimmte Bakterienstämme, die den hundelosen Testpersonen in dieser Ausprägung fehlten.
Die Mäuse wurden sozialer

Die zwei Befunde waren erwartbar, aber hängen sie auch kausal zusammen? Um das herauszufinden, übertrugen die Forschenden die Bakterien der Hundebesitzer auf Mäuse. Im Zuge dieser Besiedlung änderten die Mäuse ihr Verhalten – sie wurden sozialer. In bestimmten Tests schnüffelten sie interessiert an Artgenossen, auch reagierten sie verstört, wenn eine Maus neben ihnen in einem durchsichtigen Rohr festsaß. Diese Form von Einfühlungsvermögen und Anteilnahme war bei Mäusen, die mit Bakterien von den Nicht-Hundebesitzern kolonisiert wurden, merklich schwächer ausgeprägt.

Natürlich kann man vom Verhalten einer Maus nicht gleich auf den Menschen schließen. Dennoch sind die Ergebnisse ein starker Hinweis darauf, dass die Hundebakterien in ihren Besitzern Gutes bewirken.

Möglicherweise helfen sie dem Immunsystem dabei, in seelischen Drucksituationen nicht überzureagieren. Einen ähnlichen Befund hatte Stefan Reber mit Kolleginnen und Kollegen im März im Fachblatt »Brain Behavior and Immunity« vorgestellt. Gesunde männliche Stadtbewohner, die einen Hund hatten, waren mit einem besonders robusten Immunsystem ausgestattet. Reber sagt: »Das verringert womöglich ihr Risiko für stressbedingte Störungen.«

Des Menschen bester Freund ist also wirklich einer zum Knuddeln. Doch auch der treue Gefährte fängt sich beim Schlecken und Lecken die Bakterien seines Gegenübers ein. Was die importierten Mikroorganismen eigentlich mit der Gefühlswelt des Hundes machen, hat noch niemand erforscht.
Folgende Benutzer bedankten sich: kohana

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Hi :)