Hallo Andrea,
erst einmal meinen Respekt für Deinen Vater und seine Einstellung, und auch für Euch als Familie, dass Ihr Euch so kümmert.
Vorab: Ich war nie selbst an der Dialyse und schreibe daher nicht aus eigener Erfahrung. Vielleicht können andere hier im Forum das, was ich schreibe, bestätigen, ergänzen oder korrigieren.
Für mich klingt das, was Du schilderst, vor allem nach einem Problem mit dem Flüssigkeitshaushalt. Also danach, dass sich über die Zeit zu viel Flüssigkeit im Körper ansammelt, bis es dann alle paar Wochen so weit ist, dass er als Notfall in die Klinik muss und dort über mehrere Tage wieder Flüssigkeit entzogen wird.
Anders gesagt: Es wirkt so, als würde die normale Dialyse ihn zwar regelmäßig entwässern, aber möglicherweise nicht dauerhaft genug auf sein tatsächliches Ziel bringen. Nach ein paar Wochen ist dann wieder so viel Flüssigkeit im System, dass es kritisch wird, besonders mit Wasser in der Lunge.
Du schreibst, Dein Vater habe abgebaut. Meinst Du damit eher mental, körperlich oder beides?
Falls er abgenommen hat, wäre das aus meiner Sicht ein wichtiger Punkt. Wenn ein Dialysepatient Gewicht verliert, das Trockengewicht aber nicht angepasst wird, kann es passieren, dass er auf der Waage scheinbar passt, tatsächlich aber trotzdem noch zu viel Wasser im Körper hat. Das sieht man nicht immer zuverlässig nur am Gewicht. Hinweise könnten zum Beispiel sein: Kleidung sitzt lockerer, Uhr oder Ring werden lockerer, Arme oder Beine wirken dünner, obwohl das Dialysegewicht ähnlich bleibt.
Ich würde deshalb gezielt nachfragen, ob das Trockengewicht in letzter Zeit neu überprüft und angepasst wurde.
Außerdem: Wasser in der Lunge kann natürlich mit Überwässerung bei Dialyse zusammenhängen, aber es kann auch durch eine Herzschwäche oder eine zusätzliche Herzbelastung begünstigt werden. Wurde das Herz gründlich abgeklärt, also zum Beispiel mit EKG, Herzultraschall/Echo, Pumpfunktion, Klappen, Rhythmus und Blutdruckverlauf?
Und zur Ernährung: Ich würde nicht zuerst an einzelne Lebensmittel, Kalium oder Phosphat denken, sondern eher an Flüssigkeit und Salz. Salz kann Durst verstärken und dazu beitragen, dass mehr Flüssigkeit im Körper bleibt. Wenn also zum Beispiel salzhaltige Snacks, Wurst, Käse, Brühe oder ähnliches dazukommen, kann das durchaus Einfluss haben, auch wenn die reine Trinkmenge gar nicht so hoch erscheint.
Ich würde das beim Nephrologen oder im Dialysezentrum gezielt ansprechen.
Aus meiner Sicht ist die Frage nicht (nur): "Was darf er essen?", sondern vor allem: "Warum läuft er immer wieder voll, und wie verhindert man, dass das regelmäßig wieder passiert?"
Wenn es regelmäßig passiert, spricht das aus meiner Sicht eher dafür, dass die grundsätzliche Einstellung nicht stabil ist und noch einmal genauer auf Trockengewicht, Dialysedauer, Flüssigkeitsentzug, Salz/Flüssigkeit und Herzbelastung geschaut werden sollte.
Alles gute für Euch. Kopf hoch, das wird! Manchmal dauert es nur etwas.
vG
Anja