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... "Sie nehmen sooo viele Medikamente!" 29 Apr 2026 17:24 #529479

  • kohana
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Wer kennt das auch….

Die meisten Nierenpatienten sind schon älter, wenn sie dialysepflichtig werden und bis dahin haben sie möglicherweise schon mit einigen Baustellen zu kämpfen: zu hoher Blutdruck, Magen-/Darmprobleme, Osteoporose, Schmerzen, Hautprobleme… und nehmen deswegen auch schon verschiedene Medikamente ein. Dann sind sie an der Dialyse und/oder transplantiert und es kommen noch mehr dazu. Wenn man Glück hat, wird die Anzahl der Medikamente nicht so gross, nimmt vielleicht wieder ab. Wenn nicht, dann kann die Liste der regelmässigen oder bei-Bedarf-Medikamente eine eindrückliche Grösse annehmen.

Man hat also mal wieder einen Termin bei einem (neuen) Facharzt bzw. eher einem neuen Assistenzarzt (insbesondere die – sie wechseln ja ständig) und hört dann regelmässig: „Uuuuh, sie nehmen aber viele Medikamente! Da muss man unbedingt etwas machen!“.

Beim Verlassen der Praxis gibt es dann meist zwei Szenarien diesbezüglich:

Szenario 1:
Der Arzt hat eines oder mehrere Medikamente gestrichen, per sofort oder allenfalls mit einem eigentlich empfohlenen stufenweisen Absetzen. „Wir versuchen das mal ohne das Medikament X.“ – Betonung auf „Wir“.

Wenn man Pech hat, treten die Symptome dann nach einer gewissen Zeit wieder auf und man steht vor dem Problem, wen man jetzt angehen soll: den Arzt, der das Medikament gestrichen hat und mit dem man erst in ein paar Monaten wieder einen Termin hat oder den nächsten Arzt, mit dem man einen Termin hat. Vielleicht hat man Glück und der nächste Arzt glaubt einem - sofort oder nach einer gewissen Zeit.
Vielleicht hat man Glück und das Absetzen hat keine unangenehmen Folgen.

Szenario 2
Der Arzt hat kein Medikament gestrichen (hatte keine Zeit zur Durchsicht, hatte doch Zweifel oder Hemmungen…), aber er hat ein neues, zusätzliches Medikament verschrieben.

Zusammenfassend:
Es spricht ja nichts dagegen, die Zahl der Medikamente möglichst klein zu halten. Jedes einzelne hat Nebenwirkungen und gegenseitig haben sie Wechselwirkungen. Aber für Patienten kann das Auf und Ab und die damit verbundenen (frustrierenden) Diskussionen mit Ärzten sehr zermürbend sein.
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... "Sie nehmen sooo viele Medikamente!" 29 Apr 2026 20:00 #529481

  • Skjaldbaka
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Prima Thema! :grgr:

Ja, kenne ich, etwas anders, aber....
Auf meinem Medikamentenplan stehen mittlerweile 17 permanente und Bedarfsmedikamente, alles von meinem Nephrologen abgesegnet, dass allermeiste von ihm angeordnet.
Bis vor 4 Jahren habe ich überhaupt keine Medikamente genommen.
Ich habe eine Schleimbeutelentzündung im linken Ellbogen. Mittlerweile ist die chronisch. Letzten Sommer war sie akut, aber der Orthopäde, bei dem ich einen zeitnahen Termin ergattern konnte, hat mir jede wirksame und für meine Krankheitsbilder (schweres Post Covid, CKD Stadium 4 plus Begleiterkrankungen wie Anämie, Gicht, Azidose,etc..., postinfektiöses Asthma) mögliche Behandlung (=Cortison, evtl. direkt in den Schleimbeutel) versagt, nachdem er meinen Medikamentenplan gesehen hat. Da wolle er nicht reingrätschen.... Und das obwohl ich Cortison als Asthmaspray nutze und es verordnet bekomme, wenn ich einen GIchtanfall habe....
Jetzt ist die Entzündung immer noch da, mittlerweile chronisch, mit Begleiterscheinungen, wie brennenden Schmerzen.
Auch mein Hausarzt staunt immer wieder, wenn ich ihm den aktualisierten Plan zukommen lasse, streichen hat er aber noch nicht versucht, würde ich mir auch verbieten. Es hat 18 Monate gedauert, meinen völlig entgleisten Blutdruck einzustellen. Da lass ich keinen Pfuscher dran.
Wenn mir jemand etwas zusätzliches verordnet, rufe ich meinen Neph an, bevor ich es aus der Apotheke hole. Ich nehme nichts, was er nicht abgesegnet hat, zumal ich Auffälligkeiten im EKG (extrem verlängerte QT-Zeit, Gefahr von lebensgefährlichen Rhythmusstörungen), da gibt es eine Menge sehr problematische Medikamente.

Bin gespannt, was da noch so zum Thema kommt.
Schönen Abend!
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Hi :)