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erste Dialyse 18 Jun 2002 13:42 #197626

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Hallo!
Fange erstmal ganz von vorne an. Meine Mama wurde am Freitag die Gallenblase entfernt. Op gut verlaufen, am nächsten Tag kam sie auf die Intensiv und bekam dort Blutkonserven, da sie ziemlich viel Blut verloren hatte. Sie ist Diabetikerin. Die Nieren arbeiteten dann nicht mehr, sie wurde ins künstliche Koma gelegt (ist sie jetzt noch). Mittlerweile arbeiten die Nieren wieder ein wenig. Heute haben sich die Ärzte entschlossen eine Dialyse durch zu führen. Sie wollten jetzt erstmal eine Langzeitdialyse machen. Ich habe da absolut keine Ahnung von und habe tierische Angst. Könnt Ihr mir ein wenig dazu erklären - ich bin so nervös. Vielen Dank Aimee

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Re: erste Dialyse 18 Jun 2002 13:57 #197627

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Hallo aimee,
also nach Deiner Schilderung nehme ich an, dass die Ärzte hoffen, dass die Nieren wieder - zumindest ausreichend - arbeiten. das gibt es bei akutem Versagen manchmal, dass sie wieder anspringen. Wenn das nicht gelingt oder die Leistung nicht ausreicht, um den ganzen Körper zu entgiften, dann muss Deine Mutter an die Dialyse. Da gibt es eine ganze Reihe Möglichkeiten, hängt von Alter, körperlichem Zustand und anderen Faktoren ab. Grob gibt es zwei Arten: 1. Peritonealdialyse. Dazu wird ein Schlauch (Katheter) in den Bauch gepflanzt, über den viermal am Tag Flüssigkeit in den Bauch und wieder rausgeleitet wird. Hierbei leistet das Baufell die Entgiftungsarbeit. 2. Hämdodialyse: Hier übernimmt eine Maschine die Arbeit, an die mal dreimal in der Woche 4-5 Stunden muss. Dazu braucht man einen Zugang (Shunt), der in lokaler Betäubung am Unterarm hergestellt wird. Schließlich besteht noch die Chance, transplantiert zu werden.
Auf jeden Fall ist das Leben auch mit Dialyse noch lebenswert! Ich bin seit 25 Jahren dialysepflichtig. Wenn Du jetzt noch mehr wissen willst, kannst Du hier weiterfragen oder mir ne Mail schicken (Adresse findest Du auf meiner User-Seite). Schöne Grüße und alles Gute für Deine Mutter Hans-DIeter

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Re: erste Dialyse 04 Jul 2002 09:40 #197853

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Hallo Hans-Dieter,

ich bin nicht Aimee, ich bin Susanne, aber auch ich habe eine Mama, die gestern Ihre erste Dialysebhandlung hatte. Wir waren schon drauf eingestellt, daß das früher oder später passieren wird, aber dann ging es doch recht schnell. Ich hatte sie ins Krankenhaus gebracht, weil sie mir so komisch vorkam, durcheinander, immer müde und gereizt, kurzatmig und und und. Im Krankenhaus hat man festgestellt, daß der Kreatininwert von vorher 3,8 auf 5,8 angestiegen ist, die Harnstoffe waren sehr hoch, ich glaube über 1000. Die Shunt-OP wurde durchgeführt und sie wurde wieder entlassen. Jetzt drei Wochen später ging das gleiche Spiel wieder los, es ging ihr absolut schlecht, sie kann nichts mehr machen weder ein bischen Haushalt noch spazieren gehen, sie hat einfach keine Luft, sie kann mich nichtmal besuch weil sie die 10 Stufen nicht hoch kommt. Gestern war die erste Dialyse über 2 Stunden, 2 Liter Wasser wurden ihr entzogen.
Wie geht das weiter ? Geht es Ihr irgendwann mal wieder richtig gut ? Kann man relativ normal damit leben ? Ich würde Ihr gerne was positives sagen, kann ich das ?
Viele Grüsse
Susanne

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Re: erste Dialyse 04 Jul 2002 11:24 #197856

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Hallo Susanne,
also du wirst sehen, deiner Mutter geht es bald wieder besser. Wenn erst mal das Wasser von der Dialyse aus Ihrem Körbergezogen worden ist und die Giftstoffe im Blut, auch nicht mehr so hoch konzentriert sind. Wird es deiner Mutter wieder besser gehen, ja vielleicht auch wieder so, das Sie wieder etwas Hausarbeit machen kann und zu dir wieder öfters zu Besuch kommen wird. Du wirst sehen, das sie die 10 Stufen, dann wieder schafft, ohne groß darüber nachzudenken. Nur das braucht etwas Zeit. Ich denke so in 4 bis 6 Wochen, wird man die ersten Erfolge der Dialyse spürbar Merken. Vielleicht auch schon früher. Du wirst sehen, dann wird deine Mutter sich auch wieder als Mensch fühlen. Denn dann kann Sie wieder was leisten und am Leben teilnehmen. Mich würde noch Interessieren, wie Alt deine Mama ist.

Liebe Grüße
AlterH6er

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Re: erste Dialyse 04 Jul 2002 12:35 #197860

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Meine Mama ist jetzt 60 Jahre alt, ist seit einem Jahr in Rente und jetzt kommt sowas. Sie hat beidseitige Schrumpfnieren, leidet an Bluthochdruck und Diabetes Typ II, also Sie hat überall voll zugegriffen. Woher die Schrumpfnieren kommen weiss keiner so genau, der jetzt behandelnde Nephrologe meinte es sei eine Erbkrankheit, meine Oma ist mit 82 Jahren im Oktober an Nierenversagen gestorben und meine Mutter erinnert sich an eine Tante, die ihr als Kind mal sagte, dass sie nierenkrank sei. Wir wissen seit ca. 3 jahren, daß Sie nierenkrank ist und hofften halt, daß man es noch lange rausziehen kann, aber dem war leider nicht so, es ging jetzt alles sehr schnell. Weißt Du meine Mutti lebt auch noch seit 20 Jahren ganz alleine, hat keinen Partner an Ihrer Seite, der Sie in den schweren Tagen begleiten könnte, ich denke dann ist das alles doppel schlimm. Aber es wird wohl so sein, wie ihr sagt, dass es ihr bald besser geht und sie dann auch wieder am Leben teilhaben kann. Ich würde ihr ja gerne eine Niere spenden, habe aber gehört, dass das auch nicht immer so positiv für den Empfänger ist. Ich warte halt mal ab und hoffe das beste. Vielen Dank für deine aufmunternten Worte und bis bald
Susanne

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Re: erste Dialyse 05 Jul 2002 08:04 #197878

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Hallo Susanne!
Das kommt mir alles so bekannt vor. Meine Mama ist 57, hat ebenfalls Diabetes Typ II und auch Bluthochdruck. Sie ist seit 9 Jahren alleinstehend und hat nur mich, der sie durch diese Zeit führt. Aber es geht ihr besser. So wie es aussieht funkionieren ihre Nieren nach der Dauerdialyse wieder.
Ich würde mich freuen, von Dir zu hören. Habe nämlich einige fragen bezüglich des Zuckers....
Viele Grüsse
Aimee

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Re: erste Dialyse 05 Jul 2002 08:20 #197879

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Hallo Aimee,
Na, da können wir uns die Hand geben. Schön daß die Nieren Deiner Mutter wieder funktionieren, das wird bei meiner Mama wohl nicht passieren, Ihre Nieren sind auch nicht durch den Zucker kaputt gegangen, sie hat beidseitige Schrumpfnieren, die so klein sind, daß man sie kaum noch sehen kann, da wird nichts mehr funktionieren. Vielleicht kannst Du dich bei mir melden unter:

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Re: erste Dialyse 05 Jul 2002 09:30 #197880

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on 4. Jul 2002 12:35 susanne wrote:

......Ich würde ihr (meiner Mutter) ja gerne eine Niere spenden, habe aber gehört, dass das auch nicht immer so positiv für den Empfänger ist....

Wer hat dir das gesagt - oder woher weißt du das? Ich glaube, gerade in diesem Punkt irrst du gewaltig. Alle Statistiken zeigen, dass Lebend-Nieren-Spenden in der Regel deutlich erfolgreicher sind als Leichen-Nieren-Spenden....

Es gibt hier bei Dialyse-Online einige, die darüber viel erzählen können. Vielleicht nützt es dir etwas, diese Frage hier zu stellen....
Viele Grüße, Gerd

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Re: erste Dialyse 05 Jul 2002 10:00 #197881

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Hallo Gerd,
ich hatte diesbezüglich im Krankenhaus mit der Ärztin gesprochen, die sagte mir, daß meine Mutter evtl. schon zu alt sei für eine Transplantation (60 Jahre). Eine Ärztin aus dem Dialysezentrum sagt mir, daß es eine Menge Menschen gäbe, denen es nach der Transpl. schlechter ginge als mit der Dialyse, weil man ein lebenlang starke Medikament nehmen muß. Letztendlich würden die transplantierenden Ärzte entscheiden ob ja oder nein. Meine Mutter ist allerdings nicht nur Nierenkrank sondern leided außerdem an einem sehr hohen Blutdruck und Diabetes Typ II. Man sagte mir, daß gerade der Diabetes nach einer Transplantation evtl. noch schlechter würde, außerdem muß man prüfen ob meine Mutter überhaupt transplantations fähig ist und ob meine Niere passen würde, ich solle ihr da mal keine zu großen Hoffnungen machen.

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Re: erste Dialyse 05 Jul 2002 10:18 #197882

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Hallo Susanne,

also dazu muß ich nun auch mal was sagen. Denn ich selbst habe Typ 1-Diabetes, bin 34, und auch bei mir ist der Zucker nicht auslösend gewesen für die Nierenerkrankung. Dieser Ärztin kann ich nicht so recht folgen. Erstens ist man mit 60 Jahren nicht zu alt für eine Transplantation, im übrigen gibt es in Deutschland keine festgesetzten Altersgrenzen, ab denen nicht mehr transplantiert wird. Zweitens käme Deine Mutter als Diabetikerin auch auf eine andere Transplantationsliste in Leiden, weil für sie ja eine Doppeltransplantation in Frage käme. Diese wird bei Diabetikern bevorzugt, da sonst der Diabetes eine neue Niere ja wieder unnötig zusätzlich belasten würde. Ich denke, Du solltest mal eine andere ärztliche Meinung einholen. Ansonsten finde ich es gut und richtig von Dir, dass Du Dir hier Rat holen willst. Aber bitte sieh nicht alles so negativ. Ich bin zwar selbst sehr sensibel und habe Angst davor, dass bei mir die Dialyse bald beginnen könnte. Doch ich glaube auch, dass es ein Leben danach gibt. Also Kopf hoch und Alles Gute für Euch! Björn

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Re: erste Dialyse 05 Jul 2002 10:45 #197884

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Hallo Björn, ihr seid hier echt alle spitze, ich finde es toll, daß ihr mir immer wieder Mut macht, denn es belastet mich wirklich sehr. Weißt Du ich lebe mit meiner Mutter in einem Haus, wir beide zusammen waren jahrelang alleine und ohne Partner, irgendwie haben wir eine sehr innige Beziehung zu einander. Ich selber denke ja auch immer, na ja so schlimm ist es nicht und hauptsache es geht ihr wieder gut, aber wenn man selber drin steckt, ist das denke ich eine ganz andere Sache. Ich muß zwar auch täglich zur Arbeit gehen, aber so eine Dialyse ist schon ne ganz andere Sache. Ich denke ich kann mich da garnicht so richtig reinversetzen. Wenn mir jemand Tips geben kann, wohin ich mich wenden muß um eine evtl. Transplantation in die Wege zu leiten wäre ich euch wirklich dankbar.
Dir Björn wünsche ich, daß es Deine Nieren noch sehr lange mitmachen. Ich selber z.B. halte sehr viel von der chinesischen Ganzheitsmedizin, vielleicht versuchst du das auch mal, schaden kanns auf jeden Fall nicht.
Weiterhin alles Gute und viel Glück
Susi

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Re: erste Dialyse 05 Jul 2002 11:28 #197887

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Meine Mutter ist letztes Jahr 60 geworden und seit letztem Jahr zum 2. Mal transplantiert.

Es ist sicher so, dass man es sich gut überlegen muss, ob einem ganz persönlich eine Transplantation die Lebensqualität verbessert. Transplantation ist nicht DIE Lösung aller Probleme, aber für viele Nierenkranke eine ideale.

Darüber wurde hier schon viel diskutiert. Auch hier wurden beide Meinungen vertreten (Ja, unbedingt transplantieren / nein, ich will an der Dialyse bleiben). Lebensqualität ist eben kein mathematischer Wert, sondern hängt von allen möglichen, zum Teil sehr persönlichen Faktoren ab.

Man darf sich bei seiner Entscheidungsfindung sicher nicht von einem Arzt einfach so abspeisen lassen, sondern muss hartnäckig versuchen, an alle Informationen zu kommen, die man braucht. Eine zweite Arztmeinung ist sicher eine gute Idee, wenn diese Ärztin das Thema einfach so abschliessend beurteilt.

Den Entscheid muss man für sich selbst fällen und auch dazu stehen können, damit man sich dann nicht ständig Vorwürfe macht in der Art ja wenn ich jetzt damals.... und Vorhaltungen der Umwelt entgegenhalten kann (den Verwandten/Freunden und Bekannten, die oft ohne genau zu verstehen, worum es geht, gutgemeinte Ratschläge geben, weil sie gerade was darüber gelesen oder im TV gesehen haben.)

Es gibt bei der Transplantation keine medizinische Altersgrenze wurde mal in einem Vortrag von kompetenter Stelle gesagt. Wenn, dann wäre dies ein politischer Entscheid! Bei älteren Menschen wird offensichtlich versucht, Organe älterer Menschen zu verwenden, die jüngeren gar nicht transplantiert werden könnten. Find ich vernünftig.

Es gibt aber sicher einige vernünftige Gründe, die gegen eine Transplantation sprechen können:

Seitens des Patienten:
Mangelnde Compliance / Bereitschaft des Patienten, eine solche Operation über sich ergehen zu lassen, das Operationsrisiko zu tragen, die Medikamente (die schwerwiegende Nebenwirkungen haben können) ein Leben lang zu nehmen, mit der Angst vor dem Organverlust zu leben, mit der Angst vor Krankheiten zu leben, die man bekommen kann, weil das Immunsystem nicht voll funktionsfähig ist usw.
Jedermann hat das Recht, so zu denken und seine Entscheidung danach zu richten.

Medizinische Gründe
Schlechter allgemeiner Gesundheitszustand (das Operationsrisiko ist zu hoch) oder andere bestehende Krankheiten, die das Überleben des Transplantates massiv gefährden (Krebs...)
Solche Argumente muss man natürlich ernst nehmen, wenn sie fundiert sind bzw. von kompetenter Seite stammen und einem nicht einfach so zwischen Tür und Bank oder eben abwiegelnd mitgeteilt wurden.

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Hi :)