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Angehöriger braucht Hilfe und Einschätzung 13 Aug 2019 12:32 #511332

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Hallo, ich heiße Sebastian und mache mir Sorgen um mein Vater.
Mein Vatter ist 67 Jahre alt und ist jetzt seit einem halben Jahr an der Dialyse, 3 mal die Woche.
Begleiterkrankungen hat er reichlich.
Globale dekompensierte Herzinsuffizienz.
Verlor eine Niere durch den Krebs und die andere hat aufgegeben, deshalb Dialyse.
Ziehen ihm jedesmal um die 4-5 Liter Wasser raus und dabei fällt hin und wieder der Blutdruck unter 75/50.
Er hält sich nicht an die Trinkmenge noch an einen gesunden Lebenstil. Zudem trinkt er 2 Flaschen Wein jeden Abend, und wundert sich am nächsten Tag, das es ihm schlecht geht.
Bekommt oft schlecht Luft und Panik.
Wo geht die Reise hin? Kann ich irgendwas machen oder ist er schon zu eingefahren um was zu ändern?

Gruß

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Angehöriger braucht Hilfe und Einschätzung 13 Aug 2019 13:37 #511333

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Herzinsuffizienz und Dialyse ist eine nervige Kombination.

Man weiß oft nicht, ob die Ödeme in den Beinen vom Herz oder von zuviel Wasser kommen.

Wenn der Blutdruck nach der Dialyse im Keller ist, kann auch zuviel Wasser entzogen werden.
Die Kombination aus Alkohol+Dehydrierung begünstigt auch Kopfweh und Kater nach der Dialyse.
Zum Messen des Wassergehalts im Körper gibt es an der Dialyse ein Messgerät, das ähnlich wie ein EKG einen Stromimpuls durch den Körper leitet und aufgrund des elektrischen Wiederstandes den Wassergehalt berechnet. (Viel Wasser im Körper verursacht höhere elektrische Leitfähigkeit und zuwenig Wasser eben das Gegenteil)

Und dein Vater sollte sich salziges essen abgewöhnen. Salz verursacht Durst. Kein Durstgefühl ist schlimmer als das von salzigem Essen.
Da gewöhnt man sich auch recht gut daran und irgendwann schmeckt jedes "normale" Essen total versalzen.
Das fängt schon bei Beilagen wie Reis an. Für mich schmeckt normal gekochter Reis total versalzen.

Jedes Gramm Salz das wir Dialysepatienten verspeisen, bleibt im Blut bis zur nächsten Dialyse und macht uns durstig. Wenn man sich die versteckten Salze in den Lebensmitteln mal genauer ansieht, kommt eine Unmenge an Salz pro Tag zusammen.

Und mach deinen Vater bitte keine Vorwürfe, weil er am Abend gerne mal 2 Flaschen Wein trinkt.
Dialyse ist eine künstliche Lebenserhaltung und jeder Mensch hat das Recht seinen Lebensabend so zu verbringen, wie er es möchte.

Ein ideale Blutdruck wäre 120-130, damit Spielraum für Schwankungen vorhanden ist.
Während der Dialyse zu schlafen hilft enorm, damit der Körper parallel zur Belastung regenerieren kann.
Bei vielen Patienten mit Blutdruckabfällen hilft es, eine Jause zu essen um den Kreislauf zu stärken.

Kenne einige Dialysepatienten, die vor der Dialyse jedes mal im Wirtshaus sind, ist auch eine Form von Lebenskultur die man so respektieren muss. Die trinken aber eher Schnapps als Wein um Trinkmenge zu sparen.

LG
Chris

P.S. Bin 28 jahre alt und seit 2 Jahren an der Dialyse, weil mein eigenes Immunsystem meine Nieren zerstört hat.
So hat jeder Mensch eine andere natürliche Lebenserwartung. Ich hätte mit 26 sterben sollen und jedes weitere Jahr das ich leben darf ist nur eine künstliche Verlängerung.
Man kann als Dialysepatient ruhig einen ungesunden Lebensstil haben, man muss aber die Grenzen seines Körpers kennen und bei der Dialyse kommen soviele Faktoren zusammen, dass man oft nicht weiß, welche Grenzen man überschritten hat. Am Ende zählt dann doch nur das eigene Wohlbefinden. Wein trinken und zufrieden sein, gehört da eben auch dazu.

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Angehöriger braucht Hilfe und Einschätzung 13 Aug 2019 15:01 #511334

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So hab ich das noch nicht gesehen.

Danke für die Antwort

Gruß

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Angehöriger braucht Hilfe und Einschätzung 16 Aug 2019 20:56 #511349

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Hi Sebastian
Ich verstehe Deine Sorgen um Deinen kranken Vater sehr gut! Habe selbst so ein sturköpfiges Exemplar... Er hat es nicht mit den Nieren (Die mit der Niere bin ich), dafür mit dem Herz. Trotz unzähliger Beipässe raucht er immer noch Zigarren, isst fettige Speisen und ist mind 50kg zu schwer.... Aber wir jungen können da leider nicht viel ausrichten. Auch wenn uns das traurig, wütend und hilfos macht mit anzusehen wie ein Elternteil so grob und selbstzerstörerisch mit sich und seinem Körper umgeht... Es sind mündige Menschen
Hilfreich für eine allfällige Transplantation ist der Lebensstil Deines Vaters jedenfalls nicht, falls dies sein Ziel sein sollte.
Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld.

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Angehöriger braucht Hilfe und Einschätzung 20 Aug 2019 18:43 #511385

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Hallo,

wenn man im Kopf hat, viel trinken ist gut für die Nieren und essen hält Leib und Seele zusammen, ist das garnicht so einfach mit der veränderten Situation in diesem alter klar zu kommen ( das heisst nicht für jüngere ist es leichter!).

Du musst deinem Vater verständlich machen, dass sein leben davon abhängt, wie weit er sich mit der Krankheit auseinander setzt, den es gibt nur zwei Möglichkeiten, leben oder aufgeben.

Ich bin jetzt 42 J Nierenkrank und es war sehr schwer soweit zu kommen , aber ich habe die Krankheit nicht mein leben bestimmen lassen und bis heute habe ich auch alles gut gemeistert.

Holt euch ärztliche und psychologische Hilfe

Alles Gute!

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Hi :)

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