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Als PDler stationär im Krankenhaus - wie funktioniert das? 15 Apr 2024 18:56 #525185

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Hallo zusammen,

wie regelt Ihr als PDler geplante Krankenhaus-Aufenthalte, um sicherzustellen, dass Ihr dort sichere Bedingungen für die Durchführung Eurer Beutelwechsel vorfindet?

Nach mehreren Monaten des Austausches mit allen Beteiligten dort (Krankenhaus-Organisation, endokrine Chirurgie, Nephrologie) stieß ich heute am lange erwarteten Aufnahmetag allerorten auf völliges Unverständnis, Unwissenheit und Gleichgültigkeit, weil ich nicht in einem Zweibettzimmer CAPD machen wollte. Es gab keinerlei Einsicht und Lösungsangebote, so dass ich ganz entsetzt und ratlos abgereist bin.

Links die Zimmertür mit lauter PD-unkundigem Gesundheitspersonal dahinter, das absehbar ein lapidares Warnschild an der Tür ignorieren würde. Und rechts eine Mitpatientin, deren Mitwirkungs-Willen und/oder -Können beim mehrmals täglichen Einhalten meiner Hygiene-Erfordernisse niemand abschätzen und ja keineswegs verbindlich einfordern könnte. Es hätte völlig gereicht, mir für die Zeit der Beutelwechsel einen störungssicheren Raum zur Verfügung zur stellen. Mir ein Einzelzimmer zu "erschleichen", war nicht meine Intention (hat auch niemand behauptet).

Das war wirklich gruselig und es ist vor allem nichts gelöst. Die Wohnung ist voller nach-OP-Dialyse-Lösung (1,75 mmol/l Calcium), während ich ganz von vorn mit der Kliniksuche und dem Warten auf einen Termin beginnen muss, ohne zu wissen, ob es in der Nebenschilddrüsen-Chirurgie anderswo verantwortungsvoller zugeht.

Freundliche Grüße,
fabienne

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Als PDler stationär im Krankenhaus - wie funktioniert das? 15 Apr 2024 19:16 #525186

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Hi, aber bei einer NSD-OP bleibst Du doch eh höchstens 1 Nacht. Zum Stöpseln kannst Du ins Badezimmer gehen. Während des Aus- und Einlaufs legst Du Dich auf Dein Bett.

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Als PDler stationär im Krankenhaus - wie funktioniert das? 15 Apr 2024 19:49 #525187

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So kaputt wie das Gesundheitssystem ist wird im Spital fast nurnoch mit Desinfektionsmittel gewischt und kaum mit Putzmittel geputzt.
In so einem Krankenhaus-Badezimmer ist das Risiko enorm sich Bakterien mit hoher Resistenz gegen Desinfektionsmittel einzufangen....

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Als PDler stationär im Krankenhaus - wie funktioniert das? 15 Apr 2024 20:03 #525189

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Hi Fabienne,

es ist in der Tat ein katastrophaler Zustand in den Kliniken - egal ob ambulant oder stationär - sie sind nicht bereit, einen Raum für den Beutelwechsel zur Verfügung zu stellen.

Ich kann Deine Verzweiflung so gut verstehen - es ist ein untragbarer Zustand!

Dabei bräuchten sie nur ihr sogenanntes „Sanitätszimmer“, welches jeder AG für seine Beschäftigten nach Arbeitsschutzgesetz haben muss zur Verfügung stellen…

Man ist im KH mit PD regelrecht verraten und verkauft…

LG Birdie

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Als PDler stationär im Krankenhaus - wie funktioniert das? 16 Apr 2024 06:31 #525190

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Ich habe damals jeweils Einzelzimmer bekommen. In unserem Feldwaldundwiesenkrankenhaus kannten sie sich aber mit PD nicht aus. Ich musste meine Beutel selber mitbringen und nach der Vollnarkose sofort selber Beuteln. Das ging aber. Im anderen Krankenhäusern haben sie mit Mühe und Not die Beutel beschaff und nach der OP es einmal für mich gemacht. Hätte ich selber nicht geschafft. Damals, vor 23 Jahren war die NSD-OP noch ein Riesending. Ich hatte eine hässliche Wurst am Hals mit Drainage und musste 5 Tage bleiben.
Also, ich hätte das Beuteln im Bad gemacht. Es fliegen auch zu Hause ausreichend Keime herum, überall. Viel wichtiger ist dieHandhygine und dass Du eine Maske aufhast. Was in Nase und Rachen lebt, ist viel gefährlicher als irgendwelche Krankenhauskeime, jedenfalls für die PD.

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Als PDler stationär im Krankenhaus - wie funktioniert das? 16 Apr 2024 13:02 #525193

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Es gibt in Krankenhäusern auch Keime mit so hoher Resistenz gegen Desinfektionsmittel, dass du dir reinen Alkohol über die Hände kippen kannst und sie überleben das und vermehren sich weiter.
Gab mal nen guten Beitrag dazu von Galileo auf Pro7 zu dem Thema.
Eine Umgebung wo viel Desinfektionsmittel benutzt wird sorgt für eine Form der Auslese wo nur die wiederstandsfähigsten Keime sich vermehren können. Und wenns notwendig ist bauen Keime eine Resistenz auf die mit jeder Generation stärker wird. Eine Anpassungsfähigkeit und eine sauschnelle Evolution, dass man neidisch werden kann.

Drum wasch ich mir in Spitälern die Hände immer mit meinem Duschgel, das kennen die Spitalskeime nämlich nochnicht.

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Als PDler stationär im Krankenhaus - wie funktioniert das? 16 Apr 2024 18:27 #525196

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Hallo fabienne,
Ich war bis jetzt einmal mit PD (PD Beginn 1.12. 23) im Krankenhaus, für 3 Tage zur Darm-Magenspiegelung
Ich hatte das Glück, dass mein früherer Nephro und dessen pflegerischer Mitarbeiter in dieser Klinik arbeiten.
Es war alles einigermaßen vorbereitet, ich bekam ein Einzelzimmer und hatte selbst einen Zettel mit Infos geschrieben und den dann beim Wechsel an die Tür gehängt.
Wäre dieser Pfleger ausgefallen und wäre ich nicht in der Lage gewesen, selbst Beutel zu wechseln, dann wäre es vermutlich nicht so gut gelaufen. Ich hatte Glück.

Versuche eine Klinik zu finden die eine nephrologische Abteilung hat und auch PD anbietet. Das schützt leider nicht wirklich vor allem was Du erlebt hast.
Mehr kann ich Dir dazu leider nicht sagen.
Ich wünsch Dir gutes Vorankommen!
Elisabeth

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Als PDler stationär im Krankenhaus - wie funktioniert das? 17 Apr 2024 00:25 #525197

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Hallo,

Hi, aber bei einer NSD-OP bleibst Du doch eh höchstens 1 Nacht. Zum Stöpseln kannst Du ins Badezimmer gehen. Während des Aus- und Einlaufs legst Du Dich auf Dein Bett.

- 1 Tag prä-OP, OP-Tag, 3-4 Tage post-OP waren vorgesehen (bei nicht-Nierenpatienten 1-2 Tage post-OP)
- Nassräume wurden mir gewiss nicht als geeignete Dialyseorte vorgestellt
- mir ist beim Beutelwechsel gerne mal sehr schwindelig - eine Liegeoption nebendran ist super, Ortswechsel währenddessen sicher nicht

Freundliche Grüße,
fabienne

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Als PDler stationär im Krankenhaus - wie funktioniert das? 17 Apr 2024 01:40 #525198

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Hallo Wickenduft,

ja, gerade wegen all des Austauschs vorab mit der Nephrologie dort, die die PD verantwortlich betreuen sollte, wirkt es so bizarr und macht mich so ratlos: Es ist eine Uniklinik, die selbst PD-Patienten schult. Die "eigenen" Patienten wird man täglich auf sämtliche Hygiene-Routinen einschwören. Dann soll in einem anderen Fachbereich die begleitende Dialysebehandlung betreut werden und nix gildet mehr?

Bezüglich dieses Maximalversorgers warte ich jetzt die Rückmeldung zu meiner ausführlichen schriftlichen Beschwerde ab, um dann zu schauen, welchen übergeordneten Stellen ich meine Erlebnisse noch vortrage. Die DGfN zum Beispiel möchte den Anteil der PD in Deutschland erhöhen (Pressemeldung Dezember 2023). Vielleicht mögen die sich ja systematischer mit solchem Alltags-Versagen ihrer Profession befassen.

Das Heimatdialysezentrum organisiert nun kurzfristig mehr von der bisherigen Glukoselösung (1,25 mmol/l Calcium).

Als nächstes werde ich eine andere Klinik in der Nähe kontaktieren, die auch hohe HPT-OP-Zahlen hat und über eine Nephrologie mit PD verfügt. Diesmal werde ich noch penetranter vorab erfragen und verbindliche Antworten einfordern, wie die PD bei einem stationären Aufenthalt dort im Detail organisiert ist. Das ist, was mir bislang dazu einfällt.

Die Idee mit dem Zettel an der Tür mit einer Begründung nehme ich sehr gerne mit.

Freundliche Grüße,
fabienne

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Als PDler stationär im Krankenhaus - wie funktioniert das? 17 Apr 2024 22:58 #525203

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Hallo fabienne,
da muss seitens der Klinik was schief gelaufen sein. Anders kann ich mir so ein Totalversagen nicht erklären.
Das ist Dir und der anderen Fachabteilung gegenüber sehr ignorant.

Es ist gut, dass Du detailliert sagst was Du brauchst und Dir bestätigen lässt, dass das Material im Zimmer bereit liegt. Ebenso die Info wo Du den Beutelwechsel durchführen kannst.
Das Schlimme ist, dass man ja eh nervös, ängstlich vor dem Eingriff ist, da kann man zusätzliche Aufregungen und Unsicherheiten nicht wirklich gebrauchen.
Ich hoffe es klappt in der anderen Klinik so wie Du es brauchst.
Viele Grüße von Wickenduft

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Als PDler stationär im Krankenhaus - wie funktioniert das? 14 Mai 2024 21:35 #525290

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Hallo Fabienne,

ich hatte das Glück während meiner PD-Zeit von der Oberärztin (Nephrologie) eines kirchlichen KH betreut zu werden (auch ambulant). Die war sowieso ein großer "Fan" von der PD. Wenn ich mal ins KH musste, war ein Einzelzimmer und ggf. Betreuung durch geschultes Personal selbstverständlich. So sollte es zumindest überall sein, wo es eine Nephrologie gibt. Ich weiß aber, dass selbst im Virchow mal eine Patientin in der Schleuse zur Dialyse ihre Beutelwechsel machen musste. Sie durfte sich dann noch mit Personal rumstreiten, das es nicht gut fand, dass sie nicht gleich in die Schleuse gelassen wurden. Es wäre wirklich mal Zeit, sich für eine adäquate Betreuung von PD Patienten im KH einzusetzen. Aber wenn selbst so große Lehrkrankenhäuser wie das Virchowklinikum (das ja zur Charite gehört) dafür auf ihren Dialysestationen keinen Blick haben?

Ganz liebe Grüße
Hati

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Als PDler stationär im Krankenhaus - wie funktioniert das? 15 Mai 2024 10:07 #525292

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Auch eine an sich gute Organisation schützt nicht vor einem ignoranten Arzt.
Bei meiner TX hatten sie den PD Katheder nicht entfernt. Meine neue Niere hatte einen sehr schlechten Start, sicherheitshalber wurde der Katheder funktionsfähig gehalten, sprich alle paar Tage durchgespült. In einem extra Zimmer für die PD auf der Dialysestation. Mit einem großen Schild an der Tür.
Das hinderte einen Arzt nicht daran, die Tür aufzureissen und hereinzukommen. Mehrmals! Beim ersten Mal habe ich gesagt, bitte anklopfen und auf "Herein" warten. Beim 2. Mal wurde ich etwas lauter. Beim 3. Mal habe ich so laut ich konnte "Raus hier" gebrüllt. So laut, dass es auf der ganzen Station zu hören war.
Eine Bauchfellentzündung zusätzlich zu all den anderen Problemen hätte meiner Niere den Rest gegeben. Das dann nur wegen so einem gedankenlosen A-loch (sorry, anders kann ich ihn nicht bezeichnen).

Liebe Grüße
Sabine mit Paule :blume:
Als der Katheder ein paar Wochen später entfernt wurde, war mir das zuerst gar nicht recht. Mochte meine Sicherheitsleine, meinen Nabel zum Leben, nicht hergeben.

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Hi :)

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