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Anonyme Organspende für Mutter 06 Jan 2023 13:09 #521377

  • cool3456ki
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Hallo ihr Lieben ! 

Vorab - meine Mutter hatte bereits 8 Jahre lang eine Spenderniere von meiner Oma bekommen, diese hat jedoch 2017 angefangen Probleme zu machen und seitdem dialysiert sie wieder. Ich möchte meiner Mutter noch einige Träume von ihr erfüllen und mit ihr reisen. Die Dialyse macht ihr immer wieder Probleme, das macht mich total unglücklich. Ich versuche sie seit Jahren davon zu überzeugen ihr eine Nieren zu spenden, sie sträubt sich aber dagegen, weil ich glaube einfach ihr Kind bin und sie Angst hat, dass ich Schaden davon tragen könnte. Jedoch weiß ich, dass ich -wenn ich nicht alle Möglichkeiten versucht habe ihr zu helfen- sehr unglücklich werde. Nun zu meiner Frage: Gibt es eine Möglichkeit meiner Mutter die Niere „anonym“ zu Spenden und die Gesundheitstest im Vorfeld auch anonymisiert zu behandeln ? Hat jemand Erfahrung von euch ? Natürlich habe ich mich schon mit ihrem und anderen Ärzten in Verbindung gesetzt, ich wollte aber fragen ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Vielen Dank für eure Rückmeldungen und Einwände im Voraus.
liebe Grüße 

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Anonyme Organspende für Mutter 06 Jan 2023 13:57 #521378

  • kohana
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Hallo cool3456ki

Zum Prozedere einer Lebendtransplantation gehört neben den ganzen medizinischen Abklärungen auch ein Gespräch mit einer/em Psychologin/en. Soviel ich weiss, wird das ist in Deutschland genauso gehandhabt wie in der Schweiz.

Beim Spender (oder der Spenderin) geht es darum: die Motivation zur Spende zu eruieren. Wird sie under Druck gesetzt, auch nur moralisch? Ist die Motivation nachvollziehbar? Ist Geld oder eine andere geldwerte Entschädigung im Spiel? Ist die Spenderin über die Risiken aufgeklärt worden? Kann die Spenderin mit dem Gedanken umgehen, eine Niere gespendet zu haben? Wird sie es irgendwann als Druckmittel einsetzen? Ist sie sich bewusst, dass es in Ausnahmefällen zu einer akuten Abstossung kommen kann oder die Empfängerin (oder der Empfänger) auch später aus medizinischen oder anderen Gründen das Organ verlieren kann? Zurückgeben kann man es dann nicht mehr. Steht die Familie (Partnerin, Kinder) des Spenders hinter dem Entscheid? usw. usw. (die Auflistung ist unvollständig und nicht an deine Situation angepasst).
Beim Emfpänger (oder der Empfängerin) geht es darum: zu eruieren, ob er mit dem Gedanken leben kann, ein Organ vom Spender erhalten zu haben. Grundsätzlich und insbesondere im Bezug auf die Beziehungen zwischen Empfänger und Spender. Was, wenn dem Spender während der OP oder später etwas passiert, das man mit der Spende in Verbindung bringen könnte (und das tut man ganz automatisch). usw. usw.

Wenn es überhaupt erlaubt würde: WIE WILLST DU DAS GANZE AUF DAUER GEHEIMHALTEN? Früher oder später würde sie es erfahren und sich betrogen und verletzt fühlen. Natürlich wäre sie dankbar, nicht mehr an die Dialyse zu müssen. Aber die Spende würde auf einem Vertrauensbruch beruhen, auch wenn er aus Liebe geschehen wäre.

Ich kenne die Beziehung zwischen dir und deiner Mutter natürlich nicht, ich versuche, mich aus meiner Erfahrung in diese Situation hineinzufühlen.
Es kann nur klappen, wenn deine Mutter bereit ist, dein Geschenk entgegenzunehmen, ohne dass sie sich schuldig fühlt, was immer auch geschehen mag, und ohne dass die Beziehung zwischen euch darob zu Bruch geht.

Liebe Grüsse
Kohana

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Anonyme Organspende für Mutter 06 Jan 2023 14:17 #521379

  • cool3456ki
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Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ich verstehe das absolut, dass ich dadurch auch meine Mutter in eine Drucksituation bringe und bin mir glaube ich auch selbst noch nicht über das Ausmaß bewusst. Es ist unglaublich schwer, damit umzugehen, weil meine Mutter sich so quer gegen diese Transplantation stellt, es ist noch schwerer diesen Wunsch zu akzepttieren und respektieren . Vielen Dank für die Antwort

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Anonyme Organspende für Mutter 07 Jan 2023 23:07 #521388

  • Anja
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Hallo,

zumindest die LMU transplantiert nicht von Kind auf Elternteil, u.a. weil nicht klar ist, ob das Elternteil das, was zum Nierenversagen geführt hat, nicht auf das Kind vererbt wurde. Ich weiß nicht, ob das ein Grundsatz der LMU ist oder eine generelle Regelung.
Davon abgesehen, ist das von Dir gedachte anonyme Spenden rein organisatorisch ein Problem. Spender und Empfänger gehen gleichzeitig ins Krankenhaus, werden auf ihre OPs vorbereitet, das Organ wird dem Spender entnommen, etwas vorbereitet und dann nach nebenan zum Empfänger gebracht. Nach der OP gehen beide zur Reha (auch der Spender ist nach so einer Aktion nicht sofort wieder fit). Die psychologische Seite hat kohana schon angesprochen.
 

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Hi :)

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