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fragen zur heimdialyse 20 Feb 2002 16:53 #370694

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hallo,
seit einer woche ist mein lebensgefährte jetzt dialysepflichtig. wir haben vor, irgendwann heimdialyse zu machen, was auch von dem arzt und dem zentrum gutgeheißen wird. ich soll 3 monate im zentrum geschult werden, dann wird es los gehen.
weiß jemand, ob mein verdienstausfall von der krankenkasse meines partners übernommen wird?
wer macht selbst heimdialyse an seinem partner?
ich sehe dem ganzen schon mit ein wenig gemischten gefühlen entgegen. zum einen habe ich doch ziemliche angst vorm punktieren und vor der verantwortung. zum anderen will ich es aber schon machen, einfach um meinen partner unabhängiger zu machen von den zeiten im zentrum. damit binde ich mich dann aber an.
schreibt mir doch mal eure erfahrungen.
viele grüße, riana

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Re: fragen zur heimdialyse 22 Feb 2002 10:11 #370717

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Hallo Riana,

ich finde es erstaunlich und gut, dass Ihr Euch nach so kurzer Zeit Dialyse schon überlegt, Heimdialyse zu machen. Ich kann dazu nur raten. Vielleicht ein paar Daten über mich: Ich bin seit 1970 an der Dialyse, seit 1983 dialysiere ich zu Hause. Meine Frau unterstützt mich beim An- und Abhängen. Da wir beide Arbeiten gehen, dialysiere ich am Abend (3x5 Std). Wir sind ein eingespieltes Team und es bestehen keinerlei Ängste während der Dialyse.

Um Heimdialyse machen zu können, müssen einige Voraussetzungen gegeben sein:
1. der Heimpatient muss physisch und psychisch stabil sein.
2. Ein Partner, der beim An- und Abschließen hilft und bei Problemen zur Seite steht (die Ausbildung dauert etwa 3 Monaten).
3. Ein separater Raum ist besser als im Schlafzimmer, um die Dialyse durchzuführen
4. Arzt und Techniker muss telefonisch erreichbar sein.

Die Vorteile der Heimdialyse sind erheblich:

1. Mehr Freizeit, da man die Zeit (3x5 Std) der Dialysen in der Regel selbst bestimmen kann
2. Unabhängig vom Zentrum
3. In der Regel kann man seinen Job weiter ausführen, da man abends oder nachts dialysieren kann.
4. Man ist zu Hause, keine Krankenhausatmosphäre
5. Man ist für sich selbst verantwortlich, somit mehr Sicherheit
6. Weniger Shuntprobleme, da immer der gleiche Partner punktiert (oder auch der Patient punktiert selbst)
7. Mehr Lebensqualität
8. Wenn man mal über die Strenge schlägt (Essen oder Trinken), kann man eine Zwischendialyse einlegen.
9. Die Heimdialyse ist kostengünstiger
10. Statistisch gesehen ist die Lebenserwartung höher, da auch weniger Komplikationen zu erwarten sind.

Nachteile:

1. Man lernt weniger Mitpatienten kennen und verliert den Kontakt zu andern Dialysepatienten.

Meine Erfahrungen mit der Dialyse zu Hause sind sehr positiv, und ich kann mich nicht erinnern, dass wir mal ernsthafte Probleme hatten. Wenn der Partner krank sein sollte oder in Urlaub, gibt es immer noch die Möglichkeit, im Zentrum zu dialysieren.
Wenn Du noch Fragen hast, kann Du Dich ruhig melden. Meine Mail-Adresse:



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Re: fragen zur heimdialyse 24 Feb 2002 13:32 #370746

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Hallo Riana,
ich bisn seit Sept.1997 an der Dialyse, und mache seit Dez.1997 Heimdialyse. Ich und mein Mann können die Heimdialyse nur befürworten, und uns den Ausführungen von Keneman nur anschließen. Den Verdienstausfall wurde damals von der Krankenasse übernommen.
Gruß Traudi

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Re: fragen zur heimdialyse 24 Feb 2002 19:04 #370754

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Ich habe auch mal eine Frage :Punktiert ihr euch eigentlich alle selber ,oder kann euer Partner das auch erlernen ? Ich darf leider nur dann Heimdialyse machen ,wenn ich mich selber punktiere ,und ich habe tierische Panik davor.Habe es schon versucht und 5min mit zitternder Hand die Nadel an meinen Shunt am oberarm gehalten und dann die Schwester gebeten ,mich wieder zu punktieren .Ich kann ja schlecht dabei die Augen schliessen :-))Habt ihr eventuell Tipps für mich ??

Danke schön
Kiss

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Re: fragen zur heimdialyse 25 Feb 2002 21:51 #370769

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Hallo Kiss,
Ich punktiere mich selbst und auch alle anderen Heimdialysepatienten
(ca. 20) von unserem Dialysezentrum punktieren sich, so weit ich weiß alle
selbst. Zu Beginn der Dialyse war der Shunt noch nicht so ausgebildet und
es tat ziemlich weh. Aber nach vier Jahren Dialyse geht`s auch viel besser
wie am Anfang. Ob der Partner punktieren darf, weiß ich nicht, wäre aber
sicherlich in Erfahrung zu bringen.
Gruß traudi.

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Re: fragen zur heimdialyse 25 Feb 2002 23:28 #370770

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Hi Kiss,

seit etwa 8 Jahren punktiert mich meine Frau. Ich habe einen Cordex-Shunt am rechten Oberarm (Innenseite), sodass ich es technisch nicht schaffe, zu punktieren. Ich kenne einige Heimdialysepatienten, die sich nicht selbst punktieren.
Selbstpunktion ist kein Argument für die Heimdialyse.
Gruß Thomas L.

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Re: fragen zur heimdialyse 26 Feb 2002 13:19 #370774

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hallo riana,
mein bruder hat 13 jahre heimdialyse gemacht, seine frau ist geschult worden und hat einen teil (1x pro woche) der aufgaben übernommen. hauptsächlich war aber eine angelernte und trainierte pflegekraft für die betreuung während der dialyse zuständig. das hat auch die kasse bezahlt.
überlegungen für dieses modell waren, die partnerschaft nicht zu sehr mit der dialyse zu belasten. der nachteil dabei ist, dass regelmäßig eine fremde person in der familie ist, damit muss man auch umgehen lernen.
deine gemischten gefühle sind durchaus berechtigt. nimm sie ernst und formuliere sie. je offener ihr darüber reden könnt, desto eher findet ihr die für euch passende vorgehensweise. es ist für deinen partner sicher eine hilfe, zu sehen, dass du bereit bist, verantwortung zu übernehmen.
erlernbar und durchführbar ist es in jedem fall.
gutes gelingen, herzlichen gruß theodora

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Re: fragen zur heimdialyse 02 Mär 2002 21:41 #370861

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Hallo Kiss
versuche es mal mit EMLA- Salbe. Eine Stunde vor dem Punktieren auf die Stelle die gestoche werden soll und du spürst überhaupt nix. Wenn du dann Sicherheit bekommen hast kannst du die Salbe dann wieder weglassen.
Nur Mut
Andreas

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Re: fragen zur heimdialyse 03 Mär 2002 20:17 #370871

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Ich bin seit 28 Jahren an der Dialyse und mache seit 27 1/2 Jahren Heimdialyse, ich bin mit 13 an die Dialyse gekommern und damals hat mein Vater das punktieren übernommen. Er hat damals bei einem anderen Patienten der schon einen ausgereiften Shunt hatte das punktieren üben dürfen. Er hat es laut diesem Patienten sehr gut gemacht. Mittlerweile punktiere ich mich seit ca 20 Jahren selber. Es geht nichts über das selber punktieren, dadurch hätl der Shunt auch länger, da nicht immer andere punktieren und es dadurch zu Veränderungen an den Gefäßen kommen kann und der Shunt zu geht. Ich habe immer noch meinen ersten Shunt, der 2 mal repariert wurde, da sich die Aterie langsam geschlossen hat.
Gruß Maik

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Re: fragen zur heimdialyse 04 Mär 2002 17:19 #370879

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Hallo Riana,
ich bin seit 1999 an der Dialyse und seit Jan. 2000 mache ich mit meinem Partner zusammen Heimdialyse. Am Anfang wollte ich mich selbst punktieren, da aber mein Partner das von Anfang an supergut gemacht hat, sehe ich jetzt keine Notwendigkeit dies zu ändern. Ich weiß aber, daß es für ihn eine große Überwindung war, überhaupt zu punktieren. Inzwischen ist das alles Routine.
Ansonsten haben wir nur positive Erfahrungen gemacht, man ist wesentlich unabhängiger. Du solltest Dir allerdings im Klaren sein, dass es schon eine zeitraubende und verantwortungsvolle Aufgebe ist, die Du hier übernimmt.
Ich wünsche Euch bei Eurem Plan viel Erfolg und Ihr schafft das bestimmt.
Gruß Leoni



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Re: fragen zur heimdialyse 08 Mär 2002 14:24 #370919

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liebe alle,
vielen dank für eure aufmunternden worte. ich habe mich sehr über eure antworten gefreut.
mittlerweile ist mein lebensgefährte seit drei wochen an der dialyse, und der arzt meint, wenn weiterhin alles gut läuft und keine komplikationen auftreten können wir in vier bis sechs wochen mit der schulung loslegen. und die krankenkasse hat auch schon ihre bereitschaft signalisiert, meinen verdienstausfall zu übernehmen.
im momemt versuche ich, wenigstens einmal pro woche beim punktieren dabei zu sein und frage den schwestern und ärzten löcher in den bauch. einfach auch, um die angst zu verlieren.
ich finde es übrigens ganz toll, dass es dieses forum hier gibt. für mich ist es sehr wichtig, dass ich mich mit euch austauschen kann. im zentrum haben wir leider (noch) nicht so die kontakte. die männer, die mit meinem lebensgefährten auf dem zimmer liegen, sind leider nicht sonderlich kommunikativ (zum teil sehr alt), und angehörige habe ich im zentrum noch nicht getroffen.
ich wünsche euch allen ein schönes wochenende!
viele grüße, riana

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Hi :)

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