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STABILITÄT von Partnerschaften 31 Jan 2004 09:31 #161504

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Also Leute, nachdem ich einige Umfragen der letzten Zeit gelesen habe, interessiert mich wirklich Folgendes:

Wie steht es um die STABILITÄT von Partnerschaften, bei denen EIN Partner dialysepflichtig geworden ist? Die Partnerschaft sollte (für diese Umfrage) schon VOR der Dialysepflicht bestanden haben.

Ist es wirklich so, dass ein hoher Prozentsatz der Partnerschaften den Belastungen, die durch diese Krankheit hervorgerufen werden, NICHT STANDHÄLT? Gibt es da evtl.geschlechtsspezifische Unterschiede?

Ich würde mich freuen, wenn ihr euch dazu äußern würdet.
Gut wäre es auch, wenn sich Transplantierte dazu melden würden!

DANKE!
Gerd.

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Re: STABILITÄT von Partnerschaften 31 Jan 2004 10:19 #161505

  • albertine
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lieber Gerd, bin seit 16 Jahren an der Dia, habe einen 16 jährigen Sohn und bin noch immer verheiratet (im Sept. 03 hatten wir Silberhochzeit). Mein Mann wußte bei der Hochzeit schon, dass ich nierenkrank bin, hatte schon die linke Niere weg, die rechte Glumerioneph. Sicher ist es für ihn sehr schwer gewesen, als es dann wirklich an die Dia ging, haben aber wie viele Ehepaare halt unsere Höhen und Tiefen. Das Wichtigste, glaube ich, ist dem Partner Freiraum zu geben, z.B. alleine Urlaub machen, damit er sich aus der Situation auch mal wieder befreien kann, klappt bei uns sehr gut, muss natürlich ein großes Vertrauen bestehen. Da ich auch außerhalb des Hauses auf den Rolli angewiesen bin, ist auch die Mobilität zusammen etwas eingeschränkt. Aber es gibt immer Lösungen, wenn beide es wollen. Gruß Albertine

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Re: STABILITÄT von Partnerschaften 31 Jan 2004 12:02 #161508

  • chrisi
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Hallo Gerd,
ich bin der Meinung, wenns in der Partnerschaft kriselt, ist nicht unbedingt die Dialysepflichtigkeit des Ehemanns oder der Ehefrau schuld. Vielleicht wirds oft vorgeschoben, aber auch Ehen gesunder Menschen gehen oft in die Brüche. Ich sehe auch keine allzu große Belastung für den Partner, im Gegensatz zur Querschnittslähmung, Erblindung etc, die wirklich eine Belastung für den Partner ist. Ich persönlich bin zu Hause die, die ich immer war. Wo gibts da eine große Belastung für meinen Mann? Vielleicht in derZeit, wenn ich tx werde wirds ein wenig schwierig. Auch das Prädialysestadium war ziemlich problematisch. Ich hatte damals nicht die Möglichkeit DO zu nutzen, leider. Aber das sind halt begrenzte Zeiten, die in jeder normalen Ehe auch vorkommen können, bei plötzlichen kurzfristigen Erkrankungen.
Mein Fazit: Wenn die Dialysepflichtigkeit zur Trennung führt, war die Ehe oder Partnerschaft eh schon nicht mehr die beste.
Ich wünsche allen ein schönes Wochenende
Chrisi

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Re: STABILITÄT von Partnerschaften 31 Jan 2004 13:12 #161511

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Hallo Gerd, so wies ausschaut, falle ich ja in die Zielgruppe für deine Umfrage.
Zwar wusste ich als mein Mann und ich uns kennenlernten schon, dass da irgendwas mit den Nieren war. Aber die Diagnose und die näherrückende Dialysepflicht trafen mich/uns dann doch unvorbereitet. Da waren wir gut 2 Jahre zusammen.
An Trennung habe ich seither keine Sekunde gedacht, habe aber auch immer klar gesagt, wenn mein Mann sich irgendwie verändern würde, seinen Frust über die Krankheit an mir auslässt, zum Ekel mutiert oder so, würde ich das nicht mitmachen. Naja, in der Konstellation funktioniert das so gut, dass wir wenige Wochen nachdem er an die Dia gekommen ist dann geheiratet haben. Auf unseren Einladungskarten für die Hochzeit stand übrigens drauf ... und jetzt erst recht. Das bringt es eigentlich auf den Punkt.
Christine gebe ich insofern recht, dass wenn man sich wegen einer Krankheit vom Partner trennt, schon vorher der Wurm drin gewesen sein muss. Eine stabile Partnerschaft soll/muss das in meinen Augen aushalten.
Dass der Partner durch die Krankheit nicht belastet wird, sehe ich allerdings ganz anders. Der Gedanke an die Dialyse und an gesundheitliche Spätfolgen ist immer präsent, wenn auch im Hintergrund. Da macht man sich als Partner Sorgen, das ist ganz natürlich finde ich. Ist ja was andres als wenn der Mann einen eingewachsenen Zehnagel hat oder so, *gg. Ab und zu wird einem als Partner schon Verzicht und Rücksichtnahme in der einen oder anderen Hinsicht abverlangt. Das sollte man schon realistisch sehen.
Mal davon abgesehen habe ich gelesen, dass statistisch gesehen (ich liebe Statistiken) 2/3 aller Ehescheidungen von der Frau ausgehen. Das bedeutet, die von Newman in einem anderen Beitrag beschriebenen Beobachtungen decken sich im Prinzip damit. Warum das so ist, weiß ich auch nicht so genau und hat sicher ja auch mit krank/gesund nichts zu tun.
Lieber Gerd, da du diese Umfrage angeregt hast, würde es mich allerdings auch mal brennend interessieren, wie es bei dir selbst beziehungstechnisch aussieht? *fg
Gruß, Anette

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Re: STABILITÄT von Partnerschaften 31 Jan 2004 16:23 #161517

  • chrisi
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Hallo anett,
du hast bestimmt Recht. Das ist der Unterschied. Ich sehe es aus der Sicht des Patienten und du aus der Sicht des Partners. Ich glaube auch, dass man sich als Ehepartner größere Sorgen macht als der Betroffene selbst. Ich kann es mir aber gut vorstellen, weil ich mir auch immer die größten Sorgen mache, wenn mein Mann oder jemand aus dem Freundeskreis krank ist. Hatte es nicht bedacht. Aber sooooo riesengroße Einschränkungen, verglichen mit MS oder Querschnittslähmung etc., gibts ja nicht. Jeder empfindet es auch anders und es kommt auch auf den kranken Partner an. Wie du schon sagst, wenn jemand nur noch muffelig oder gar unausstehlich ist, ist es eine andere Geschichte. Da würde ich mit der Zeit auch das Weite suchen.
Alles Liebe
Christine

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Re: STABILITÄT von Partnerschaften 31 Jan 2004 17:00 #161520

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Ich bin mit meiner Frau jetzt schon über 20 Jahre zusammen. Mittlerweile bin ich jetzt etwa 6 Jahre an der Dialyse und ich denke, dass unsere Partnerschaft auch weiter bestehen wird. Trotzdem muss man bedenken, dass die Dialyse eine unheimliche Belastung auch für die andere Famillien-Mitglieder ist. Vieles geht halt einfach nicht mehr. Auch das eine(siehe Partnerschaft und Sexualität). Ich rechne das meiner Frau sehr hoch an. Sie muss auf vieles verzichten und hält trotzdem zu mir. DANKE :-))
Gruß Achim

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Re: STABILITÄT von Partnerschaften 31 Jan 2004 21:17 #161530

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Hallo Christine :-))))
Riesengroße Einschränkungen sind es nicht, das stimmt. Manchmal sind es aber auch Kleinigkeiten, die einen im Lauf der Jahre dann zermürben können. Gibt es ja auch in der Standard-Beziehung, bspw. die berühmte nicht zugedrehte Zahnpastatube oder der hochgeklappte Klodeckel...
Bei uns ist das momentan so, dass die Dia nebenbei mitläuft, ohne dass sie groß zur Kenntnis genommen wird. Ich mache öfters das Taxi, bin auch hin und wieder im Zentrum, aber ansonsten spielt es eine untergeordnete Rolle. Mein Mann fragt, wie mein Arbeitstag war, ich frage, wie die Dia war und wieviel UF er gebraucht hat, *gg.
Ich weiß aber, dass sich die Situation im Laufe der Jahre verändern kann, meist ist es doch so, je länger die Leute an der Dia sind, desto mehr stellen sich weitere körperliche Beschwerden ein. Das wird wohl eine neue Belastungsprobe werden, wenn es soweit ist.
Liebe Grüße, auch Dieter, von Anette.

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Re: STABILITÄT von Partnerschaften 31 Jan 2004 23:25 #161533

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Eine Beziehung hat solange eine Stabilität, solange sie getragen ist von der gegenseitigen Achtung und Zuneigung. Warum sollte sich da etwas durch die Dialyse ändern ? Wenn Menschen sich gegenseitig nicht annehmen können in ihrer eigenen Art, dann kann eine Beziehung nur schwer dauerhaft bleiben, wenn dazu dann Probleme wie Dia o.ä. kommen, bricht sie nur schneller auseinander. Die veränderten Lebensbedingungen z. B. durch die Dia sind zwar manchmal sehr schwierig für einen persönlich, doch nichts im Vergleich zu dem gegenseitigen Nehmen und Geben in der Partnerschaft, mit allen Höhen und Tiefen. Egal, welche Lebensumstände uns treffen, es gibt immer einen Weg und einen Traum, was wir gemeinsam entwickeln, träumen und gehen. Was ist schon schlimm, dass manches nicht mehr geht, wo doch noch so viel möglich ist und wir schon so viel gemeinsames erlebt haben und die Zukunft uns noch vieles, auch Unerwartetes bringen wird? Und ich freue mich immer noch und sicherlich noch sehr lange (nach fast 30 Jahren Beziehung) auf jeden weiteren Tag mit meiner Frau. Dafür bin ich unendlich dankbar. hemago

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Re: STABILITÄT von Partnerschaften 01 Feb 2004 01:40 #161538

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Hallo anett,
das mit den Nebenwirkungen stimmt. Komme ins 6. Jahr und langsam wirds Zeit.
Dir auch liebe Grüße
chrisi

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Re: STABILITÄT von Partnerschaften 01 Feb 2004 12:54 #161542

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hallo hemago!
dass hast du wirklich sehr schön beschrieben.
schönen sonntag

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Re: STABILITÄT von Partnerschaften 01 Feb 2004 17:28 #161549

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Hallo hemago,
wenn mein Mann nach 30jähriger Beziehung (wir haben grad die ersten 15Jahre hinter uns)so voll Liebe von unserer Beziehung spricht ,wie du von deiner ,dann weiss ich ,wir haben alles richtig gemacht!
Lieben Gruss
Kiss

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Hi :)

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