Willkommen, Gast
Benutzername: Passwort: Angemeldet bleiben:
  • Seite:
  • 1

THEMA:

Antibiotische Prophylaxe vor professioneller Zahnreinigung? 19 Apr 2026 20:41 #529385

  • Skjaldbaka
  • Skjaldbakas Avatar Autor
  • Offline
  • Premium Mitglied
  • Premium Mitglied
  • Beiträge: 149
  • Dank erhalten: 147
Moin zusammen,

ich bin ja CKD Stadium 4 und habe jetzt eine Frage.
Anfang Mai steht bei mir die alle 6 Monate stattfindende professionelle Zahnreinigung an.
Ich habe wenig Zahnfleischprobleme, allerdings blutet es schon immer recht heftig.
Ich habe eine CKD-bedingte Anämie, bekomme Fe-Infusionen und spritze Mircera.
Jetzt habe ich gelesen (!), dass bei Stadium 4 eine kurze Antibiose vor der Zahnreinigung sinnvoll sein kann, weil auch Bakterien aus der Mundhöhle in die Blutbahn gelangen können und wir ja als abwehrgeschwächt gelten.
Wie handhaben das andere, wurdet Ihr von Eurem Neph oder Eurem Zahnarzt auf diese Problematik hingewiesen?

Schönen Abend und danke fürs Lesen und evtl. Antworten.

Skjaldbaka/Silke

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Antibiotische Prophylaxe vor professioneller Zahnreinigung? 19 Apr 2026 20:59 #529386

  • Christian
  • Christians Avatar
  • Offline
  • Senior Boarder
  • Senior Boarder
  • Beiträge: 58
  • Dank erhalten: 26
Also bei jedem Zahnarztbesuch Antibiotika zu benötigen kenn ich nur von den Transplantierten Patienten.
Folgende Benutzer bedankten sich: Skjaldbaka

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Antibiotische Prophylaxe vor professioneller Zahnreinigung? 19 Apr 2026 21:18 #529387

  • Ulineu
  • Ulineus Avatar
  • Offline
  • ModeratorIn
  • ModeratorIn
  • Beiträge: 2042
  • Dank erhalten: 1150
Hallo Skjaldbaka, bevor ich an die Dialyse gekommen bin, habe ich das nicht gemacht. Wurde gar nicht drüber geredet, hab aber auch uch nicht gefragt. Auch nicht als Dialysepatientin. Aber jetzt, nach Transplantation, muss ich das immer machen. Die Zahnärztin hat mir erklärt, warum. Wenn es blutig wird, sowieso und bei der Zahnreinigung werden immer Bakterien im Mund freigesetzt. Wenn Du sichergehen möchtest, ruf in der nephrologischen Praxis an oder den Zahnarzt. Der kamn Dir das auch sagen und das Dir das Antibiotikum verschreiben.

Liebe Grüße, Ulrike
Folgende Benutzer bedankten sich: culpz, Skjaldbaka

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Antibiotische Prophylaxe vor professioneller Zahnreinigung? 19 Apr 2026 22:41 #529388

  • Skjaldbaka
  • Skjaldbakas Avatar Autor
  • Offline
  • Premium Mitglied
  • Premium Mitglied
  • Beiträge: 149
  • Dank erhalten: 147
Danke, Ulrike und Christian.
Das die Situation nach Transplantation eine völlig andere ist ist mir natürlich klar, da wird ja das Immunsystem mit Medikamenten runtergefahren.
Ich wollte mal ein Bild von der Realität haben, deshalb habe ich hier gefragt, bevor ich dann Kontakt zur Neph-Praxis suche.
War halt etwas verunsichert, weil die Zahnreinigung trotz des guten Zustandes des Zahnfleisches eine sehr blutige Angelegenheit ist, plus ich weiß, wie heftig bakteriell besiedelt die menschliche Mundhöhle ist. Nicht umsonst sind Bisse von Menschen durch andere Menschen eine durchaus gefürchtete Situation in der Praxis.
Würde mich über weitere Kommentare mit Erfahrungen freuen. :)

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Antibiotische Prophylaxe vor professioneller Zahnreinigung? 21 Apr 2026 00:01 #529393

  • fabienne
  • fabiennes Avatar
  • Offline
  • Hyperaktiv
  • Hyperaktiv
  • Beiträge: 796
  • Dank erhalten: 153
Hallo Silke,

wenn die Prozedur regelmäßig blutet, wird eine Antibiose bei einer professionellen Zahnreinigung sinnvoll sein. Zumal Du ja in gewisser Weise doppelt immungeschwächt bist. Doch wie sinnvoll ist die professionelle Zahnreinigung selbst - überhaupt und speziell unter diesen Rahmenbedingungen?

Ich räume ein, dass ich persönlich von dem medizinischen Wert dieser Selbstzahlerleistung (manchmal auch freiwillige Zusatzleistung auf Erstattungsbasis) grundsätzlich nicht überzeugt bin.
Im Gegensatz dazu hatte ich durch eine Antibiose schon mal eine Darmentzündung mit Clostridien (Pseudomembranöse Enterocolitis) und Gelenkentzündungen (alle gleichzeitig; reaktive Polyarthritis), die mir fünf Tage Krankenhaus und gut drei Monate Cortison-Tabletten einbrachten. Damit kam ich damals (2003) recht glimpflich davon und die Nieren waren nur akut beleidigt wegen der Austrocknung. In mir sträubt sich alles bei der Vorstellung, für eine angebliche Vorsorgemaßnahme halbjährlich die Darmflora mit einem Antibiotikum zu zerschießen. Jede Antibiose ist durch die Veränderung der Zusammensetzung der Darmflora noch bis zu acht Jahre lang messbar . Ich finde, da stimmt dann die Verhältnismäßigkeit nicht.

Freundliche Grüße,
fabienne
Folgende Benutzer bedankten sich: Skjaldbaka

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Antibiotische Prophylaxe vor professioneller Zahnreinigung? 21 Apr 2026 01:57 #529394

  • kohana
  • kohanas Avatar
  • Offline
  • ModeratorIn
  • ModeratorIn
  • Beiträge: 1323
  • Dank erhalten: 1078
... auch noch von mir eine Meinung :) bzw. was mir von Nephrologen nach der Transplantation bezüglich Antibiotika beim Zahnarzt / bei der Dentalhygiene gesagt wurde:

"Es ist keine Abschirmung mehr vorgeschrieben von Seiten Arzt. Es gibt jedoch Zahnärzte, die darauf bestehen. Bis heute habe es wegen Zahnarztbesuch keine Vorkommnisse gegeben (dh Entzündungen) gegeben bei üblichen Kontrollen und Zahnhygiene. Gefahr von Antibiotika-Resistenzen wird jetzt höher bewertet. "

Bei zwei Zahnärzten wurde mir jeweils Amoxicillin verschrieben, 1gr, 1 Stunde vor der Behandlung (Dentalhygiene) einzunehmen. Ich habe keine Probleme mit Penicillin und habe es gut ertragen.
"Augmentin wäre auch eine Möglichkeit, decke aber schon viel breiter ab, was möglichst vermieden werden sollte. Bei chirurgischen Eingriffen würde Antibiotika über mehrere Tage abgegeben. Antibiotika-Abdeckung würde nur noch bei bestimmten Herzerkrankungen verschrieben. Aber man lässt den Zahnarzt machen, was er für angebracht halte."

Ich musste mir 2019 einen Zahn ziehen lassen (2 Jahre nach Tx) und ging dazu in die Zahnklinik (gehört zur Kieferorthopädie-Abteilung), meines Krankenhauses, damit der Zahnarzt Zugriff auf mein Nephrologie-Dossier hatte. Ich hatte ziemlich Bedenken, dass etwas passieren könnte. Es ging alles gut. Der Zahnarzt verschrieb eine Abdeckung für eine Woche mit Co-Amoxicillin. Amoxicillin 500mg/Clavulansäure 125mg.
Ich habe dann auf dem Patientenzettel noch Folgendes gelesen: „Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie Mycophenolat-Mofetil-haltige Präparate, die nach Organtransplantation zur Prophylaxe von akuten Transplantatabstossungsreaktionen eingesetzt werden, einnehmen“ und habe dann bei meinem Nephrologen zurück gefragt. Er hat mir dann mitgeteilt, dass ich "während einiger Tage die Myfortic-Dosis noch auf 3 x 2 oder 2 x 3 Tbl. erhöhen [kann]. Beispielsweise Tag 2 – 5 der Antibiotikatherapie." Das habe ich dann so gemacht. Der Nephrologe meine, ich solle mich melden, wenn es ein Problem mit einer Pilzinfektion geben sollte, wegen der speziellen Medikation. Es ist nichts passiert.

Mein aktueller Zahnarzt hat mehrere immunsupprimierte Patienten und besteht nicht auf eine Abdeckung für Dentalhygiene.

Meine Erfahrung: der Zahnarzt entscheidet das. Wenn ich mich vom Zahnarzt diesbezüglich nicht erst genommen fühle (was bei mir bisher nie der Fall war) oder sonstige Fragen habe, frage ich beim Nephrologen nach.

LG Kohana
Folgende Benutzer bedankten sich: Skjaldbaka

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Antibiotische Prophylaxe vor professioneller Zahnreinigung? 21 Apr 2026 11:11 #529396

  • Skjaldbaka
  • Skjaldbakas Avatar Autor
  • Offline
  • Premium Mitglied
  • Premium Mitglied
  • Beiträge: 149
  • Dank erhalten: 147
@fabienne:

Danke für Deine Meinung, hilft mir gerade sehr.
Ich stelle den Wert der Zahnreinigung bei mir nicht in Frage, ich neige zu extremer Zahnsteinbildung (sozusagen Zahngebirge!:) ), und die Pflegekasse zahlt mir eine professionelle Reinigung pro Jahr. Ansonsten reagiere ich auch eher ungehalten auf das Angebot von IGeL. Da wird viel Schindluder auf Patientenkostem betrieben.
Ich weiß nicht, woran es liegt, dass es so stark blutet. Mein Zahnfleisch ist in Ordnung, vor allem für mein Alter, vllt. liegt es am "Zahngebirge"?

Ich werde das Thema wohl nicht weiter verfolgen. Vllt. werde ich noch einmal auf die CKD Grad 4 hinweisen, wenn dann nichts kommt, gut so. Ich gehe seit vielen Jahren 2x im Jahr dorthin und hatte noch nie Probleme mit Infektionen. Aber ich bin ja auch offiziell erst seit 4 Jahren nierenkrank und die Insuffizienz wurde mit sehr großer Wahrscheinlichkeit durch die Covidinfektion mit dem Wildtyp vor über 6 Jahren ausgelöst. Ich weiß mittlerweile, auch wenn meine Ärzte den Zusammenhang nicht zugeben wollen, dass es viele andere Betroffene gibt und dass viele Studien zu dem Ergebnis kommen, dass nach Covidinfektion die Nieren kontrolliert werden sollten, vor allem bei Menschen mit zusätzlichen Risikofaktoren für die Nieren. Wenn mich damals mein Hausarzt nicht mit einem Rezept für ein Antidepressivum weggeschickt, sondern mich untersucht hätte, wären meine Nieren wohl nicht in so schlechtem Zustand, denn man hätte früher etwas gegen den Verfall unternehmen können.

Danke für Deinen Beitrag!

@kohana:

Danke!

Auch Dein Beitrag ist eine große Hilfe!

Resistenzbildung ist ein Riesenthema, hat mich im Beruf schon immer so aufgeregt, wenn alle Frauen unter der Geburt ab 6 oder 12 oder xxx Stunden nach Blasensprung antibiotisch abgedeckt wurden, egal ob es Zeichen für Infektionen gab oder nicht, alle 6 Stunden wurde eine Infusion angehängt, bis das Kind geboren war und dann wurde sofort damit aufgehört.... Kurzzeitige Anwendung von Antibiotika ist natürlich Mist und fördert Entwicklung resistenter Stämme.

Ich vertrage Penicillin überhaupt nicht (mehr). Ein weiterer Grund, zu verzichten.

Davon abgesehen habe ich eine extrem verlängerte QT-Zeit im EKG, wahrscheinlich durch eines (oder mehrere) meiner vielen Medkamente ausgelöst.
Antibiotike gehören zu den Medikamenten, die diese Zeit noch weiter verlängerm können, genau wie einige Antidepressiva, zu denen mein Hausarzt rät, um meine Post-Covid-Schlafstörungen zu bekämpfen. Mein Kardiologe sagt, ich soll beide Medikamentengruppenm meiden wie die Pest, mir drohen zusammen mit meinem niedrigen Kaliumspiegel und dem AV-Block Grad 1 schwere Herzrhythmusstörungen. :)

Es war gut, hier ein Meinungsbild einzuholen.
Ich werde das Thema ruhen lassen. Und versuchen, etwas weniger zu lesen! :) :) :)

Danke!

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Seite:
  • 1
Hi :)