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Grundsicherung 10 Aug 2020 20:45 #514165

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Hallo!
Ich bin seit 28 Jahren ununterbrochen an der Dialyse. Da es kurz nach meinem 18 Geburtstag ganz plötzlich und aus heiterem Himmel kam, hatte ich leider keine Gelegenheit, einen Beruf zu erlernen oder arbeiten zu gehen, denn die ersten Jahre habe ich die Dialyse sehr schlecht vertragen. Jahrelang sagte man mir immer, ich käme für eine Transplantation nicht in Frage. Irgendwann habe ich es aufgegeben und mich damit abgefunden. Aber vor einigen Wochen meinte der Oberarzt zu mir, ich solle mir überlegen, ob ich nicht zur Transplantation angemeldet werden möchte. Für mich kam das völlig überraschend, nach so vielen Jahren. Wahrscheinlich denkt jetzt jeder, ist doch super, was zögert sie noch? Aber da gibt es einiges zu bedenken. Zum Beispiel dieses: ich bekomme Grundsicherung, weil ich nicht arbeiten kann. Aber angenommen, ich würde tatsächlich eine Niere bekommen, wäre es möglich, dass das Sozialamt mir die Grundsicherung verweigert, weil ich nach deren Meinung ja dann arbeiten könnte? Das würde ich ja auch gerne tun, bloß wer würde jemanden einstellen, der sich ungefähr jede Stunde ausruhen müsste, nichts gelernt und in meinem Alter noch nie gearbeitet hat?! Und noch dazu bei einem Gehalt, von dem man leben kann?! Ich kenne mich mit dem Sozialamt inzwischen aus, bekomme lange genug die Grundsicherung, die haben ihre Vorschriften und interessieren sich herzlich wenig für Einzelfälle. Deshalb meine Frage, ist das Sozialamt im Fall einer Transplantation berechtigt, jemandem die Grundsicherung zu streichen, weil er nach ihrer Meinung dadurch arbeitsfähig ist, egal ob man überhaupt Aussicht auf eine Stelle hat? Denn das ist mein einziges Einkommen, reiche Verwandte oder sowas habe ich (leider ;-)) ) auch nicht.
Viele Grüße von Hachiko

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Grundsicherung 11 Aug 2020 14:37 #514166

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Hallo,

im ersten Jahr nach TX kannst du noch problemlos arbeitsunfähigkeit bekommen soweit ich weiß. Höchstens noch ein 2tes Jahr dann bist du Stammkunde beim Jobcenter.
Da gibts erst den EDV-Grundkurs um dich aus der Arbeitslosenstatistik raus zu bekommen und dich zu langweilen.
Danach kannst dir aussuchen: McDonalds, Taxifahrer oder Stellenangebote für Lehrberufe. Für quasi kein Geld lassen die dich auchnoch in dem Alter im Supermarkt eine Lehre anfangen.

Die Jobauswahl ist vergleichbar mit einem Ex-Sträfling. Und auf gesundheitliche Extrawünsche wird kaum Rücksicht genommen.

Transplantiert is rechtlich gesehen wieder Gesund sein mit leichter Behinderung. Außer bissl Vorteile wegen dem Behindertenausweis bleibt dir nicht.

Ist wie bei allen Behinderten die vom Jobcenter oft an Jobs vermittelt werden die voraussichtlich der individuellen Gesundheit schaden.

Wenn dir ein Jobangebot nicht passt, kannst ja ein Artest bringen. Dafür musst du extra einen Termin beim Amtsarzt bekommen um dein Artest bestätigen zu lassen und bis dahin hat dir dein Bearbeiter schon längst das Geld gekürz. Da kannst du dann Beschwerde einreichen damit du dein Geld kriegst, in der Zwischenzeit mehrere neue Stellenangebote die nichts für deine Gesundheit sind.
Wird ein ständiger Bürokratiekrieg bis eine Seite nachgibt oder du wieder Arbeitsunfähigkeit zugesprochen bekommst aus anderen Gründen als blos TX.

lg
Chris

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Grundsicherung 11 Aug 2020 15:29 #514167

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Hallo!
Vielen Dank für die Antwort! Aber wenn ich mich nicht irre lebst Du doch in Österreich? Vielleicht ist es hier in Deutschland ja doch anders? Ansonsten kann ich das mit der Transplantation vergessen. Da ich noch nie arbeiten konnte, habe ich nicht die geringste Ahnung von irgendwas, das irgendwie mit Arbeitengehen zu tun hat. Fängt schon bei der Bewerbung an. Und spätestens bei einem möglichen Bewerbungsgespräch würde ich aussortiert werden. Aber vermutlich würde es dazu ohnehin nie kommen. Wie gesagt, ich habe nichts gelernt und in meinem Alter noch nie gearbeitet (bin 46).
Aber habe ich mir schon gedacht, wahrscheinlich ist es hier in Deutschland ziemlich so wie bei Euch.
Also bleibt es eben dabei, Dialyse bis ans Lebensende. Vielleicht dauert es ja wenigstens nicht mehr lange.
Vielen Dank für Deine Antwort,
Grüße von
Hachiko :-)

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Grundsicherung 11 Aug 2020 21:21 #514170

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Ja richtig, wobei ich als Österreicher im deutschsprachige Raum des Internets fast nur unter Deutschen bin. Da kennt man dann die Probleme des Alltags des typischen Deutschen sehr gut.
In Onlinespielen findest du unmengen an chronisch kranker Menschen die permanenten Stress mit dem Jobcenter haben bis sie irgendwann in Pension sind, wenn es irgendwann sogar dem Amtsarzt zu hoffnungslos erscheint.
Hab schon erlebt dass kaputte Menschen nach schweren Erkrankungen im Harz4 gegängelt wurden....während kerngesunde mit psychisch eingebildeten Wehwehchen in Pension sind.
Da gabs Menschen die vom Auto überrollt wurden, einfach nur Matsch sind und jahrelang bis zur Anerkennung der Berufsunfähigkeit gegängelt werden, obwohl schon Pflegebedarf besteht.
Und solche Probleme hast du eben als Transplantierter, weil dich alle für Gesund und Arbeitsfähig halten bis dir eine Behörde die Arbeitsunfähigkeit ausspricht.

Da sind wir also im geiste Brüder.

Der TX ist den Behördenstress auf jeden Fall wert, aber mit wiedererlangter Gesundheit werden die dir auch mit 46 noch jeden Hilfsarbeiterjob vermitteln. Frei nach dem Motto, werd halt Lehrling beim Möbelhaus. Vielleicht hast Glück und kriegst einen Deppenjob wie Überwachungskameras beobachten bei der U-Bahn, leichte Deppenjobs kriegt man vom Jobcenter fast nur mit Behinderungsgrad vermittelt, wenn dich dein Bearbeiter leiden kann.

Und was Karriere angehtL Mein Onkel hat einen Sonderschulabschluss und danach Maler/Anstreicher gelernt. Arbeitet als Lackierer. Bekommt nur den Mindestlohn aber soviele Zulagen für Brand/Explosionsgefahr und Gase in der Luft, dass er das 5-fache rausbekommt. Trägt eine Schutzmaske und bekommt garnix von den Giften ab und lackiert den ganzen Tag nur Oberflächen.

Man kann auch als Dummer mit wenig Bildung einen guten Job finden.....

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Grundsicherung 12 Aug 2020 09:57 #514172

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Hallo Hachiko,

ich kann nur berichten, dass es den Jobcenter/Agentur für Arbeit mehr als sch....egal ist, wer du bist, was du hast. Sie wollen nur ihre Statistik beschönigen. Ich selbst war bei der Agentur für Arbeit in der Reha-Abteilung gemeldet. Und vom Grunde her, hat das keine Rolle gespielt. Ich habe auch jeden Job machen müssen, egal was sie einen anbieten und ob das auf deine Gesundheit geht.

Deine gesundheitliche Verfassung hat einfach keine Rolle gespielt. Und man muss bedenken, dass ich von der Agentur für Arbeit keinerlei Geld bekommen habe wegen Bedarfsgemeinschaft und so. Trotz alledem haben die mich tyrannisiert, unter Druck gesetzt und fertig gemacht. Bist du nicht gesprungen, wie die wollten gab es keine Übergangszeitenmeldung zur Rentenversicherung. Das ist das womit sie dann drohen.

Ich habe dann einen Minijob gehabt. Da haben sie dann irgendwann Terror gemacht, dass ich zu einer Maßnahme muss Vollzeit und dafür sollte ich den Minijob kündigen, wo ich ja sowieso schon kein Geld hatte. So hatte ich ein paar Piepen...in so einer Behörde kannst du "Nervenkrank" werden....sag ich dir.

Dann kamen aller 2 Tage die Anrufe, ich sollte zum Bewerbertag fahren. Generell hat nie jemand abgesprochen, welche Berufe überhaupt in Frage kommen und ob Teilzeit oder Vollzeit. Zum Gutachter der Agentur für Arbeit wurde ich nicht geschickt, weil man der Meinung war, ich hätte einen Büroberuf gelernt und den könnte ich so oder so ausüben. Nur den bekommst du leider hier in der Provinz nicht.....

Ich sehe deine einzigste Chance, dass du dir von allein irgendwie einen passenden Job suchst, auch wenn es nur ein paar Stunden sind, bevor sie dich in irgendeinen Mist reindrängen.....So wie ich die Erfahrung bei uns gemacht habe, ist das Jobcenter zufrieden, wenn du überhaupt eine Einnahmequelle hast und du dann nur noch aufstockst. Bei der Agentur für Arbeit sieht es anderes aus, also Alg I, aber da fällst du ja dann nicht rein, wenn du noch nie auf Arbeit warst.

Zu mir hat mal eine Sozialarbeiterin gesagt, ich solle mich nicht schikanieren lassen, wenn es nicht geht, dann Krankenschein und wieder Krankenschein....irgendwann fangen die dann an mit Gutachter, Reha, Erwerbsminderungsrente usw......dann ziehst du das durch. Sollte es abgelehnt werden, versuchst du es wieder mit Arbeit, geht es dann nicht, wieder Krankenschein.....dann mahlen die Mühlen weiter....

Ich würde mich transplantieren lassen. Denn Dialyse geht ja auch nicht ewig. Nur wegen einer so doofen Behörde, würde ich da nicht meiner Gesundheit verschlechtern, auch wenn du dann zum Jobcenter musst.

Bei mir ist es so, dass ich jetzt mehr als 1 Jahr krank geschrieben bin.....ich bekomme kein Krankengeld, kein Sozialgeld, kein Geld vom Jobcenter nichts....ich leben komplett von meinem Freund, der dann auch noch 200 Krankenversicherung von seinem Geld für mich löhnen muss.......gut, dass lässt sich mit einer Heirat ändern....aber insgesamt habe ich dadurch, dass ich von keiner Behörde was bekomme erstmal Ruhe....denn bekommst du nichts, bist du denen egal....da kräht kein Hahn nach dir.

Ich bin momentan allein auf der Suche nach einer Stelle. Bisher erfolglos.....ich werde weiter suchen und nicht aufgeben.....in Zeiten der Pandemie auch nicht einfach als Risiko.....am liebsten wäre mir gleich ein Home Office....oder in einer kleinen Handwerkerfirma als Bürohilfe, wo nicht so viele Leute ein und ausgehen.....

Insgesamt hat die Gesundheit für mich oberste Priorität.....

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Grundsicherung 12 Aug 2020 12:45 #514173

  • Christian
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Hiho,

hey Rina, das was du da durch machst wurde doch vom EU-Gerichtshof für illegal erklärt.
Eine Frau darf heutzutage nicht mehr zu einer Bedarfsgemeinschaft verpflichtet werden, weil du eben nicht verheiratet bist.
Das schafft ein Abhängigkeitsverhältnis, welches nicht mit den Menschenrechten im Einklang steht.

Aus juristischer Sicht gibt es den Begriff des "Gemeinsamen Haushalt" (/"Bedarfsgemeinschaft"). Das bedeutet es wird aus "einem Topf", also einer Einkommensquelle gemeinsam gewirtschaftet. Alle Haushaltsmitglieder zahlen freizügig in den Topf ein, alle Mitglieder dürfen daraus entnehmen und darüber bestimmen.
Dann gibt es noch den Umgangssprachlichen Begriff des "Gemeinsamen Haushalts", der eigentlich juristisch eine "Wohngemeinschaft" darstellt. Darunter fallen auch sexuelle Beziehungen ohne Heirat oder gegenseitigen Unterhaltsanspruch.
Rein rechtlich hat dein Freund das Recht, dass du garnicht über SEIN Einkommen verfügen darfst, er ist dir gegenüber nicht unterhaltspflichtig.
In deinem Fall ist die "Bedarfsgemeinschaft" freiwillig, weil du sie am Formular angeführt hast. Könnte aber jederzeit in eine Wohngemeinschaft umgewandelt werden, weil kein Unterhaltsanspruch besteht.
Sobald du keinen Zugriff auf sein Geld hast, weil er einen Tag lang motzig auf dich ist, ist es schon keine Bedarfsgemeinschaft im rechtlichen Sinne.

Wenn auf Formularen von Agentur für Arbeit oder Jobcenter dann nach weiteren Haushaltsmitgliedern gefragt wird, wird aus juristischer Sicht garnicht nach Wohngemeinschafts-Mitgliedern gefragt, sondern nach Personen die dir freizügig ihr Geld anbieten und dies entweder müssen oder wollen.

Sobald dein Sexualpartner dir nicht freizügig sein Geld anbieten will, ist es weder eine Bedarfsgemeinschaft, noch ein gemeinsamer Haushalt sondern nur eine Wohngemeinschaft mit knuddeln und vögeln, bei der keine finanziellen Verpflichtungen besteht.

Bevor ich Dialysepatient wurde, war ich gesundheitlich total gebrochen, als meine Ödeme bis zu den Knien wuchsen und nicht weniger wurden.
Mir hat das Amt eingeredet, ich hätte keinen Anspruch, weil ich bei den Eltern lebe und das wäre ein Gemeinsamer Haushalt, heute weiß ich das ist nicht so und ich wurde angelogen.
Ich bekam von 2012 bis 2017 keinen Cent vom Staat, hätte mir aber zugestanden.
Ich hatte bei den Eltern gewohnt, gratis Essen und Wohnen, aber kein Geld um zu Bewerbungsgesprächen zu fahren.

Als ich Dialysepatient wurde, hat mir keiner ein Formular für Invalidenrente geben wollen, weil ich eh keinen Anspruch hätte. Ich musste einmal aus der Intensivstation auf Reverse nachhause um rechtzeitig meine Krankenversicherung zu verlängern, die sonst bei Entlassung ausgelaufen wäre. (war damals selbstversichert, weil ohne Geldleistung oder Mitversicherung hast du automatisch keine mehr., obwohl Versicherungspflicht besteht...)
Hab mir alles selbst ausgedruckt, abgeschickt und wenige Monate später wurde mir Rehageld bewilligt. (hab Invalidenrente beantragt und bekommen hab ich Rehabilitationsgeld mit 1x jährlich Befund schicken, damits jährlich verlängert wird.)

Bei Invaliden ist der juristische Status noch ein Stückchen anders, weil jemand der arbeitsunfähig ist auch innerhalb einer Bedarfsgemeinschaft seinen eigenen Anspruch auf eine Geldleistung hat.
Im Prinzip muss ein Invalider als sein eigener Haushalt betrachtet werden wenn gegen niemanden Unterhaltspflicht besteht und somit er für seine Rehabilitation alleine Verantwortung tragen muss.
Und auch ein unterhaltspflichtiger Invalider hat das Recht sich kurzfristig der Gemeinschaft zu entziehen um sich auf die eigene Gesundung zu konzentrieren.
So hab ich mir legal den Status des Gemeinsamen Haushalts ein für alle mal abgeschafft und wenn ich jetzt transplantiert werde, gelte ich als mein eigener Haushalt und wirtschafte unabhängig nur für mich. Es ist mein Geld und somit mein eigener Haushalt, das wird sich nichtmehr ändern, egal mit wievielen Menschen ich in einer Wohngemeinschaft lebe und egal mit wievielen davon im selben Bett.

lg
Chris

P.S.

Abgrenzung zwischen Bedarfsgemeinschaft, Wohngemeinschaft und Haushaltsgemeinschaft

Die Bedarfsgemeinschaft unterscheidet sich von der Wohngemeinschaft. Wohngemeinschaften sind Gemeinschaften von Personen, die zusammen wohnen, ohne aufgrund familiärer oder persönlicher Bindungen füreinander verantwortlich zu sein. Sind sie füreinander verantwortlich, weil sie beispielsweise verheiratet sind oder dauerhaft als Partner zusammenleben, bilden sie eine Bedarfsgemeinschaft.

Eine Haushaltsgemeinschaft liegt vor, wenn mehrere Personen beispielsweise auf familiärer Grundlage zusammen wohnen und wirtschaften („Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft“). Der Begriff ist eng auszulegen. Eine Haushaltsgemeinschaft liegt nicht vor, wenn zwar eine Wohnung gemeinsam bewohnt, jedoch selbständig und getrennt gewirtschaftet wird.[14]

Leben Verwandte oder Verschwägerte in Haushaltsgemeinschaft, so wird vermutet, dass die Verwandten oder die Verschwägerten einem Hilfebedürftigen Leistungen erbringen, soweit dies nach deren Einkommen und Vermögen erwartet werden kann. Die Vermutung bewirkt – im Unterschied zur vermuteten Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft – nicht das Vorliegen einer Bedarfsgemeinschaft, sondern mangelnde Hilfebedürftigkeit aufgrund (fiktiven) Unterhalts. Auch eine solche Vermutung kann widerlegt werden.


Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Bedarfsgemeinschaf...aushaltsgemeinschaft

PPS: dauerthafte Partner sind in Deutschland Schwule, die eine eingetragene Partnerschaft eingegangen sind, nicht du und dein Freund. Rein rechtlich seid ihr nicht dauerhaft. ;)

Auf eben dieser Grundlage hab ich schon vielen "Paaren"(Chatbekanntschaften) ein getrenntes Einkommen verschafft, sowohl in Deutschland alsauch in Österreich.
Weil ich eben diese juristischen Spitzfindigkeiten selbst erst alle recherchieren musste und Ö und D sich hier so ähnlich sind. Man lässt den Partner beim Formular weg, beharrt auf der Rechtsgrundlage und hat schnell sein eigenes Einkommen.

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Grundsicherung 12 Aug 2020 13:37 #514174

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Sei gesagt, ich hol mir mittlerweile was mir zusteht und spare sogar Geld an.
Bekomme 900€ im Monat, helfe in Freundeskreis und Nachbarschaft aus, spare etwa 300€ im Monat an.
Einfach nur das Existenzminimum das ich bekomme. 500€ für Essen und Wohnen an die Eltern. Geld, das vorher nicht da war.

Ich hatte in meinem Leben 3x einen Job, 1x bei der Telekom 6 Wochen als Leiharbeiter, 1x bei Samsung im technischen Support, 1x bei BOSCH im Werkskundendienst für Thermentechnik^^
Für meine Selbstversicherung hab ich mir von meiner Oma als Privatsperson einen 10€ Dienstleistungsscheck ausstellen lassen, über die Krankenkasse gegenverrechnet und um 59,90€ meine Selbstversicherung bekommen. Normalerweise kostet das um die 500€. (Wird billiger bei geringfügiger Beschäftigung und ich hab mich zum Schein bezahlen lassen und der Oma das Geld zurück gegeben.)

Jede Behörde die mein früheres Einkommen sieht hält mich sofort für einen kriminellen Scheinarbeiter, was glaubt ihr was ich für einen Stress mit den Anträgen hatte und wieviel ich Recherchieren musste.
Dialysebeginn war September 2017, erstes eigenes Einkommen etwa Mai 2018 + Rückwirkend 2 Monate.
Ich wäre mit Dialysebeginn fast obdachlos beworden, weil sich meine Eltern das nicht alleine leisten konnten.

Dementsprechend habe ich gelernt mir zu holen was mir zusteht. ;)
Lasst euch auf keinen Fall von Beamten anlügen. Mündlich lügen die den ganzen Tag soviel sie können wenn sie dadurch ihre Statistik schönen und die Kosten niedrig halten können. Scheiß egal ob ihr dabei verhungert. Kann ihnen ja schwer jemand nachweisen, dass die das vorsätzlich machen und den Menschen ihre Rechte vorenthalten.

Also worauf ich darauf hinaus will ist, jeder der hier über kein eigenes Einkommen verfügt und nicht verheiratet ist, sollte sich ein Selbstbewusstsein wachsen lassen und einen neuen Antrag stellen, nur für sich ohne andere Haushaltsmitglieder anzugeben. Es wird euch nicht leicht gemacht und es wird euch nichts geschenkt, aber es ist euer gutes Recht.

lg
Chris

P.S.
Ich lass mir bald den Behindertenpass ausstellen, hol mir einen Vormerkschein für eine Gemeindewohnung und melde mich danach bei einer sozialen Wohneinrichtung für chronisch Kranke. Sehr billiges, barrierefreies Wohnen wo alle Nachbarn ein Auge aufeinander haben. Da wohnen auch viele junge Krebskranke die in Chemozeiten Hilfe und Babysitter brauchen und ansonst auf die anderen aufpassen.
Will mich nicht transplantieren lassen solang ich unter unhygienischen Umständen am Dachboden wohne....will mir zuerst ein gutes Umfeld schaffen und mich dann erst auf die Warteliste setzen lassen.

Ich denke mir oft, eine Transplantation verschafft dir kein lebenswertes Leben, man muss sich den Grundstein dafür schon vorher aufgebaut haben. Erst dadurch bekommt das Leben mit der Transplantation neue Energie und eine gute Richtung in die es weitergehen kann.

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Grundsicherung 12 Aug 2020 18:11 #514175

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Hallo!:)
Vielen Dank für Eure Antworten!
@Christian: Also, als dumm würde ich mich nicht unbedingt bezeichnen, genau genommen wurde bei mir als Kind festgestellt, daß ich hochbegabt bin :) Ich habe auch einen guten Schulabschluß, das Problem bei mir ist lediglich, daß ich keine Gelegenheit mehr hatte, eine Ausbildung oder den Führerschein zu machen, weil meine Nieren leider nicht so lange gewartet haben mit dem Kaputtgehen :lach:

Es ist ja auch, wie gesagt, keineswegs so, daß ich nicht arbeiten möchte. Im Gegenteil, das würde ich sehr gerne, nur weiß ich eben nicht, wie ich das schaffen sollte. Selbst bei einer sitzenden Tätigkeit müßte ich mich ca. jede Stunde einige Zeit ausruhen, sprich hinlegen, denn inzwischen ist auch längeres sitzen ganz schön anstrengend für mich.
So eine Wohneinrichtung hört sich toll an, schade, daß es sowas hier in meiner Stadt nicht gibt. Ich weiß gar nicht, ob es sowas in Deutschland überhaupt gibt. Außer etwas in der Art für Senioren und Behinderte Menschen. Aber selbst wenn, von hier wegzuziehen käme für mich nie in Frage.
Ich finde es bewundernswert, wie Du es schaffst, Deine Ansprüche durchzukämpfen. Aber mir fehlen dafür die Kraft, die Nerven und auch der Mut. Was Ihr beide da geschrieben habt, hört sich für mich wie ein Horrortrip an. Leider ist es so, daß ich bereits mehr als genug Probleme habe, die nichts mit der Dialyse zu tun haben, und die mir große Sorgen und Ängste verursachen. Und es sind nicht irgendwelche Kinkerlitzchen(hoffentlich kennst Du das Wort in Österreich :lach:), sondern Existenzbedrohendes. Und wenn ich mir vorstelle, daß dann noch dazu käme, daß ich ständig in Angst leben würde, daß sich irgendein Amt wieder irgendwas einfallen läßt---Nein, das kann und will ich nicht. Deshalb bleibt es bei meiner Entscheidung, die Sache mit der Grundsicherung war ja nur ein Aspekt bei meiner Entscheidung. Wenn auch ein Wichtiger.
Es ist zwar schade, aber auch kein Weltuntergang. Ich bin schon so lange an der Dialyse, ich bin daran gewöhnt, und ich kann mir kaum noch vorstellen, wie ein Leben ohne Dialyse ist. Mir kommt es inzwischen so vor, als wäre es schon immer so gewesen, und es wäre nur eine Erinnerung an einen Traum, daß ich irgendwann mal gesund war. Und es wird ja nichts schlechter, es bleibt einfach alles wie es ist.

Bei dem Thema Bedarfsgemeinschaft habe auch eine Erfahrung gemacht. Vor einigen Jahren bekam ich plötzlich Post vom Sozialamt, darin stand, daß ich eine sehr hohe Nachzahlung für die ganzen Jahre bekäme, die ich Grundsicherung bekomme, da ich zuwenig bekommen hätte. Als Begründung waren drei Aktenzeichen von Urteilen des Bundessozialgerichts angeführt, weiter nichts. Also habe ich im Internet nachgesehen, da kann man die ganzen Urteile einsehen.
Es hatten drei Leute geklagt, die in der gleichen persönlichen Situation lebten, wie ich(lebe mit meiner Mutter zusammen). Also Erwachsene, die mit anderen Erwachsenen zusammen leben. Eins war eine alte Dame, die mit ihrer Freundin zusammen lebte, die sie gepflegt hat. Das Zweite ein behinderter junger Mann, der bei seinen Eltern lebte, das Dritte weiß ich nicht mehr. Sie hatten geklagt, weil sie weniger Geld bekommen haben. Weil das Sozialamt der Meinung war, wer mit jemand anderem zusammen lebt, bräuchte nicht so "viel" Geld. Ehrlich gesagt hat es mich gewundert, daß mir diese Nachzahlung nicht als Einkommen angerechnet und die Grundsicherung gekürzt bzw. ganz gestrichen wurde, bis das Geld aufgebraucht ist. So läuft es ja normalerweise ab, wenn man etwas bekommt, muß kein Geld sein, egal ob Geschenk oder Gewinn oder was auch immer, muß man es melden, auch wenn es nur wenige Euro wert ist. Dann wird der Wert vom Sozialamt geschätzt und der Schätzwert von der Grundsicherung abgezogen. Schließlich kann man das Teil ja verkaufen und hat dann das Geld. Ganz ehrlich, gerecht finde ich das alles nicht, denn man hat sich seine Situation ja nicht ausgesucht. Aber ändern wird sich sowieso nichts. Menschen, die auf Sozialleistungen angewisen sind, haben eben keine Lobby. Gerade vor ein paar Tagen stand die neue Berechnung für Hartz 4 und Grundsicherung in der Zeitung. Was da als Beträge für die einzelnen Posten angegeben ist, ist einfach nur lächerlich! Für Bildung beispielsweise ganze 1,59 ungefähr pro Monat. Aber ich will mich nicht wieder aufregen :)

Viele Grüße von
Hachiko :) :kuss:

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Grundsicherung 03 Nov 2020 21:15 #514662

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Hallo Hachiko,

es kann auch sein das die Agentur f. Arbeit die Gutachten erstellen lässt, da steht dann drin wie viel Std. du am 1.Arbeitsmarkt arbeiten kannst.
Die RehamitarbeiterInnen der Arbeitsagentur vermitteln oft eine Wiedereingliederung ( 2.Arbeitsmarkt ) in einer Werkstatt f. Behinderte... da arbeiten nicht nur schwer mehrfach behinderte Menschen...sondern auch Menschen die andere Erkrankungen haben. Der Arbeitsplatz wird von der Arbeitsagentur bezahlt und zur Zeit erhält man ein Taschengeld von 119€ monatlich und die Grundsicherung gibt es dazu.

Bekommst du noch das Kindergeld oder deine Eltern ?
Denn Kindergeld kann man auch nach dem 25 Lebensjahr gewährt und zwar, wenn die Behinderung vor dem 18.Lebensjahr eingetreten ist und du wie jetzt nachweisen kannst, das du nicht in der Lage bist für dich selbst zu sorgen.
Hat man eine Erkrankung / Behinderung vor dem 18.Lebensjahr bekommen...kann man so lange Kindergeld beziehen...so lange wie die eigenen Eltern leben....oder warst du da schon 18 Jahre als das diaagnostiziert wurde ?
Bei er Grundsicherung bei Erwerbsminderung wird das Kindergeld nicht angerechnet...wenn deine Eltern versichern es für dich aufzuwenden und nicht an dich auszahlen, dann wird das nicht mit eingerechnet.Man wird dann alle 2 Jahre überprüft.

Bei meinem Kind ist es so, weil er durch die Niereninsuffienz nicht mehr arbeiten gehen kann, dass das Amt wo er die Grundsicherung f. Erwerbsminderung( diese wird auch ganz anders berechnet als Hartz 4 ) erhält , automatisch den Antrag an den Rentenversicherungsträger stellt...die entscheiden durch die Covid-19 Situation schon nach Aktenlage..da sollte sich genug finden in deiner Situation.

Alles Gute,

3fachmami

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Hi :)

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